Radweg Nordbahntrasse

Nordbahntrasse: Utopien und Bier mit Bart

Neuen Besuchern in Wuppertal wird ziemlich schnell klar: Dies ist keine Stadt zum Fahrradfahren. Das Bergische Land heißt nicht umsonst so. Eine Stadt mit vielen langen Treppen, in den Straßen ist es ein ständiges Auf und Ab. Doch nicht ganz Wuppertal hat sich gegen Zweiräder verschworen: Die Nordbahntrasse ist ein Paradies für Spaziergänger, Radfahrer und Eisenbahnfans.

Erster dicker Pluspunkt: Die Strecke ist fast völlig eben. Wo früher Eisenbahnschienen vom Gebüsch überwuchert wurden, schlängelt sich heute die Nordbahntrasse auf 22 Kilometern durch das Stadtgebiet, die weltweit längste innerstädtische Ex-Eisenbahntrasse. Die Trasse entstand dank einer Bürgerinitiative - viele Wuppertaler packten beim Bau tatkräftig mit an. Zweiter Pluspunkt: Nicht nur entspanntes Radeln ist möglich, Sie werden gleichzeitig etwas über die Universitätsstadt lernen. Markante Überreste der Wuppertaler Industriegeschichte, Denkmäler und geologische Besonderheiten werden auf Tafeln erklärt.

Dschungel und Kultur

Ein dritter Pluspunkt sind die interessanten Stopps auf der Strecke. Zum Beispiel die erste Skulptur der Trasse mit dem inspirierenden Namen "Der Weg ist das Ziel". Oder die Parkouranlage, die größte in Deutschland. Den Straßensportlern stehen hier verschiedene Hindernisse zum Trainieren zur Verfügung. Auch wer sich nicht so agil durch den urbanen Dschungel schwingen möchte, allein das Zuschauen macht Spaß. Nach so viel (Zuschauer-)Sport darf es auch eine Pause sein. Der ehemalige Bahnhof Mirke hat sich in den letzten Jahren zum beliebten Treffpunkt entwickelt. Im Café Hutmacher können Sie sich mit Kaffee, Kuchen oder Bratwurst und dem Hausbier "Bärtig Bräu" stärken. Das denkmalgeschützte Gebäude nennt sich "Utopiastadt" und ist ein Zentrum für Kreative mit einem Garten für alle, Ateliers, Fahrradreparaturwerkstatt und immer wieder Veranstaltungen.

Historische Fahrt

Ein weiterer Grund, die Nordbahntrasse entlang zu radeln: die Aussicht. Zwar führt die Route durch fünf Tunnel, aber auch über mehrere Viadukte - schöner kann man nicht auf die grünste Großstadt Deutschlands blicken. Und weil die Strecke nicht umsonst früher eine Eisenbahntrasse war, gibt es bei Loh ein ganz besonderes Schmankerl. In den Sommermonaten fahren Sie hier auf 1,6 Kilometern mit einer historischen Draisine und das sogar kostenlos. Wuppertal ist keine Stadt zum Radfahren? Ganz im Gegenteil. Nur mit dem Rad lernen Sie die Stadt von ihrer Schokoladenseite kennen.

Foto: Atamari, Sven Pacher

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