Der Rennsteig (Thüringen)

"Gut Runst" heißt es auf dem Thüringer Rennsteig

Der Rennsteig - ältester innerdeutscher Fernwanderweg. Er schlängelt sich auf 170 Kilometern und dem schmalen Rücken des Mittelgebirges durch die wunderschönen Thüringer Fichtenwälder. Ein paar tausend Verrückte rennen den Kammweg sogar beim alljährlichen "GutsMuths" Crosslauf. 2.500 "Ultra-Marathonis" wagen sich sogar an die 72,7 Kilometer-Strecke.

Bei Eisenach mit seinem UNESCO-Weltkulturerbe Wartburg ist Start oder Ziel des Rennsteigs. Je nachdem, wie herum man ihn begeht. Die meisten entscheiden sich für die klassische Sechs-Tage-Tour. In geraden Jahren von Süden nach Norden, in ungeraden entgegengesetzt. Auf einigen Etappen verläuft der Rennsteig durch das Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze und quert sie an sechs Stellen. Diese Gebiete waren über Jahrzehnte kaum zugänglich - deshalb ist gerade hier die Flora und Fauna so reichhaltig.

Rennen und "runsten"

Viele der jährlich über 100.000 Wanderer kommen regelmäßig wieder. Trotzdem ist der Rennsteig bis auf wenige Tage mit Großveranstaltungen, wie dem "GutsMuths Rennsteiglauf", wirklich nicht überfüllt. Dieser Kultlauf gilt als der vielleicht härteste Massen-Crosslauf Europas. Bis zu 15.000 Teilnehmer starten auf unterschiedlichen Marathondistanzen - und das seit 1973 jährlich.

Wichtig: Wer den Rennsteig bewandert, der macht eine "Runst". Dieser Begriff wurde von den Gründern des Rennsteigvereins vor über 100 Jahren erfunden, indem sie aus dem Verb "rennen" das Substantiv "Runst" bildeten. So wie "kennen" und "Kunst" - das fanden sie halt schicker so. Und deshalb wird heutzutage "gerunstet".

Rast mit Rostbratwurst

Wer so viel an der frischen Luft ist, der kriegt ordentlich Hunger. Da kommt die deftige, regionale Küche gerade recht und Gelegenheiten gibt‘s auch zur Genüge entlang des Weges. Das Nationalgericht, die leckere Thüringer Rostbratwurst, ist auf jeder Speisekarte zu finden. Weitere Spezialitäten sind Würzfleisch (eine Art Frikassee) mit Brot und die Thüringer Klöße zu einem Braten. Derart gestärkt kann die nächste Etappe in Angriff genommen werden. Trifft man sich unterwegs, dann wünscht der Wandersmann "Gut Runst".

Fotos: Oberhof Tourismus

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