HafenCity

Selfie mit Elphi: Hamburgs gigantisches Hafenviertel

Als 2001 die ersten Bagger im Hafengelände hinter der berühmten Speicherstadt rumorten, ahnte kaum jemand, welch gigantisches Projekt hier gestartet wurde: Hamburg lässt an der Elbe einen ganz neuen Stadtteil wachsen - komplett mit Uni und U-Bahn, Kneipen und Kitas. Das Jahrhundertprojekt ist von der Innenstadt zu Fuß erreichbar.

Wer zum ersten Mal die HafenCity betritt, fühlt sich, als sei er in der Computeranimation eines Architekten gelandet. Alles ist neu, alles ist schick, mit ganz viel Glas und Stahl und Wasser. Südlich der Innenstadt spielt sich das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt Europas ab.

Geisterstadt aus Beton ist zum Leben erwacht

Die Gebäude stehen auf drei ehemaligen Elbinseln, die früher zum Freihafen gehörten. Kanäle ziehen sich an den Häuserzeilen entlang, machen die HafenCity zu einem futuristischen Minivenedig. Prominentestes Gebäude: "Elphi", die Elbphilharmonie. Statt 77 Millionen Euro kostete das Konzerthaus am Ende 789 Millionen, die Eröffnung wurde von 2010 auf 2017 verschoben. Aber gut sieht sie aus, die riesige Glitzerwelle mit 2.200 Scheiben. Ausländische Gäste wählten sie schon ein halbes Jahr später in die Top 100 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands (Platz 51). Wer kein Konzertticket hat, kommt trotzdem rein - auf die Plaza-Plattform. Dort lässt sich auf 37 Metern der Ausblick auf Stadt und Hafen genießen, wer mag, mit Kaffee und Gebäck.

Teures Pflaster für Immobilienkäufer

Die harten Fakten: Der neue Stadtteil ist 240 Hektar groß und hat 10,5 Kilometer Kaipromenaden. Mehr als 3.200 Einwohner hat das Viertel inzwischen - hinter jeder fünften Wohnungstür leben Kinder. Miete? Ungefähr 12 bis 18 Euro pro Quadratmeter. Wer also ein Luxus-Penthouse mit Elbblick kaufen möchte, ist schon mal mit über 10.000 Euro dabei. Pro Quadratmeter, versteht sich. Aber nur schauen ist Gott sei Dank kostenfrei. Durch "Europas größtes innerstädtisches Stadtentwicklungsprojekt" schlendern, staunen, wie die Brücke an der Elbphilharmonie geöffnet wird oder wie ein Kreuzfahrtriese am Chicagokai festmacht - das hat was. Fotogen ist das Viertel jedenfalls - an Selfie-Motiven herrscht keine Not. Dann ganz tief die steife Brise einatmen und spüren: Hamburch, du Tor zur Welt, bist immer für eine Überraschung gut.

Aussichtsplattform Plaza, Platz der Deutschen Einheit, 20457 Hamburg

täglich 9.00 - 24.00

Da die Kapazität begrenzt ist, wird der Besuch über Plaza-Tickets geregelt. Kostenlose Tickets für einen Plaza-Besuch am selben Tag: erhältlich am Plaza-Ticket-Automaten im Elbphilharmonie Besucherzentrum und im Eingangsbereich der Elbphilharmonie (nach Verfügbarkeit)

Vorbuchung mit mehr als einem Tag Vorlauf: online und im Elbphilharmonie Besucherzentrum für eine Buchungsgebühr von 2,- Euro pro Ticket. Kinder unter drei Jahren brauchen kein Plaza-Ticket.

Besucherzentrum, Am Kaiserkai 62 (gegenüber der Elbphilharmonie), 9.00 - 20.00

Foto: Mediaserver Hamburg, Roberto Kai Hegeler

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