documenta

Kunst, Skandal und Socke - die documenta provoziert

Mit den 860.000 Besuchern der documenta kann nur noch die Biennale in Venedig mithalten. Alle fünf Jahre versammeln sich im hessischen Kassel Künstler, Kritiker und Kunstinteressierte. Das "Museum der 100 Tage" ist dabei immer wieder für Aufreger, Skandale und kuriose Aktionen gut. Wetten, dass es 2017 bei der documenta 14 auch nicht ruhig zugeht?

Kunstprofessor und Designer Arnold Bode initiierte die erste documenta, um Kunst zu zeigen, die in der NS-Zeit verboten war. Mittlerweile ist es die bedeutendste Reihe von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst weltweit und zieht viele ausländische Besucher an. Die documenta findet nicht nur in Museen statt, sondern auch als Installationen in der Stadt. In Kassel ist eine Eiche mit einer Steinstele nicht einfach nur Stadtbegrünung, sondern Teil des Projekts "7.000 Eichen" von Joseph Beuys. Unter dem Motto "Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung" protestierte der Skandal-Künstler 1982 mit Pflanzungen gegen die Eintönigkeit der Städte.

Freches Kunstwerk der Herzen

Das Verhältnis der Kasselaner zur documenta ist wechselhaft: Als sich die künstlerische Leiterin der documenta x Catherine David naserümpfend über einen Sockenladen in der Bahnhofsunterführung äußerte, wurde kurzerhand die "socumenta" ausgerufen. Emblem: Eine mit einem X durchgestrichene Socke, die dem documenta x Logo nicht nur zufällig ähnelte. Ganz Kassel amüsierte sich köstlich über die Aktion und David entschuldigte sich. Eines der beliebtesten Kunstwerke war eigentlich gar nicht Teil der Weltkunstausstellung. Die "Braut des Maurers", ein Steinblock mit Schlitz auf Hüfthöhe, brachte die Betrachter zum Schmunzeln und wurde Kunstwerk der Herzen.

Kaputte Kunst ist immer noch Kunst

Dass Kunst nicht langweilig ist, beweist die documenta immer wieder - manchmal unfreiwillig: 2007 stürzte die Holz-Installation "Template" bei einem Unwetter zusammen. Dem Künstler Ai Weiwei gefiel's so besser und er erhöhte gleich mal den Preis. Kunst bewegt, regt auf und ist manchmal einfach unterhaltsam - die documenta 14 wird garantiert für Wirbel sorgen.

documenta 14, Kassel

10. 6. - 17. 9. 2017, täglich 10.00 - 20.00, öffentliche Orte immer zugänglich

Tageskarte 22,-Euro, Kinder 0 - 10 Jahre frei

Foto: Angelos Giotopoulos

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