Gradara

Gradara liegt nur eine kurze Busfahrt entfernt von den Badeorten der Adriaküste und kann deshalb mit San Marino konkurrieren, wenn es um das Lieblingsausflugsziel der Touristen geht. Die imposante Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert, die die ganze Stadt umgibt, ist eine der besterhaltensten der Marken. Mit ihren zahlreichen Zinnen und Türmchen ist sie eines der schönsten Wahrzeichen der Adriaküste.

Die Burg, die die Stadt überragt, gehörte der Familie Malatesta. Im Jahre 1150 erbaut, wurde die Burg Gradara durch die tragische Liebesgeschichte von Paolo und Francesca berühmt. Hier soll, so sagt die Tradition, im Jahre 1289 der Doppelmord verübt worden sein an Francesca von Rimini und ihrem Geliebten Paolo. Dante machte dieses Verbrechen durch seine Dichtungen unsterblich.

Francesca war die Tochter von Giovanni da Polenta, Herrscher von Ravenna. Gianciotto, ein mutiger, aber potthäßlicher Soldat, erlangte von ihrem Vater das Einverständnis, sie zu heiraten. Da er fürchtete, Francesca würde ihn wegen seiner Häßlichkeit ablehnen, überredete er seinen gut aussehenden Bruder Paolo, sich als Gianciotto auszugeben und um sie zu werben. Als der Hochzeitsvertrag unterzeichnet war, schlüpfte auf einmal der echte Gianciotto, der Häßliche, ins Ehebett, zum verständlichen Entsetzen der jungen Braut. Das Tragische aber war, Francesca und Paolo hatten sich wirklich ineinander verliebt. Als Gianciotto entdeckte, daß sein Bruder ihn betrog, brachte er die beiden Liebenden um. Dante machte sie unsterblich im 5. Gesang des "Inferno".

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