Haselnüsse für Aschenbrödel

Immer in der kalten Jahreszeit verwandelt sich Schloss Moritzburg in die zauberhafte Märchenkulisse des deutsch-tschechischen Films "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" von 1973. Eine Sonderausstellung zeigt neben den Kostümen und Bildern aus dem Film und vom Set auch viele interessante Hintergründe. Etwa, dass die Musik von der "goldenen Stimme aus Prag", Karel Gott, intoniert wurde - allerdings nur in der tschechischen Fassung. 2016 haben über 600.000 Besucher diese und andere Geheimnisse entdeckt. Kulissen, Fotos, Anekdoten zaubern dem Besucher ein Lächeln auf die Lippen, wenn er sich an die ein oder andere Szene aus dem Film erinnert. An das "Hünchen ohne Federn" etwa, die Eule oder die einmalige Art und Weise, wie das Aschenbrödel an die Zaubernüsse kam.

Filmfreunde und Fans des Märchens wissen längst, was es mit diesen auf sich hat. Für sie ist auch das Lösen des Rätsels kein Problem: »Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht.« Dies gilt es, für den jungen Prinzen zu lösen, bevor er seine auserwählte Braut in die Arme schließen kann. Frei nach dem Märchen Aschenputtel erzählt Drehbuchautor František Pavlícek die Geschichte des verwaisten Mädchens, das mit ihrer Stiefmutter und deren Tochter Dora auf einem großen Gutshof lebt.

Aschenbrödel, gespielt von der erst zwanzigjährigen Libuše Šafránková, ist in diesem Märchen eine sehr eigensinnige, unternehmungslustige junge Frau. Wie praktisch, dass die Schauspielerin perfekt reiten kann: Hinter dem Rücken ihrer bösen Stiefmutter macht Aschenbrödel mit ihrem Pferd Nicolaus Ausflüge durch den winterlich verschneiten Wald, wo sie den Prinzen auf der Jagd trifft. Mit ihren kecken Sprüchen und ihren Schießkünsten beeindruckt sie ihn. Spätestens aber auf dem Ball, wo er sich eine Braut aussuchen soll, ist es um ihn geschehen. Kein Wunder - in dem rosafarbenen, silbergewirkten Ballkleid ist die zierliche Fremde, die ihr Gesicht hinter einem Schleier verbirgt, eindeutig die Schönste von allen. Doch ehe er sie zum Altar führen kann, muss er noch seinen Vater, den König, überzeugen. Glücklicherweise übernimmt dies seine Mutter und redet ihrem Gemahl, gespielt vom unnachahmlichen Rolf Hoppe, gut zu. Der Prinz hat ohnehin anderes zu tun, denn seine eigenwillige Braut muss nach ihrer überstürzten Flucht erst einmal eingefangen werden. Besser gesagt: wiedergefunden. Nur ihr Schuh bleibt ihm als Anhaltspunkt... Der Rest ist längst Filmgeschichte.

Bei so vielen Informationen und traumhaften Ausstellungsräumen wird es Zeit für eine Pause. Im Schlosscafé darf sich jeder wie einst die hochwohlgeborenen Gäste der Königsfamilie ein Stück Kuchen schmecken lassen. Und für die Kleinen gibt es bestimmt auch das ein oder andere hübsche Souvenir im Museumsshop, vom Holzschwert bis zum Krönchen. Alle Prinzessinnen, die damit schon ausgestattet sind, dürfen auf der Treppe zum Schloss im Bronzeguss des Schuhs testen, ob sie das Aschenbrödel sind.

Eintritt, Öffnungszeiten

Geöffnet: 17. 11. 2018 - 3. 3. 2019 Di. - So. 10.00 - 17.00, letzter Einlass 16.00
Eintritt: Erwachsene 8,- Euro, Kinder 6 - 16 Jahre 1,- Euro, Kinder bis 5 Jahre gratis

Foto: Schlösserland Sachsen, Claudia Hübschmann

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