Der Pfälzerwald

Pfälzerwald - vom Rebenmeer ins Felsenmeer

Der wunderschöne Pfälzerwald: Naturpark und UNESCO-Biosphärenreservat. Gespickt mit Burgen und herrlichen Buntsandsteinformationen, flankiert von der deutschen Weinstraße. Hier dauert die Wandersaison neun Monate, die Weinsaison noch länger. Zum Wohl, die Pfalz.

In der Pfalz beginnt die "Draußen-Zeit" schon im März/April, wenn die Mandelbäumchen entlang der Weinstraße in kräftigem Rosa erblühen. Nichts wie raus. Eine Wandertour und am Abend dann auf eines der Gassen-Weinfeste in einem Weindorf. Sollte es ein bisschen regnen, schreckt das hier niemanden ab - gewandert und gefeiert wird auch bei "Sauwedder". Denn: Der in Kaiserslautern geborene Fritz Walter führte 1954 als Kapitän die Nationalmannschaft im Berner Regen zum Sieg und wurde zur Legende. An nassen Tagen zuckt der Pfälzer von heute deshalb mit den Schultern, murmelt etwas von "Fritz-Walter-Wetter" und geht trotzdem raus.

Wandern im Wein-Wunderland

Ein Ausflug ins pfälzische Mittelgebirge beginnt oft so: Beim örtlichen Winzer wird Wegzehrung gekauft und los geht's durch die sonnigen Weinberge. Wo sich die letzten Rebenreihen lichten, führen unzählige Wanderwege in den Pfälzerwald. Sogar ein Teil des Jakobsweges verläuft hindurch. In den etwa 100 Schutzhütten gibt's die wohlverdiente Riesling-Schorle und dazu ein deftiges Essen: Saumagen-Brötchen, "Handkäs mit Musik" (in Zwiebeln, Wein, Essig und Öl eingelegter Sauermilchkäse mit Kümmel) oder "Weißer Käs" (frischer Quark mit Schnittlauch und Zwiebeln) mit Pellkartoffeln. Unbedingt ausprobiert werden sollte der "Schiefe Sack" - Sauerkraut, dazu eine Bratwurst, ein Leberknödel und etwas braune Soße mit Brot zum tunken. Im Herbst zur Weinlese werden "Zwiwwelkuche", Pilzpfannen mit Kastanien oder Elsässer Flammkuchen serviert.

Berühmter Buntsandstein

Was die Küche nicht geschafft hat (obwohl Herr Kohl sehr darum bemüht war), das schaffte der Pfälzer Buntsandstein: Exportschlager seit mehr als 2.000 Jahren. Sämtliche Burgen im Pfälzerwald und selbst der Speyerer Dom sind aus ihm erbaut oder in ihn hinein geschlagen. Die typisch rötliche Färbung macht ihn unverkennbar. Für Kletterer die Erfüllung ihrer Träume, für Eidechsen das schattenspendende Versteck. Wind und Wasser haben über Jahrmillionen bizarre Formationen geschaffen: Felstürme, Felsmauern, Torfelsen und Tischfelsen, sogar ein Felsenriff. Wer den Teufelstisch erblickt, der weiß sofort, warum er so heißt. Auf der Kalmit (672,6 Meter), dem höchsten Berg des Pfälzerwalds, gibt's sogar ein ganzes Felsenmeer zu entdecken. Und wenn es während der Wandertour doch einmal tröpfelt: Schultern zucken, etwas von Fritz Walter-Wetter murmeln und weiter …

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