Museum für Vorgeschichte

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ist eines der wichtigsten archäologischen Museen in Mitteleuropa. Zum umfangreichen Sammlungsbestand von mehr als 11 Millionen Funden gehören zahlreiche Stücke weltweiten Ranges, wie beispielsweise die berühmte Himmelsscheibe von Nebra. Die außergewöhnlich interessanten archäologischen Funde Sachsen-Anhalts werden in zeitlicher Folge - vom Beginn der Steinzeit bis zur Frühbronzezeit - ausgestellt. In den folgenden Jahren wird die Dauerausstellung nach und nach erweitert. Den chronologischen Endpunkt werden das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bilden.

Altsteinzeit: Betritt man die Ausstellung, so gibt es vielleicht keinen besseren Einstieg in die Welt der älteren Altsteinzeit als die Begegnung mit dem Befund von Bilzingsleben in Thüringen, der sich vor dem Betrachter auf einer Fläche von ca. 40 Quadratmetern erstreckt.

Mittelsteinzeit: Vor rund 11.500 Jahren ging die letzte Eiszeit zu Ende und eine bis heute andauernde Warmzeit begann. Die Umweltverhältnisse änderten sich wie in vielen anderen Klimawechseln zuvor erneut grundlegend. Spärliche Gehölze wuchsen zu dichten Wäldern. Mit dem Rückgang der offenen Landschaften der Eiszeit verschwanden aber auch die großen Rentier- und Pferdeherden, die dem Menschen ergiebige Nahrungsquellen waren. Wieder einmal mussten die Menschen ihre Lebensstrategien und Verhaltensweisen umstellen.

Jungsteinzeit: Der Übergang vom Wildbeutertum zu Pflanzenanbau und Viehhaltung markiert den Beginn der Jungsteinzeit, dem Neolithikum. Es ist der gewaltigste Kulturwandel in der Menschheitsgeschichte. In Mitteldeutschland vollzog er sich vor 7.500 bis 7.000 Jahren. Man begann, die Umwelt zu manipulieren, um vom natürlichen Nahrungsangebot unabhängiger zu sein. Das neue Lebenskonzept war jedoch keine selbständige Entwicklung hiesiger Völker. Erstmalig erfolgte dieser fundamentale Umbruch vor etwa 11.000 Jahren im südlichen Vorland des Taurus- und Zagrosgebirges, dem heutigen türkisch-iranisch-irakischen Grenzgebiet.

Frühbronzezeit: Zum Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. machten sich in Mitteleuropa einheimische Kulturen allmählich mit einem neuen Werkstoff vertraut: Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn. Unmittelbare Voraussetzungen für den Beginn einer Metallzeit waren die Einbindung in das Distributionsnetz alpiner Kupfererze und der Anschluss an das sich über Südost- und Südeuropa ausbreitende technische "Know How". Das verbindende archäologische Merkmal der mitteleuropäischen Frühbronzezeit ist die Bestattungssitte, Verstorbene in "gehockter" Position zu begraben. Sie wird gut nachvollziehbar aus dem heimischen jungsteinzeitlichen Erbe an die erste Metallzeit weitergereicht und spiegelt damit die Beibehaltung religiöser Konzepte wider.

Lage, Anfahrt

Ab Halle Riebeckplatz (ca. 2 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof) weiter mit der Straßenbahn Linie 7 (Richtung Kröllwitz) bis zur Haltestelle "Landesmuseum für Vorgeschichte" (Fahrzeit ca. 15 min).

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Museum: Di. - Fr. 9.00 - 17.00, Sa./So./Fei. 10.00 - 18.00
Eintritt: Erwachsene 8,- Euro; Ermäßigte 6,- Euro; Familien 16,- Euro

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