Die Residenz - München

Die Wittelsbacher Residenz im Herzen Münchens ist eine der größten Schlossanlagen Europas. Durch rege Bautätigkeit in fünf Jahrhunderten findet sich ein Stilmix aus Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus. Erst Ludwig I. versuchte dem Ganzen eine einheitliche Fassade zu geben, die noch heute die Außenfassade der Residenz ziert.

Die Residenz in der Münchner Innenstadt war als Stadtschloss Residenz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige.

Der Gebäudekomplex umfasst zehn Höfe und besteht aus 130 Räumen. Er gliedert sich in die drei Hauptkomplexe Königsbau (zum Max-Joseph-Platz hin), Alte Residenz (zur Residenzstraße hin) und Festsaalbau (zum Hofgarten hin). Stilistisch stellt die über Jahrhunderte gewachsene Residenz ein Gemisch aus Spätrenaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus dar. Vor dem Eingang zur Residenzstraße befinden sich am Portal vier bronzene Löwen, wobei die Berührung derer Nasen Glück bringen soll.

Den heutigen Umfang erreichte die Anlage unter König Ludwig I. mit dem von Leo von Klenze im Stil des Klassizismus nach dem Vorbild des Florentiner Palazzo Pitti und des Palazzo Rucellai errichteten Königsbau, dem eigenständigerem, ebenfalls im Renaissance Stil erbauten Festsaalbau und der Allerheiligen-Hofkirche, einer im byzantinischem Stil erbauten Basilika nach dem Vorbild der Palastkapelle von Palermo.

Um 1870 ließ Ludwig II., König von Bayern über dem Nordwestflügel des Saalbaus einen 70 x 17 Meter großen Wintergarten errichten. Eine neun Meter hohe Tonne aus Glas und Eisen überspannte den Garten mit exotischer Flora und Fauna, mit künstlichem See, Maurischem Kiosk, Fischerhütte und einem großen Panoramagemälde. Nach dem Tod Ludwigs II. baute man 1897 die aufwendige Konstruktion wieder ab. Einzig der Vorbau im Kaiserhof, der zur Abstützung gebaut war, blieb bis 1950 stehen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Residenz schwer zerstört und in den Jahrzehnten danach weitgehend rekonstruiert. Verloren sind allerdings insbesondere die Fresken der Allerheiligen-Hofkirche, die einst prunkvolle Ausstattung der Päpstlichen Zimmer sowie die klassizistischen Säle im Festsaalbau, insbesondere der Große Thronsaal, in den der Neue Herkulessaal als Ersatz für das ebenfalls zerstörte Odeon eingebaut wurde. Nach dem Krieg erfolgte auch noch der Bau des Neuen Residenztheaters an die Stelle des Cuvilliés-Theaters, das an anderer Stelle im weiter nördlich gelegenen Apothekenstock der Residenz wiedererrichtet wurde.

Neben den zahlreichen Prunksälen, den Wohnräumen Ludwigs I., den sogenannten Kaiserzimmern, sind besonders die Porzellankammern, die neben Exponaten aus ganz Europa auch eine bedeutende Sammlung aus Ostasien umfassen, und das Miniaturenkabinett mit 129 Miniaturgemälden hervorzuheben. Ferner gibt es noch eine Reliquienkammer und die Silberkammern.

Die Schatzkammer im Königsbau beherbergt Goldschmiedekunst vom frühen Mittelalter bis zum Klassizismus. Die Sammlung ist eine der kostbarsten der Welt und umfasst auch Arbeiten aus Bergkristall und Elfenbein, Cameen, Schmuck, Orden, Prunkschwerter und Tafelgeschirr. Weltbekannt sind unter anderem das Arnulfziborium, das Kreuzreliquiar Kaiser Heinrichs II., das Giselakreuz oder die gotische Krone einer englischen Königin. Zu den Höhepunkten der Sammlung zählen die Kroninsignien Kaiser Karls VII., die in Paris gefertigten bayerischen Kroninsignien und die Renaissancestatuette des Ritters St. Georg. Auch außereuropäische Schätze sind zu sehen, wie die in den Türkenkriegen erbeuteten Dolche.

Ebenfalls in der Residenz untergebracht sind die Staatliche Münzsammlung und die Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst.

Quelle: www.wikipedia.de

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