Ruhr Museum

Ruhr Museum: Schwarzes Gold transparent gemacht

Wer über das Gelände der Zeche Zollverein schlendert, bekommt einen guten Eindruck, wie es hier zur Hochzeit des Kohleabbaus zuging. In der alten Kohlewäsche kann man dem Einfluss des Bergbaus auf das Ruhrgebiet noch tiefer auf den Grund gehen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Besucher des Ruhr Museums steigen durch verschiedene Ebenen des Gebäudes immer tiefer hinab und folgen dem Weg der Kohle.

Doch zum Museum geht es zunächst einmal bergauf: 90 Sekunden dauert die Fahrt mit der orangefarben beleuchteten Rolltreppe, mit 68 Metern die längste freistehende in Deutschland. So näherte man sich auf eindrucksvolle Weise dem historischen Gebäude, in dem früher die Kohle aufbereitet wurde. Das Ruhr Museum ist seit 2008 in der Kohlenwäsche der Zeche Zollverein untergebracht, blickt aber auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Gedächtnis und Schaufenster will das Museum heute sein und führt Besucher auf ungewöhnliche Art durch die Ausstellung: von oben nach unten, von der Gegenwart ins Vergangene.

Weg der Kohle

Zunächst steigen die Besucher auf die 17-Meter-Ebene hinab, wo Mythen und Phänomene des gegenwärtigen Ruhrgebietes dargestellt werden. Auf zwölf Metern geht es dann nicht mehr um die Gegenwart, sondern um die Geschichte. Wie ist Kohle entstanden? Wie veränderte der Kohleabbau das Ruhrgebiet? Diese Fragen beantwortet unter anderem ein acht mal fünf Meter großes Diorama, das das Leben vor 300 Millionen Jahren darstellt. Mit Fotos, Film und Ton zur Industrialisierung führt die Ausstellung auf der letzten Ebene die Besucher wieder zurück in die Gegenwart. Alltag und Arbeit im größten Ballungszentrum Europas werden hier illustriert: die Solidarität der Kumpel, die schwere, schmutzige Arbeit, die diversen Kulturen der Immigranten und das Ende des Bergbaus in den 60ern.

Ruhrgebiet von oben

Die ehemalige Kohlewäsche ist dabei nicht nur Bühne, sondern Teil der Ausstellung. Die alten Mauern aus Beton, Metallstreben und Glas geben den hellbeleuchteten Ausstellungsstücken einen atmosphärischen Rahmen. Wer sich noch einmal nach oben begibt, kann im Museumshop ein Stück Kohle, "Ruhr Saat"-Samentüten und Bergauf-Seife kaufen oder im Café Kohlenwäsche einen Snack zu sich nehmen. Von hier aus geht es per Treppe auf die Panoramaterrasse. Denn: Im Ruhr Museum kann man sich den besten Überblick über das Ruhrgebiet verschaffen - historisch und im wahren Leben.

Ruhr Museum, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen

Mo. - So. 10.00 - 18.00

Eintritt zu allen Bereichen inkl. Portal der Industriekultur Erwachsene 10,- Euro, ermäßigt 7,- Euro, Kinder 0 - 17 Jahre gratis

Foto: Helen Simonsson

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