Das Münster in Freiburg

Architektur

Der markante Turm des Münsters, von Kunsthistorikern einst als "Schönster Turm in der Christenheit" bezeichnet, ist 116 Meter hoch. Am Fuße des Turms ist der Bau fast quadratisch im Grundriss. Ungefähr auf der Mitte des Turmes wird dieser von der zwölfeckigen Sterngalerie umgeben. Oberhalb der Galerie setzt sich der Turm als Achteck fort. Der achteckige Teil geht über in die sog. Laterne, die auch begehbar ist. Auf dieser Höhe ist der Turm bereits vielfach durchbrochen; von dessen acht hohen Spitzbogenfenstern geben vier den Blick nach außen frei. Über der Laterne befindet sich der ebenfalls achteckige, filigrane und vielfach durchbrochene Turmhelm. Die Rippenbögen sind mit Krabben (gotische Bezeichnung für aus Stein gemeißeltes Laub) besetzt. Seine Ausdruckskraft gewinnt der Turm durch die architektonisch vollendeten, wie spielerischen Übergänge von der viereckigen über die zwölfeckige zur achteckigen Form in den Turmhelm bis zur Helmblume auf der höchsten Spitze.

Es ist der einzige derartige gotische Kirchenturm in Deutschland, der noch im Mittelalter vollendet wurde und seitdem fast wie ein Wunder die Zeit überdauert hat. Selbst den Bombenangriff im 2. Weltkrieg, der die Häuser in der nächsten Umgebung des Turmes zerstörte, überstand er unversehrt. Zur Zeit des Münsterbaus war Freiburg kein Bischofssitz; daher besitzt die Kirche im auffallenden Kontrast zu anderen gotischen Kathedralen nur einen Turm. Der Turm beherbergt 16 Glocken, die älteste ist die "Hosanna"-Glocke aus dem Jahr 1258, sie wiegt 3.290 Kilogramm und ist eine der ältesten erhaltenen in dieser Größe. Den Glockenklang der Hosanna kann man am Donnerstag nach dem Abendangelus, am Freitag um 11.00 Uhr (deshalb "Spätzleglocke") und an jedem Samstagabend hören.

Innenausstattung

Die bedeutendsten Stücke sind der Hochaltar von Hans Baldung Grien und ein Altar von Hans Holbein dem Jüngern in einer der Chorkapellen. Die Fenster wurden von den Handwerkszünften gestiftet, deren Symbole wie zum Beispiel Brezel, Stiefel usw. sich auf ihnen wiederfinden.

Im Chor befindet sich das vom Bildhauer J. Chr. Wentzinger entworfene Grabmal des habsburgischen Generals v. Roth. Frisch renoviert präsentiert sich seit November 2004 die gotische Portalhalle im Westturm in neuem Glanz. Bei der Renovierung und Säuberung der Figuren wurde bewusst der Zustand der vorangegangenen Renovierung aus den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wieder hergestellt, für die damals der Freiburger Glasmaler und Künstler Fritz Geiges verantwortlich war.

Die rechtliche Situation

In Bezug auf die rechtliche Situation ist das Freiburger Münster eine Besonderheit. Von Beginn an gehörte das Münster nicht der Kirche. Der Bau wurde von der Freiburger Bürgerschaft vorangetrieben. Im Mittelalter änderte sich die Lage in soweit, dass das Münster sozusagen "sich selbst" gehörte. Verwaltet wurde der Bau durch einen von der Stadt bestellten Münsterpfleger. In der Neuzeit wurde der Münsterbauverein gegründet, der auch rechtlich gesehen Eigentümer des Münsters ist.

Kurioses im Freiburger Münster

Wer mit offenen Augen durch das Freiburger Münster läuft, kann durchaus etwas über Physik lernen. Unterhalb des Glockenturms sind im Boden zwei Messingpunkte eingelassen. Deren größerer ist der Punkt, der sich, geometrisch gesehen, direkt senkrecht unterhalb der Turmspitze des Glockenturms befindet. Der kleinere Punkt ist der, an dem ein Gegenstand auftreffen würde, wenn man ihn direkt von der Spitze des Turmes fallen lassen würde. Die Diskrepanz (ca. 3,2 cm) zwischen dem geometrischen Punkt und dem Aufschlagspunkt entsteht durch die Erdrotation.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Kirche: Mo. - Sa. 10.00 - 17.00, So./Fei. 13.00 - 19.30
Turm: Mo. - Sa. 10.00 - 16.45, So./Fei. 13.00 - 17.00
Führung: täglich 14.00, Erwachsene 5,- Euro; Kinder 3.- Euro

Fotos: Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG/Schoenen, Raach

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