Museum "Cité du train"

170 Jahre Volldampf und das "Unechte Krokodil"

Das Eisenbahnmuseum Mulhouse: Nicht nur Märklin-Fans und Pufferküsser sind hier richtig. Die Sammlung der historischen Lokomotiven ist beeindruckend und es riecht nach "Eisenbahn-Romantik" in den Hallen. 

An Weihnachten ist ja nie so ganz klar, wer denn nun mehr Spaß an der Märklin-Eisenbahn unterm Christbaum hat: Der Vater, der sie aufbaut, oder die Kinder, die "Cité du Train", die Stadt der Züge, ist für alle ein Erlebnis. Hier wird die Geschichte der französischen Eisenbahn auf einem Erlebnisparcours lebendig. Von der Dampflokomotive bis zu den modernen TGV-Zügen: Es blitzt der Chrom, es funkelt der Stahl, es faucht, dampft und es hängt der Geruch von Schmieröl in der Luft.

Spektakel auf Schienen

Mit einem Audioguide ausgestattet geht die Reise in Halle 1 los: Im "Parcours Spectacle", unterteilt in sechs verschiedene Themenbereiche, stehen 27 legendäre Schienenfahrzeuge. Erfahren, wie die Eisenbahn die Berge eroberte. Wie sie im Krieg eingesetzt wurde oder wie die Franzosen in den 30er Jahren in Urlaub "zügelten". Sogar eine entgleiste Dampflok gibt's hier - die europaweit einzigartige Konstruktion soll an die Résistance während des zweiten Weltkriegs erinnern. Die historischen Lokomotiven und Waggons sind mit Lichteffekten wunderschön in Szene gesetzt. Durch lebensgroße Figuren wird sogar einstiges Bahnhofsgetümmel ans Gleis gezaubert. Und typische Bahnberufe wie der des Kohle-schippenden Heizers vorgestellt.

Die "Hardware"

Das Motto in Halle 2 ist "Bahnsteige der Geschichte". Hier sind auf acht Bahnsteigen über 60 Lokomotiven zu sehen. Von Dampflok (eine setzt sich sogar alle 20 Minuten in Gang) bis zu elektrisch getriebenen Modellen wird der rasende Fortschritt der Eisenbahn ausgestellt. Lustige Namen haben einige der Stahlrösser: das "Unechte Krokodil" und die Diesel-Lok "Das U-Boot" zum Beispiel. Auch die "Buddicom 33", die älteste erhaltene Lokomotive Europas (Baujahr 1844) steht hier. Dazu sind Privatzüge und deren luxuriöse Waggons großer Präsidenten und Generäle zu bestaunen. Die "Forquenot"-Lokomotive Napoleon's III. oder der Präsidentenwagen von General De Gaulle. Im Eisenbahnmuseum gibt es auch zwei elektrische Mini-Züge, die die Besucher zwischen ihren großen Geschwistern umher fahren.

Täglich geöffnet, außer am 25. Dezember 10.00 - 17.00, im Sommer bis 18.00. Erwachsene 13,- Euro; Ermäßigte 10,50 Euro.

Fotos: Cité du train, Recoura

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