Mediterranes Klima

Als Kaiser Vespasians Truppen sich vor fast 2000 Jahren nach Norden vorarbeiteten, blieben einige von ihnen am Oberrhein hängen. Sie hatten dort einen überaus ungewöhnlichen Ort gefunden. Nördlich der Alpen, aber mit einem Klima fast wie im heimischen Rom. Als sie dann noch warme Quellen entdeckten, bauten Sie eine üppiges Thermalbad und gründeten den Legionsort "Aqua Villae", das heutige Badenweiler.

Das vielbesungene mediterrane Klima von Badenweiler im Südschwarzwald ist tatsächlich eine Laune der Natur und der Geologie. Eigentlich dürften sie hier natürlich nicht gedeihen, die Palmen, Zypressen, Zedern und Orangenbäume. Aber Badenweiler hatte gleich dreimal Glück: Es liegt im ohnehin warmen Südwesten Deutschlands, am Oberrhein, wo es im Jahresschnitt sechs, sieben Grad wärmer ist als in Hamburg oder Berlin. Die deutschen Rekorde von 1.700 und mehr jährlichen Sonnenstunden werden jedes Jahr traditionell hier aufgestellt. Nach Norden und Osten ist der Ort geschützt vom 1.165 Meter hohen Blauen, liegt quasi in dessen Windschatten.

Und das Weilertal selbst öffnet sich nach vorn genau in Richtung Südwesten zur sogenannten Burgundischen Pforte, die mediterrane Strömungen einfließen und die Palmen nicht erfrieren lässt. Die Burgundische Pforte ist eine rund 30 Kilometer breite Senke südlich der Vogesen, die sich ungefähr zwischen den französischen Städten Montbéliard und Belfort erstreckt. Sie bestimmt das milde Klima in Badenweiler durch den Durchfluss mediterraner Luft, die aus dem Mittelmeerraum über Rhônetal nach Südbaden strömt.

"Ein Stück Italien in Deutschland" haben Schriftsteller das Phänomen Badenweiler schon im 19. Jahrhundert benannt. Es gibt zwei Orte in Deutschland, wo das funktioniert, die berühmte Insel Mainau im Bodensee und eben - Badenweiler.

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