Höhle von Postojna

Unterirdische Prachtwelt: die Höhlen von Postojna

Sie ist die größte Schauhöhle Europas, die zweitgrößte der Welt. Unglaubliche Hallenschlünde, unzählbar viele Stalaktiten (hängen herunter) und Stalagmiten (wachsen empor). Der Andrang ist gigantisch. 37 Millionen Besucher kamen in den letzten 200 Jahren in Postojnas Unterwelt. Darunter viel Prominenz. Der Hausherr allerdings hat keinen einzigen gesehen - er ist blind.

Franz I. von Österreich war 1816 der erste Besucher. Danach folgten zahlreiche Könige und Kaiser. Für Kaiserin Sissi wurde sogar eine samtene Trage angefertigt. Spätere Filmcrews konnten elektrisches Licht und Höhlenbahn nutzen: Postojna war Kulisse für "Winnetou 2" und das "Nibelungenlied". Heute ist der faszinierende Komplex von Gängen, Galerien und Hallen so populär, dass ca. 600.000 Besucher jährlich herbeiströmen. Sloweniens Superstar.

115 Meter unter der Erde

Entdeckt wurde das mehr als 20 Kilometer lange Höhlensystem 1818 vom Einheimischen Luka Cec. Für Touristen sind auf der Standard-Strecke fünf Kilometer offen (es gibt jedoch noch weitere, abenteuerlichere Angebote). Zuerst fährt man im gelben Höhlen-Zug, anschließend folgt eine ausgedehnte Führung zu Fuß. Diese legt noch ein ordentliches Schippchen auf alles je unter Tage Gesehene. Der Rundweg von 1,5 Kilometern führt entlang wundersamer Tropfsteine in verschiedenen Farben, Formen und Größen. Jeder Gang, jede Galerie sieht anders aus. Und dann ist da der "Brillant", ein 5 Meter großer Stalagmit - neben dem Grottenolm das Symbol der Karsthöhle.

Der blinde Hausherr

Den Grottenolm zu erblicken bedarf es allerdings einigen Glücks. Blass ist er, blind dazu. Der Schwanzlurch kann über hundert Jahre alt werden, über seine Fortpflanzung ist so gut wie nichts bekannt. Bei den Führungen lässt er sich eher selten blicken, deshalb gibt es einige Exemplare dieser Lurchart nebenan im Vivarium der Proteus-Höhle zu sehen. Er soll übrigens mit den Drachen verwandt sein. Kein Wunder, dass Sigfried hier vorbeikam.

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