Kloster Teplá

Teplá in Westböhmen, eine Viertelstunde vom weltberühmten Marienbad entfernt, ist alles andere als ein Urlaubsziel. Kein Strand, keine Berge, keine Cocktailbars mit Happy Hour. Ein Auto nehmen Sie hier noch wahr, weil so selten eines fährt. In Teplá ist ein Stück Welt stehengeblieben. Sanfte Hügel sind hier, Wiesen, Wälder, Fischteiche. Und mittendrin das über 800 Jahre alte Kloster.

Die Stiftskirche des seligen Klostergründers Hroznata ist romanisch, gotisch und barock zugleich. Die Klosterkirche Mariä-Verkündigung wurde am Ende des 12. und am Anfang des 13. Jahrhunderts als eine romanisch gotische 65,25 Meter lange und 15,6 Meter hohe Hallenkirche erbaut. Am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche im Barockstil umgebaut, dieser Umbau betraf hauptsächlich das Innere der Kirche.

Die prachtvolle Bibliothek zählt über 100.000 Bände, davon 700 Handschriften und 540 Wiegendrucke. Zu den Schätzen gehört der "Codex Teplensis", die erste Übersetzung des Neuen Testamentes in die deutsche Sprache, entstanden vor dem Jahr 1400. Anrührend der Kreuzweg im herrlichen Park.

Gegründet wurde das Stift 1193 vom seligen Hroznata als Prämonstratenserkloster. Unter seinem ersten Abt Johann wurde 1232 die Klosterkirche, im Beisein des böhmischen Königs, durch den Bischof von Prag eingeweiht. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Stift zu einem Mittelpunkt von Kunst und Wissenschaft, die Bibliothek wurde vergrößert sowie eine Sammlung von Mineralien und ein physikalisches Kabinett angelegt. Der spätere Abt Chrysostomus Pfrogner baute das erste Badehaus bei den Quellen von Marienbad, dessen Aufstieg zum Weltbad unter Abt Karl Reitenberger im Jahre 1812 bis 1827 erfolgte.

1950 wurde das Stift, wie alle Klöster der Tschechoslowakei, aufgehoben. Es diente als Kaserne, während die Bibliothek öffentliche Kreisbibliothek wurde. Erst 1990 erhielten die Prämonstratenser das Kloster wieder zurück, allerdings in einem Zustand der Verwüstung. Zurzeit hat das Stift Teplá 17 Mitglieder, sie bemühen sich um den Wiederaufbau des Stiftes und die Erneuerung der geistlichen und kulturellen Tradition des Klosters.

Anfahrt, Restaurant

Lage: In Westböhmen, nur 25 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, 15 Kilometer östlich vom Kurort Marienbad. Das Kloster Teplá ist ausgeschildert, es liegt etwa 2 Kilometer entfernt vom Ort Teplá.
Restaurant: Das Klosterrestaurant ist täglich geöffnet und bietet eine reichhaltige böhmische Karte

Besichtigungen, Messen

Nebensaison: Febr. - April und Okt. - Dez. Mo. - Sa. 9.00 - 15.30, So. 11.00 - 15.30
Saison: Mai - Sept. Mo. - Sa. 9.00 - 17.00, So. 11.00 - 17.00
Eintritt: 45minütige Besichtigung, Erwachsene 100 CZK (4,- Euro), ermäßigt 70 CZK (2,80 Euro)

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