Frans-Hals-Museum

Das Goldene Zeitalter der Niederlande hautnah

Viele Augenpaare verfolgen die Besucher im Frans-Hals-Museum in Haarlem. Denn: Der Mann war ein begnadeter Porträtmaler. Doch nicht nur er. Auch Werke anderer Haarlemer Künstler des 16. /17. Jahrhunderts versammeln sich in dem wunderbar erhaltenen Altmännerhaus.

Menschen schauen so eindringlich zu den Besuchern, als würden sie am liebsten zu ihnen hinabsteigen. Lebendige Augen, anmutige Bewegungen. Versammlungen, so detailgetreu gemalt, als wären sie Fotos. Kampfszenen. Ein Festschmaus. Die Liste zu bewundernder Gemälde ist lang. Kein Wunder, war doch das Goldene Zeitalter der Niederlande im 17. Jahrhundert eine kulturelle Blütezeit, die noch immer auf ihresgleichen wartet.

Das Hals Phänomen

Frans Hals gilt zu Recht als bedeutendster Maler des Goldenen Zeitalters. Kein anderer malte Porträts so lebendig wie er. Kein anderer schaffte es, Malerei so viel Bewegung zu verleihen. Reiche Haarlemer buchten ihn, um ihre Porträts zu zeichnen. Für den freien Markt widmete er sich eigenen Freuden: Er malte den Dorfidioten, Betrunkene, lachende Fischer, Kinder die Flöte spielen. Und rauchende Kinder. Nichts entging ihm.

Farben verteilte er virtuos über die Leinwand. Selbst Van Gogh bewunderte den Kollegen und sagte über ihn: "Frans Hals muss 27 Schwarztöne gehabt haben." Das nach ihm benannte Museum zeigt, was Hals konnte. Aber auch, wer er war: ein intimes Porträt eines großen Künstlers.

Tête-à-têtes

Schauspiel im Museum - das gibt es nur bei Frans Hals. Wann? Jeden Sonntag um 13.00. Wie, was, warum? Im Auftrag des Museums schuf der Künstler Than Husseim Clark drei Skulpturen, die auch als Sitze fungieren - inspiriert von den sogenannten Liebessitzen, ‘tête-à-têtes', aus dem 19. Jahrhundert. Jeden Sonntag dient ein anderer Sitz als Gast für Schauspieler, die für die Museumsbesucher Theater spielen. Es geht immer um den Wunsch, der Liebe zu entrinnen - sei es einer unglücklichen Beziehung oder der Liebe zu materiellen Dingen. Denn das Gefühl kannten nicht nur die Haarlemer des 17. Jahrhunderts.

Frans-Hals-Museum, Groot Heiligland 62, 2011 ES Haarlem, Niederlande

Di. - Sa. 11.00 - 17.00, So./ Fei. 12.00 - 17.00

Erwachsene 23,- Euro (inklusive Aufpreis von 8 für Ausstellung), Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre gratis

Museumskarte/ICOM/Amsterdam Card 8,00 Euro (Holland-Pass auch akzeptiert)

Kombitickets Frans-Hals-Museum & Teylers Museum: 37,- Euro für beide, 48 Stunden gültig

Fotos: NBTC

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