Der Alte Fritz

Friedrich II. wurde am 24. Januar 1712 in Berlin, das damals zum Königreich Preußen gehörte, geboren. Als ältester überlebender Sohn des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. ging er als späterer König von Preußen (1740 König in Preußen, ab 1772 dann König von Preußen) in die Geschichte ein. Besser bekannt war und ist er jedoch unter dem Beinamen "der Große", den er seinem strategischen Geschick und zahlreichen Siegen als Feldherr verdankt.

Drei Schlesische Kriege führte Friedrich der Große gegen Österreich. Sein Erfolg im letzten dieser Kriege, dem Siebenjährigen Krieg, der von 1756 bis 1763 währte, sicherte ihm den Besitz Schlesiens und machte Preußen zur bedeutsamen Großmacht neben Frankreich, Großbritannien, Österreich und Russland. Friedrich ließ es sich nie nehmen, seine Truppen selbst in die Schlacht zu führen, und zog gemeinsam mit ihnen quer durch das Land - eine Einstellung, die zu damaliger Zeit keineswegs selbstverständlich war. Doch die anstrengenden Jahre auf vielen Feldzügen forderten ihren Tribut und ließen den König von Preußen vorzeitig altern. So erhielt er seinen späteren Beinamen "Alter Fritz".

Doch nicht nur als Feldherr leistete Friedrich II. Großes. Er gilt als Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus und verstand sich selbst als "Ersten Diener des Staates", der es als seine Verpflichtung ansah, für das Wohl der Allgemeinheit zu sorgen. So setzte er zunächst eine deutliche Einschränkung, später dann die Abschaffung der Folter durch und führte eine - wenn auch begrenzte - Pressefreiheit ein. Er gab sich tolerant und weltoffen, akzeptierte Einwanderer und sprach von einer Gleichheit der Religionen, von der er die Juden allerdings ausnahm. Auch die Einführung der Kartoffel als Grundnahrungsmittel geschah auf Befehl Friedrichs, der seine Beamten dazu aufforderte, allen Untertanen den Anbau "begreiflich" zu machen. Einzig mit der Aufhebung der Leibeigenschaft stieß er auf massiven Widerstand, eine Lockerung der Bedingungen konnte er dennoch nach und nach durchsetzen.

Der private Friedrich interessierte sich sehr für Musik und Kunst, spielte Querflöte und komponierte. Aus seiner Feder stammen auch die Skizzen für sein Potsdamer Schloss Sanssouci. Hier starb der große Preußenkönig am 17. August 1786 in seinem Sessel. Und obwohl er ausdrücklich in einer Gruft auf der Terrasse neben seinen Hunden beerdigt werden wollte, dauerte es noch über 200 Jahre, bis 1991 der letzte Wille des Königs erfüllt und sein Sarg in der Gruft von Schloss Sanssouci beigesetzt wurde. Seitdem markiert eine einfache Steinplatte sein Grab. Das bedeutendste Denkmal, das ihm zu Ehren gesetzt wurde, ist das Reiterstandbild "Unter den Linden" in Berlin.

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