Legende von Ritter Kuno

Die alten Geschichten beginnen meist ...

... mit "es war einmal", so auch diese: "Es war einmal eine Zeit, in der es die ehrbaren Raubritter im Erzgebirge wirklich schwer hatten. Die Kaufmannszüge aus dem Süden wurden bereits durch die Böhmischen ansässigen Konkurrenten ausgeraubt. Für den im hiesigen Schwarzwassertal lebenden Ritter Kuno gab es daher meistens nicht mehr viel zu holen. Kuno hatte das Geschäft von seinem Großonkel Hagestolz geerbt. Er hätte - trotz der schweren Zeiten - sein karges Auskommen gehabt, wenn er nicht eine für einen Raubritter fatale Eigenschaft gehabt hätte: Er war gutmütig.

So trug es sich zu, dass der Kaufmann Bartholomäus auf seinem Weg in die östlichen Provincen in des Ritter Kunos Hinterhalt geriet. Er besaß jedoch nichts mehr, was Kuno als brauchbar erachtete. Kuno ergriff bei soviel Armut starkes Mitleid, so dass er ihn und sein Gefolge kurzerhand in seiner bescheidene Burg zu Glitscher und Wein einlud.

Den Wein hatte er zuvor nichtsahnend einem badischen Weinhändler abgenommen, der bereits mehrfach wegen übelster Weinpanscherei vorbestraft war. Als am nächsten Tag die Sonne bereits hinter dem Auersberg verschwand, erwachten die Zecher und verspürten allergrößtes Leid. Linderung brachte ihnen der Trank vom kühlen, klaren erzgebirgischen Quellwasser. Das führte dazu, dass Bartholomäus den dargereichten Wein nicht als Attentat verstand, sondern als leider misslungenen Ausdruck der Gastfreundschaft.

Um hierfür seine Dankbarkeit zu zeigen, schenkte er Kuno mehrere Säcke aus seiner bisher verschmähten Ladung und übergab ihm eine Rezeptur, die er einem räuberischen Bergvolk aus dem Süden Deutschlands abgehandelt hatte, mit dem Rat, aus dem frischen erzgebirgischen Quellwasser ein Getränk zu brauen. Er meinte, der Inhalt der Säcke seien Hopfen und Malz.

Kuno erkannte seine Chance, meldete sein Raubrittergewerbe ab und braute von nun an für die Erzgebirger und durchreisenden Kaufleute ein wirklich göttliches Getränk - das Kuno-Bräu.

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