Festungen und Kasematten

Zur Verteidigung dienten drei Festungsgürtel: Der innere Gürtel bestand aus Bastionen, der zweite aus 15 Forts und der dritte aus 9 Außenforts, die alle in den Felsen gesprengt waren. Die ersten Kasematten entstanden im Jahre 1644 zur Zeit der spanischen Fremdherrschaft. Der eigentliche Ausbau der Kasematten erfolgte 40 Jahre später durch den französischen Militäringenieur und Festungsbauer Vauban, im 18. Jahrhundert wurden sie durch die Österreicher weiter ausgebaut.

Die Befestigungsgänge waren auf verschiedenen Ebenen angelegt. Sie erstreckten sich auf einer Länge von 23 Kilometern und reichten bis 40 Meter in die Tiefe hinab. Insgesamt hatten die Befestigungsanlagen eine Ausdehnung von 180 Hektar, während die Stadt mit ihren Unterstädten nur etwa 120 Hektar einnahm. Über 40.000 Quadratmeter bombensicherer Räume waren ebenfalls in den Felsen der Stadt gesprengt. Sie umfassten nicht nur Aufenthalts- und Verteidigungsräume für Tausende von Soldaten, sondern auch die Werkstätten des Zeughauses (Arsenals), Küchen, Bäckereien, Schlachthaus usw.

Als Folge des Londoner Vertrages vom 11. Mai 1867 zwischen den Großmächten wurde die Festung geschleift. Nach der Schleifung im selben Jahr blieben 17 Kilometer der Kasematten erhalten. Seit 1933 können die Bock-Kasematten und Petruss-Kasematten von Besuchern besichtigt werden; im Zweiten Weltkrieg dienten sie auch als Luftschutzbunker. Die archäologische Krypta, didaktisches Vorzimmer der Bock-Kasematten, beherbergt die Ursprünge der Stadt Luxemburg. Neben den Konstruktionen der Burg der ersten Grafen von Luxemburg werden, dank moderner Techniken, Überreste der Festung erhalten, geschützt und wieder zur Geltung gebracht.

Von der gesamten Festung ist heute nur noch ein Zehntel sichtbar. Dennoch genießen die einzigartigen Festungsbollwerke weltweites Renommée und wurden ebenso wie die nicht minder geschichtsträchtige Altstadt im Jahr 1994 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Reisepakete werden geladen