Travemünde

Travemünde: Schiff an Land und Spaß am Strand

Da haben die Lübecker ein traumhaftes Geschäft gemacht, als Travemünde 1913 eingemeindet wurde. Die Hansestadt bekam ein hübsches Seebad mit kilometerlangem Sandstrand, historischer Innenstadt und mondänen Hotels. Naherholung de luxe, für die Großstädter nur eine halbe Autostunde entfernt. Travemünde wird auch gern „schöne Tochter Lübecks“ genannt und hat so einige Besonderheiten, die es zu entdecken gilt. So gibt es hier Schiffe nicht nur auf dem Wasser, sondern auch auf dem Land ….

Den Turm des Bahnhofs von Travemünde kann man auch vom Strand aus sehen. Das ist deshalb praktisch, weil er groß die Abfahrtzeit des nächsten Zuges in die Hansestadt anzeigt – für die erholungssuchenden Lübecker. Aber wo Sie schon mal hier sind, sollten Sie erst mal durch die Altstadt mit ihren roten Backsteinhäusern bummeln. Vielleicht fallen Ihnen dann einige poetisch-maritime Straßennamen auf: Backbord, Steuerbord, Reling, Achterdeck und Am Heck. Das ist kein Zufall: Die Straßen bilden – aus der Luft gesehen – ein Schiff, bei dem alle Teile korrekt benannt sind. Über die Straße Fallreep (das ist die Gangway) legt das „Straßen-Schiff“ sogar an der Kaiserallee an. So gibt’s Unterricht in Seemannssprache gleich gratis dazu.

Turm im Unruhestand

Aber nun zum Meer! An den Strand, Hafen und die Promenade und damit zu den beiden Wahrzeichen Travemündes: dem Leuchtturm und dem Viermaster „Passat“. Der Leuchtturm wurde 1539 gebaut (natürlich aus rotem Backstein) und ist damit der älteste Deutschlands. Er ist mittlerweile allerdings im Ruhestand und dient nur noch als Museum. Das zu besuchen lohnt sich allein wegen des Blickes von der Aussichtsgalerie. Eine zweite Karriere hat auch die „Passat“ bekommen. Einst segelte die stolze Viermast-Bark zwischen Europa und Südamerika, beladen mit Weizen. Heute ist sie Museum, Veranstaltungsort und schönster Platz zum Heiraten an der ganzen Ostküste.

Der Handel des Jahrtausends

Es lohnt sich immer, die Strandpromenade entlang zu flanieren, große und kleine, historische und moderne Schiffe zu beobachten. Natürlich gibt es auch reichlich Gelegenheit, selber in See zu stechen. Mit einer Hafenrundfahrt zum Beispiel oder der Überfahrt auf die Halbinsel Priwall. Wen es tatsächlich weiter wegzieht: Von Travemünde laufen die Skandinavien-Fähren aus. Doch, nein, hier möchte man bleiben und bei schönem Wetter den Tag am Strand verbringen. 1,7 Kilometer ist der lang, 1.700 Strandkörbe stehen zur Verfügung und im Sommer erreicht das Wasser angenehme 20 Grad. Kein Wunder, dass Travemünde im Laufe der Jahrhunderte öfter mal den Besitzer wechselte: Russland, Dänemark, Frankreich und England erhoben Besitzansprüche. Travemünde als Ortsteil zu beanspruchen, war wohl der beste Deal der Hansestadt Lübeck in ihrer tausendjährigen Geschichte.

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