Holocaust-Gedenkstätte

Direkt neben dem Tiergarten ragen seit 2005 zahlreiche Betonpfeiler in die Luft. Es handelt sich um das vieldiskutierte Mahnmal zu Ehren der ermordeten Juden Europas. Der außergewöhnliche Entwurf zu diesem eindringlichen Stelefeld stammt vom international renommierten New Yorker Architekten Peter Eisenman. Es stellt eine radikale Auseinandersetzung mit dem herkömmlichen Begriff eines Denkmals dar und besteht aus 2.700 Betonpfeilern (Stelen), die in einem Raster angeordnet sind. Sie sind 0,95 Meter tief und 2,38 Meter breit, jedoch alle unterschiedlich hoch (teilweise bis zu 4,7 Meter). Die gesamte Anlage steht auf einem leicht unregelmäßig abgesenkten Gelände von 19.000 Quadratmetern, das von allen vier Seiten begangen werden kann. Die Besonderheit der Anlage ist ihre wellenförmige Gestalt, die von jedem Standort anders wahrgenommen wird.

"Ausmaß und Maßstab des Holocaust machen jeden Versuch, ihn mit traditionellen Mitteln zu repräsentieren, unweigerlich zu einem aussichtslosen Unterfangen. Unser Denkmal versucht, eine neue Idee der Erinnerung zu entwickeln, die sich deutlich von Nostalgie unterscheidet. Heute können wir die Vergangenheit nur durch eine Manifestation in der Gegenwart verstehen." (Peter Eisenman, 1998)

Für einen genaueren Zugang zu dieser Erinnerungsstätte wurde unter dem Denkmal ein Ort der Information geschaffen. Er stammt ebenfalls von Eisenman und bedient sich einer eigenständigen Formensprache. Der Besucher erhält auf ca. 800 Quadratmetern Präsentationsfläche in mehreren, teils mit Tageslicht beleuchteten Räumen, die notwendige Aufklärung sowohl über die zu ehrenden Opfer als auch die authentischen Stätten des Gedenkens.

Während oben eine abstrakte Form vorherrscht, sollen hier ergänzende Informationen vermittelt werden. Dies gilt vor allem den Opfern, den ermordeten Juden, weshalb durch möglichst viele Namen an sie erinnert wird. Umgesetzt wird diese Idee einer Personalisierung der Erinnerung durch die Darstellung exemplarischer Lebens- und Familiengeschichten. Dabei widmet sich die Ausstellung auch der Frage nach der Herkunft der zu ehrenden Opfer des Holocaust. Gleichzeitig wird versucht, die Ausdehnung des Mordens auf ganz Europa zu dokumentieren.

Lage, Anfahrt

Auf dem Potsdamer Platz, S-und U-Bahnhof "Potsdamer Platz", Linien U 2, S 1, S 25

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Stelenfeld: täglich 24 Stunden
Ort der Information:

April bis September Di. - So. 10.00 - 20.00 (letzter Einlass 19.15)

Oktober bis März Di. - So. 10.00 - 19.00 (letzter Einlass 18.15)

24./25./26. Dezember und 1. Januar geschlossen, 31. Dezember ab 16.00 geschlossen

Eintritt: frei

Fotos: visitBerlin, Philip Koschel, Wolfgang Scholvien

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