Petrín-Infos kompakt

Petrín: Rosaroter Blick vom Hügel der Verliebten

Der romantischste Ort in Tschechien? Auf jeden Fall "Petrín"! Der kleine, aber immerhin 327 Meter hohe Hügel im westlichen Zentrum von Prag ist das tschechische Mekka für Verliebte. Für Tschechen und Prager ist klar: Einen geeigneteren "Austragungsort" für Rendezvous gibt es nirgends. Woher und wie das überall greifbare Liebesflair auf und zum "Hügel der Verliebten" gekommen ist, weiß heute niemand mehr so richtig. Früher trug Petrín viele andere Namen, einer davon war "Laurenziberg". "Petrín" kommt von petrus (lat.) - der Fels. Fels daher, weil am Petrín bis ins 19. Jahrhundert der für Prag typische Pläner Kalkstein abgebaut wurde. Viele Gebäude und Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel auch die Prager "Hungermauer", bestehen aus diesem Baumaterial.

Vom ehemaligen Steinabbau ist heute natürlich nichts mehr zu sehen, überall am Petrín grünt und blüht es. Der Hügel eignet sich perfekt für ausgiebige und romantische Spaziergänge. Oder aber man besucht das Stefánik-Observatorium und findet seinen persönlichen Glücksstern. Den über 12.000 duftenden Blüten im Petríner Rosengarten kann man sich ohnehin nicht entziehen. Und wessen Statue versteckt sich zwischen den Bäumen? Karel Hynek Mácha war ein tschechischer Dichter der Romantik (wie passend). Sein bekanntes Gedicht "Mai" ist natürlich auch der Liebe gewidmet. Vor seiner Statue küssen sich traditionell verliebte Paare, sogar Schlange stehen wird in Kauf genommen. Am 1. Mai ist der Andrang besonders groß, denn der erste Tag des Monats wird in Tschechien nicht nur als Tag der Arbeit, sondern auch als Tag der Liebe gefeiert.

Viele Prag-Touristen besuchen Petrín aber aus einem ganz anderen Grund. Niemand geringeres als der Pariser Eiffelturm höchst persönlich stand Pate für die Architektur und die Konstruktion des Petríner-Aussichtsturms. Mitglieder des sog. Tschechischen Touristenklubs kamen 1889 völlig berauscht von der Pariser Weltausstellung nach Prag zurück und beschlossen kurzum, ihren eigenen "Eiffel-Aussichtsturm" auf dem Petrín zu errichten. Gesagt, getan. Am 16. März 1891 begannen die Arbeiten, nur knapp drei Monate später war der Turm fertig gestellt. Kurz darauf folgten die beliebte Standseilbahn und das Spiegellabyrinth.

Bis zur Spitze der fünfmal kleineren Kopie des französischen Originals sind es immerhin 63, 5 Meter und 299 Stufen. Von der Plattform genießt man einen wunderbaren Blick auf Prag.

"Spätabend war's - es war der erste Mai -
Ein Abendmai - es war der Minne Zeit.
Die Turteltaube lockt' zur Seligkeit
Im duft'gen Kieferhain, so traut und treu.
Von Liebe flüsterten die stillen Moose,
Und Liebeswehe log der Blütenbaum,
Von Liebe sang die Nachtigall der Rose,
Der Abendwind verriet den Rosentraum ..."

Karel Hynek Mácha - Mai

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