Jan-Becher-Museum

Museum in Karlsbad ehrt legendäre Schnapsidee

Mitten im historischen Kern von Karlsbad ehrt ein Museum den berühmten tschechischen Kräuterlikör Becherovka – scherzhaft die 14. Heilquelle des Kurortes genannt. Dort, wo sich die erste Fabrik zur Herstellung des Bitterlikörs befand, informiert heute das Jan-Becher-Museum über die 200-jährige Geschichte des Trunks.

Im Jahr 1807 startete der Apotheker und Kaufmann Josef Vitus Becher nach vielem Experimentieren erstmals die Produktion seines Likörs. Die geheime Kräuter-Gewürz-Alkohol-Rezeptur gab er an seinen Sohn Johann (Jan) Becher weiter. Das feucht-bittere Erbe musste natürlich fortleben - und eroberte als Karlsbader Export-Schlager die Gaumen der Welt.

Museum für bittere Medizin

Der Duft nach Kräutern, Alkohol und modrigem Holz umweht noch immer die ehemaligen Produktionskeller mit ihren alten Fässern. Nicht nur das: Eine detailreiche Ausstellung zeigt den Weg von der Quelle des Karlsbader Wassers bis zur Zunge des Likör-Liebhabers. Redlich verdient ist die anschließende Kostprobe in der Museumsbar. Eine kleine Enttäuschung ist jedoch vorprogrammiert: Die streng geheime Becherovka-Rezeptur gibt auch das Jan-Becher-Museum nicht preis.

Eine Legende im Glas

Wie legendär der Kräuterlikör aus dem Hause Becher ist, lässt sich aus Anekdoten und Geschichten erahnen. Süßlich im Geschmack ist er, herb im Abgang. Becherovka wird im tschechischen Kurort Karlsbad frotzelnd als 14. Heilquelle angesehen. Tatsächlich vertrieb Josef Vitus Becher seinen so getauften "Becher-Bitter" zunächst als Magentropfen; ein Verdauungsschnaps mit etwa 40 Prozent. Erst Sohn Johann verpasste ihm die Bezeichnung Kräuterlikör. Die Karlsbader liebten ihn heiß und innig - und mittlerweile nicht nur sie. Auch wenn sich das Unternehmen heute in der Hand des französischen Spirituosenherstellers Pernod Ricard und nicht mehr der Familie befindet. Die letzte Becher-Erbin starb 2007. Sie versuchte nach dem zweiten Weltkrieg sogar einmal das Rezept zu vergraben, um die Rezeptur zu schützen. Zum Glück ohne Erfolg. Die Produktionsstätte liegt heute noch immer in Karlsbad. Schließlich ist gerade das Quellwasser wichtigster Bestandteil des Becherovkas.

Jan-Becher-Museum, T.G Masaryka 57, CZ-360 76 Karlovy Vary

täglich 9.00 - 17.00

Erwachsene 120 CZK (ca. 4,50 Euro), Kinder 30 CZK (ca. 1,10 Euro)

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