Das Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet - aus der Luft betrachtet die wohl mächtigste Großstadt der Bundesrepublik und eine der größten Metropolen des europäischen Festlands. Von oben lassen sich eindeutige Grenzen zwischen den vier Kreisen und elf kreisfreien Städten auf diesen 4.435 Quadratkilometern mit seinen 5,3 Millionen Einwohnern nicht ausmachen. Lediglich vom Boden aus verraten die Ortsschilder, in welchem Teil der Region man sich gerade befindet.

Wie keine andere Region in Deutschland stand das "Revier" jahrzehntelang für Zechen und Hochöfen, Kumpel und Stahlkocher, Schweiß, Dreck, Staub und Maloche. Im Laufe der Jahre aber ist aus dem wenig wirtlichen Industriegebiet eine grüne Freizeit- und Kulturregion geworden, die auch touristisch mehr zu bieten hat als nur Fußball und Dosenbier.

Im Zuge der Rekultivierung von Industriebrachen sind neue Parklandschaften und Naherholungsgebiete entstanden. Die zahlreichen Garten- und Parkanlagen der Region sind in das European Garden Heritage Network eingebunden.

Auch in kultureller Hinsicht braucht sich das Ruhrgebiet nicht zu verstecken. Zahlreiche Technik- und Industriemuseen wie das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum, das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg, das Umspannwerk Recklinghausen, die Deutsche Arbeitsschutzausstellung in Dortmund und die dezentralen Museen Westfälisches Industriemuseum und Rheinisches Industriemuseum geben einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Region.

Vielfältig ist zudem die Theaterlandschaft. Zu den bekanntesten Schauspielbühnen gehören das Grillo-Theater in Essen und das Schauspielhaus Bochum. Auch das Musiktheater ist mit reicher Tradition im Ruhrgebiet vertreten, so das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, die Deutsche Oper am Rhein in Duisburg, das Aalto-Theater in Essen und das Dortmunder Opernhaus mit der angeschlossenen Kinderoper.

Die RuhrTriennale, die Ruhrfestspiele, die Extraschicht und ähnliche Großveranstaltungen zeugen von einer lebendigen Kulturszene. Nicht ohne Grund war schließlich die Bewerbung des Ruhrgebiets als "Europäische Kulturhauptstadt 2010" unter Führung der Stadt Essen erfolgreich.

Aber was ist eigentlich mit dem Bergbau? Den gibt es im Ruhrgebiet immer noch, vor allem in den nördlichen Randzonen. Allerdings gilt das Ruhrgebiet nach wie vor als eine strukturschwache Region. Zwischen 1980 und 2002 ging etwa die Hälfte der eine Million Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe verloren, während etwa 300.000 Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor geschaffen wurden. Die Gesamtarbeitslosenquote liegt bei etwa 13 Prozent und ist damit unter den regionalen Großräumen die höchste der westdeutschen Bundesländer.

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