Kaiserburg

Wo Kaiser, Rittersleut und Burgfräulein wohnten

Der Weg bis oben ist ganz schön steil, aber ein Besuch in Nürnberg ohne die Kaiserburg? Undenkbar. Eigentlich sind es sogar zwei Burgen: Die Burggrafenburg und die Kaiserburg. Erste Bauten stammen aus dem Jahr 1050, die deutschen Kaiser residierten hier gern - bis sie die Pest nach Worms trieb. 1945 lag die Burg in Trümmern, heute können Sie sie in ihrer alten Pracht besichtigen.

Im Norden Nürnbergs über der Sebalder Altstadt thront das Wahrzeichen der Stadt Nürnberg. Das Auto müssen Sie aber stehen lassen und sich dem gewaltigen Bau zu Fuß nähern (Bus und Tram fahren bis in die Nähe). Entlang der Burgstraße vorbei am Rathaus nimmt er irgendwann das gesamte Sichtfeld ein. Durch das sogenannte Himmelstor geht es in den Vorhof. In dem adretten eckigen Haus, das Sie dort sehen, steht ein Brunnen. Rein geht es nur mit Führung. Zehn Jahre grub man diesen Brunnen durch den Felsen und baute schließlich ein Haus darüber, damit Feinde die Wasserquelle nicht als solche erkannten. 40 Meter tief ist das Schmuckstück mittelalterlicher Ingenieurstechnik. Wie tief das wirklich ist? Das wird Ihnen ein Guide eindrücklich vorführen - da wird's einem schwindelig, obwohl der Aufstieg in die Höhe noch bevor steht.

Burgbewohner des 21. Jahrhunderts

Vom Sinwellturm haben Sie den besten Rundumblick auf die Burg und die Stadt - besonders schön zur Adventszeit, wenn die Burg bis zum Abend geöffnet hat. Dann funkelt und glitzert Nürnberg im weihnachtlichen Lichtermeer. Wer sich an der schönen Aussicht nicht satt sehen kann, geht zur Freiung, die ungehinderte Sicht auf die Altstadt bietet. Der nahe Heidenturm an der Doppelkapelle ist Heimat für seltene Wanderfalken, die man zur Brutzeit per Webcam beobachten kann. Um so eine tolle Wohnung in 1A-Lage kann man die Federtiere nur beneiden. Und nicht nur die: in der ehemaligen Kaiserstallung ist eine Jugendherberge untergebracht - ganz modern renoviert in historischen Mauern.

Kaiserliches WLAN

Alle Gebäude lassen sich aus dem Burghof von außen besichtigen. Wer die Burg betreten will, löst eine Eintrittskarte und kann damit auch den Palas mit großem Rittersaal und das Kaiserburg-Museum besuchen. Um den üppigen Burggarten oder den gepflegten Maria Sibylla Merian-Garten zu genießen, ist kein Ticket nötig. Bei Sonnenuntergang gibt's die romantische Stimmung sogar gratis obendrauf. Sie wollen die Burg mal in einem anderen Licht sehen? Kommen Sie im Mai vorbei, dann ist das Nürnberger Wahrzeichen Projektionsfläche für eine spektakuläre Lichtershow anlässlich der Kunst-Großaktion "Blaue Stunde". Übrigens: Auf der Freiung und im äußeren Burghof empfangen Sie kostenloses WLAN - hätte es beim Kaiser damals auch gegeben. Schließlich war der auch den neuesten Luxus gewöhnt.

Kaiserburg Nürnberg
April bis September täglich 9.00 - 18.00
Oktober bis März täglich 10.00 - 16.00
1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember geschlossen

Burggarten
April - Oktober frühestens ab 8.00 bis zum Einbruch der Dunkelheit (maximal bis 20.00), November - März geschlossen

Maria Sibylla Merian-Garten
So. /Mo., April - September 14.00 - 18.00, Oktober 14.00 - 16.00, November - März geschlossen

Ticket
Kaiserburg Erwachsene 7,- Euro, Kinder/Jugendl. 0 - 18 Jahre gratis
Burggarten und Maria Sibylla Merian-Garten gratis

Foto: CTZ Nürnberg, Herbert Liedel

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