Königsstuhl

Echter Insel-Mythos: der majestätische Königsstuhl

Rügens berühmtester Stuhl ist gar keiner, sondern der meistbesuchte Felsvorsprung der Insel: der Königsstuhl. 15 Kilometer lang, 118 Meter hoch. Er wurde auf unzähligen Gemälden und Fotos verewigt und sein Gestein trägt längst einen poetischen Zweitnamen: das weiße Gold Rügens ...

Wer den Königsstuhl, den höchsten Kreidefelsen von Rügen, entdecken will, muss sich zunächst entscheiden: obenrum, untenrum oder nebendran? Auf ihm befindet sich das Nationalparkzentrum mit Aussichtsplattform und Museum. Vom Nachbarberg, der Victoriasicht aus, kann man den Königsstuhl am besten sehen. Und unten, vom Strand oder vom Wasser aus, ragt er in voller weißer Schönheit fast senkrecht auf. Die meisten machen gleich das Triple. Zum waschechten Königsstuhl-Erlebnis gehört übrigens noch die Suche nach Hühnergöttern. Glückspilze finden sogar Bernstein im Sand. Nichts erspäht? Im Bernsteinmuseum in Sellin gibt‘s richtige Prachtbrocken zu bestaunen.

Zwei Namenslegenden

Warum der Felsen Königsstuhl heißt, weiß niemand so genau. Wie ein Stuhl sieht der Berg schon mal nicht aus. Zwei Stories sind im Umlauf. Nummer Eins: Der schwedische König leitete 1715 vom Felsen aus ein Seegefecht gegen die Dänen und ließ sich dafür einen Sessel aufstellen. Allerdings: In einem Reisebericht soll schon 130 Jahre vorher der Name "Konigsstuel" benutzt worden sein… Dann vielleicht eher diese hier: Einer Sage nach wurde derjenige zum König gewählt, der von der Seeseite her als erster den Kreidefelsen erklommen hat und sich oben auf einen Stuhl setzte.

Wandern im Weltnaturerbe

Die Szenerie bekommt jedenfalls einen glatte 1+: sattgrüne Buchenwälder, dazu das Blau von Himmel und Meer und strahlendweiße Klippen. Wer heutzutage zum Gipfel-Plateau will, kann eine wunderschöne Wanderung von Saßnitz über den elf Kilometer langen Hochuferweg bis Lohme wählen. Oder nur drei Kilometer entfernt in Hagen parken. Vom Großparkplatz fährt ein Pendelbus zum Kreidefelsen. Noch besser: Von hier aus zu Fuß zum Nationalpark. Der gut ausgeschilderte Weg (3 Kilometer) führt vorbei an Mooren, mythischen Seen und wunderbar alten Bäumen. Übrigens: Etwas Ehrfurcht bitte im Wald. Hier, auf der Rügen-Halbinsel Jasmund, stehen keine 08/15-Bäume. 493 Hektar in Frieden gelassene und gemütlich vor sich hin wachsende Uralt-Buchen gehören seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Und die Kreideküste hat noch viel mehr Erdgeschichte auf dem Buckel: 70 Millionen Jahre. Sie entstand - Überraschung - in der Kreidezeit und besteht aus "Rügener Schreibkreide", einem extrem porösen Kalkstein. Deshalb verändert sich ihre Gestalt ständig. Immer wieder rutschen Teile ins Meer. Um Sicherheit und den Felsen einen besonderen Naturschutz zu gewährleisten, wird ein Eintrittsgeld verlangt.

Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, Stubbenkammer 2, 18546 Saßnitz

Ostern bis 31. 10. täglich 9.00 - 19.00, 1. 11. bis Ostern täglich 10.00 - 17.00

Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene 9,50 Euro, Kinder 6 - 14 Jahre 4,50 Euro

Warnschilder an Strand und Steilküste unbedingt beachten.

Foto: Pixabay

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