Museum Frieder Burda

Bunt: die bombastische Kunst des Frieder Burda

Bloß keine alten Schinken - er liebt das Farbenglühen der Expressionisten, Modernes, Zeitgenössisches. Frieder Burda ist einer der größten und renommiertesten Kunstsammler Deutschlands. In seinem Privatmuseum in Baden-Baden zeigt er Spitzengemälde von Baselitz bis Pollock, von Picasso bis de Kooning.

Quereinsteiger klingt immer ein bisschen wie Ambition ohne richtiges Können. Bei Frieder Burda kann man das nicht unterschreiben. Sinn, Gespür und Liebe zur Kunst hatte er schon früh, das professionelle Reinknien kam etwas später. Er schaffte zunächst, wie alle Burda-Brüder, im Verlagsimperium seines Vaters. Nach dessen Tod führte Bruder Hubert das Zeitschriftenunternehmen allein weiter, Frieder und Franz gingen andere Wege. Das Vermögen gab die Freiheit, auch etwas ganz anderes zu machen. Zum Beispiel Kunst sammeln.

Farbstark muss es sein

Das erste Bild: ein roter Lucia Fontana mit drei Schlitzen, erworben für 3.500 Mark auf der Documenta 1968 in Kassel. War ganz klar als Eltern-Schocker gedacht. Mittlerweile, mit über 80 Jahren, sind es über tausend Bilder und Skulpturen - vor allem Künstler seiner Generation. Sigmar Polke, Gerhard Richter, Markus Lüperz, Georg Baselitz. Auch die amerikanischen abstrakten Expressionisten wie Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko. Ja, experimentierfreudig, expressiv und farbenstark, das mag er. Wie auch Kirchner, Macke, Beckmann und Picassos Spätwerk. Aber Herrgott, was für Preise einst und heute. Die irrwitzigen Summen, die am heutigen Kunstmarkt gezahlt werden - für Frieder Burda schierer Wahnsinn. Viele Werke kaufte er, bevor der Künstler am Markt gehypt wurde. Aber: Er kaufe nur mit dem Herzen. Ein Beuys zum Beispiel, den er nie durchdrungen hat und der ihn auch nicht berührt, kommt ihm nicht ins Haus.

Nachfolgerin gefunden

2019 wird sein Museum 15-jähriges Bestehen feiern. Erbaut vom New Yorker Star-Architekten Richard Meier, liegt es direkt an der berühmten Kurpromenade Lichtentaler Allee in seiner Wahlheimat Baden-Baden, sehr hell, sehr weiß. Die Ausstellungsschwerpunkte wechseln beständig, es gäbe so viel zu entdecken, sagt Burda. Und doch: Nach 40 Jahren Sammlertätigkeit hält er sich nicht mehr für den großen Innovator. Stieftochter Patricia Kamp, die seit 2009 in der Stiftung mitarbeitet, ist deshalb sein bester Fang. Eine echte Kunsthistorikerin übrigens - und mit ganzer Leidenschaft für die junge Künstler-Avantgarde.

Museum Frieder Burda, Lichtentaler Allee 8b, 76530 Baden-Baden

Di.- So. 10.00 - 18.00, auch an (montäglichen) Feiertagen

Erwachsene 14,- Euro, ermäßigt 11,- Euro, Kinder 0 - 8 Jahre gratis

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