Die Kaiserbäder

Die Entwicklung der Seebäder auf Usedom ging vom damaligen Swinemünde aus. In diesem mit Abstand größten Ort der ehemals ungeteilten Insel wurde 1824 die erste Badesaison eröffnet. Zum Leidwesen der Heringsdorfer Akteure folgte ihr Ort erst ein Jahr später. Unter königlich preußischer Einflussnahme dominierte Swinemünde als mondänes Ostseebad die Entwicklung, erhielt finanzielle Zuwendungen des preußischen Königs und konnte bereits 1827 die Zahl von 2.200 Badegästen verzeichnen.

1851 erhielt Zinnowitz, ein Jahr später Ahlbeck die Genehmigung zur Aufnahme von Badegästen. Im Unterschied zu Swinemünde, welches für einen Kurbetrieb längst umfänglich ausgestattet war und Heringsdorf, das über eine Badeanstalt und drei Logierhäuser verfügen konnte, erfolgte der Besuch und die Unterbringung der Zinnowitzer und Ahlbecker Badegäste damals zu einfachsten Bedingungen. Die von der Gemeinde zu errichtenden Badeanstalten waren zunächst sehr provisorisch, die Gäste waren - aus heutiger Sicht wildromantisch - in den Häusern der Fischer untergebracht. Bansin nahm seinen Badebetrieb erst deutlich später im Jahr 1897 auf.

Seit jeher übten die drei Kaiserbäder eine magische Anziehungskraft auf berühmte Künstler aus: Die Brüder Mann, Maxim Gorki, Leo Tolstoi oder Johann Strauß flanierten vorbei an beeindruckenden Villen der Gründerzeit, atmeten würzige Seeluft und fühlten den Geist eines goldenen Zeitalters, den sie auch in ihren Werken festhielten.

In einem Brief an seine Frau Emilie schrieb Theodor Fontane 1863: "... man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut, Lungen mit einer stillen Wonne."

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