Hafenanlagen

Die Logistikdrehscheibe des ganzen Ruhrgebiets

Sie sind die Lebensadern des Reviers: die Duisburg-Ruhrorter Hafenanlagen. Riesengroß, wuselig und voller kleiner und großer Geschichten, die es sich lohnt, kennenzulernen. Der Hafen wurde aus der Not geboren und ist in 300 Jahren zum modernen Duisport gereift.

Keimzelle des Duisburger Hafens war nicht die Großstadt, sondern der heutige Stadtteil Ruhrort. Hier entstand 1712 die erste moderne Schiffswerft, doch es fehlte ein geeigneter Umschlagplatz. 1716 begannen die Ruhrorter, den Hafen zu bauen. Daraus entwickelte sich der größte Binnenhafen der Welt. 113 Tonnen Güter werden heute hier von Seeschiffen auf Binnenschiffe umgeschlagen. Zehn Quadratkilometer Fläche nehmen Molen, Umschlagufer, Gleisanschlüsse, Lagerfläche ein. 250 Firmen, 36.000 Arbeitsplätze - die Hafenanlagen sind Dreh- und Angelpunkt der Region. Es lohnt, die gewaltige Anlage bei einer Hafenrundfahrt zu entdecken.

Zwei Fliegen, eine Klappe

Es wurden auch in Duisburg Hafenanlagen gebaut, aber durch eine Rheinverlagerung hatte die Stadt im 19. Jahrhundert keinen Anschluss mehr an den Fluss. Man wusste sich zu helfen: Der Rheinkanal wurde innerhalb von vier Jahren gebaut und so entstanden der Innen- und der Außenhafen in der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Hafenanlagen völlig verwüstet - entweder durch die Fliegerangriffe der Alliierten oder durch strategische Sprengungen. Der Aufbau war mühsam, kam aber mit dem Wirtschaftswunder wieder richtig im Schwung.

Doch es gab weitere Herausforderungen: Weil der Rhein sich immer tiefer in sein Bett gräbt, sinkt der Wasserpegel jedes Jahr. Die Duisburger bewiesen ihre Cleverness gepaart mit praktischen Denken. Um der Verlandung entgegen zu wirken, bediente man sich einer Spezialität der Gegend, dem Bergbau. In 600 Metern Tiefe unter dem Hafen wurde die dort vorhandene Kohle abgebaut - der Hafen sank so gezielt ab. Problem gelöst.

Ruhrort in Flammen

Heute nennen sich die Hafenanlagen "Duisport" und sind ein moderner Logistikplatz mit Container-Terminals und Roll-on/Roll-off-Anlagen. Es ist eine kleine Stadt mit zwei Kirchenbooten (eines katholisch, eines evangelisch) und einem Schulschiff (für Binnenschiffer, nicht Kinder). Auch Schimanski-Tatorte wurde hier gedreht. Aber der Duisport ist auch ein Ort für Veranstaltungen: Im Sommer werden entlang der Hafenpromenade Kulturveranstaltungen organisiert und die Ruhrorter feiern ihr Hafenfest mit einem beeindruckenden Höhenfeuerwerk. Selbst ohne Veranstaltungen ist der Duisport ein interessantes, lebendiges Industriedenkmal und unerwartet spannend zu entdecken.

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