Die Kuckucksuhr

Wer sich mit der Geschichte der Schwarzwalduhr auskennt, für den ist die Tatsache, dass Franz Ketterer aus Schönwald die Kuckucksuhr "erfand", nichts Neues. An dieses Ereignis erinnert noch heute eine Tafel am Giebel der Werkstätte von Franz Ketterer. Das Häuschen gehört zum Hofgut Höfle, in dem heute noch seine Nachfahren wohnen.

Franz Ketterer gehörte wohl zu den Bauernsöhnen, die keinen Hof erbten, nicht ins Kloster wollten und deshalb nach einer alternativen Einkommensquelle suchen mussten, um ihre Familie zu ernähren. Und der Franz hatte immerhin neun Kinder, die versorgt werden wollten. Das Uhrenhandwerk war im 18. Jahrhundert eine gute Alternative im Schwarzwald. Den Rohstoff Holz gab es in rauen Mengen und die harten Winter verschafften genug Zeit zum Schnitzen.

Die Idee, die Stunden durch einen Vogel ausrufen zu lassen, hat sich Franz Ketterer womöglich in Straßburg abgeschaut. Dort wurden im Münster die vollen Stunden bereits seit 1352 durch einen Hahn kundgetan. Die Sage erzählt, dass man versuchte, den Ruf des Hahns zu imitieren. Aber das bleibt wie vieles andere auch nur Spekulation.

Ihre heutige Form verdankt die Schwarzwälder Zeitmaschine den Bahnhäusle-Uhren. Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm man ihre Form für die Kuckucksuhr und machte diese somit zum Verkaufshit.

Ein wunderbares Ausflugsziel und eine Spitzengelegenheit, selbst eine Original Kuckucksuhr zu erwerben, bietet die Hexenlochmühle. Sie ist die einzige noch funktionstüchtige, zweirädrige Mühle im Schwarzwald.

Als Kultobjekt ist die Kuckucksuhr ein gern gewähltes Motiv in Kunst und Mode. Dafür versucht man gekonnt die traditionellen Elemente mit moderner Farbgebung oder Gestaltungsmöglichkeiten du vereinen. Als prominentens Paradebeispiel ist hier Karl Lagerfeld zu nennen, der als Modezarr natürlich auch Kunstobjekte fördert wie die futuristische Kuckucksuhr von Stefan Strumbel.

(Fotos: Wikipedia, Stefan Strumbel, Deutsches Uhrenmuseum)

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