Nibelungensage

Liebe, Mord, Drachenblut und der Nibelungenschatz

Die Nibelungensage ist das älteste deutsche Heldenepos und gehört zu den großen Stoffen der Weltliteratur. Seit dem Jahre 400 von Germanen und Nordmännern erzählt und besungen. Es handelt von Liebe und Tod, Rittern und Jungfrauen, Ehre und Intrigen – und einem versunkenen Schatz.

Die germanischste aller Sagen gibt es in vielen Versionen, von Geschichtenerzählern der Germanen bis zu den Wikingern über Generationen und Jahrhunderte weitergetragen. Erstmals niedergeschrieben im 13. Jahrhundert - in der Edda, der großen isländischen Sagensammlung. Die bekannteste Version in Deutschland ist das Nibelungenlied, die älteste Abschrift wird in der Stiftsbibliothek St. Gallen verwahrt: der "Codex sangallensis 857".

Der Stoff, aus dem die Sagen sind

Liebe und Intrigen, dazu ein Schatz und blutige Kämpfe. Das macht eine gute Geschichte aus. Die Nibelungensage hat alles: Siegfried von Xanten ist der edle Held und Kriemhild von Burgund die Prinzessin, um die er wirbt. Kern der Geschichte ist der sagenhafte Nibelungenhort, ein unsagbar wertvoller Schatz - bewacht vom Drachen Fafnir und dem Zwerg Alberich, dem letzten Nibelungen. Siegfried erschlägt den Drachen, badet in seinem Blut und raubt das Gold. Dann zieht er nach Burgund und hält um die Hand Kriemhilds an. Um sie heiraten zu dürfen, muss er dem Burgunderkönig Gunther mit einer List helfen, die Gunst der isländischen Königin Brünhild zu erlangen. Der Plan funktioniert, es kommt zur Doppelhochzeit. Hagen von Tronje, der treueste Gefolgsmann Gunthers ist eifersüchtig auf Siegfrieds Ruhm und Reichtum und spinnt eine Intrige, um ihn zu ermorden.

Der verlorene Schatz

Nach dem Mord an Siegfried geht der Schatz der Nibelungen an seine Witwe Kriemhild. Sie leistet einen Schwur, das Gold nur zu nutzen, um den Tod Siegfrieds zu rächen. So versucht sie Recken an den Hof von Burgund zu locken, um diese als Vasallen im Kampf gegen ihre eigenen Brüder zu gewinnen. Als Hagen davon erfährt, nimmt er (zusammen mit den drei Burgunder-Königen) Kriemhild den Schatz und versenkt ihn im Rhein - an einer nur ihm und den Königen bekannten Stelle. Kriemhild heiratet später den Hunnenkönig Etzel und gewinnt so wieder an Macht. Sie lockt die Burgunder samt Gefolge an Etzels Hof zu einem Fest und lässt alle töten bis auf Gunther und Hagen. Als beide nicht preisgeben wollen, wo der Schatz versenkt wurde, erschlägt Kriemhild beide. Daraufhin wird Kriemhild vom schockierten Waffenmeister Hildebrand getötet. Alle, die um den Schatz und seinen Verbleib wussten, sind nun tot. Benannt ist diese Stelle im Rhein nur mit "bei zem lôche" - einer tiefen Stelle im Rhein. Bis heute suchen Schatzjäger, Archäologen und Nibelungenfans danach, Vermutungen zur Örtlichkeit gibt es viele, gefunden hat ihn keiner. Und wie es schon in den Urschriften hieß: "Hier hat die Geschichte ein Ende: das ist der Nibelungen Lied".

Foto: Viennevi

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