Caorle

Caorle ist ein kleiner malerischer Ferienort in der Provinz Venedig mit 11.000 Einwohnern. Wegen seiner kleinen Gassen, der vielen Glockentürme und den mit typisch venezianischen Farben gestrichenen Häusern wird das Hafenstädtchen auch "Klein-Venedig" genannt, obwohl durch sie keine Wasserstraßen führen wie durch die berühmte Lagunenstadt, die nur 70 Kilometer entfernt ist.

Caorles Wahrzeichen ist seine Kathedrale mit dem zylindrischen Glockenturm aus dem 11. Jahrhundert. Viel älter noch ist der Ort selbst, nämlich über 2000 Jahre. Er wurde gegenüber der Insel Caprulae (Insel der Ziegen) von Fischern und Hirten als Vorhafen für den landeinwärts befindlichen römischen Legionsstützpunkt "Iulia concordia" (heute Concordia Sagittaria) gegründet. Im 5. Jahrhundert war Caorle eine der größten Städte in Norditalien, Handelszentrum und wichtiger Hafen. Durch klimatische Veränderungen und Versandung des Hafens verlor Caorle jedoch seine Bedeutung. Ein Großteil des Caorleser Patriziats siedelte damals nach Venedig über. Aus dieser Zeit resultierten sehr gute Beziehungen zu der Seerepublik: Caorle war eine der wenigen venezianischen Städte, die von den Venezianern nicht gewaltsam unterworfen wurden.

1380 wurde Caorle von Truppen aus Genua geplündert und zerstört, weil es mit Venedig verbündet war. Seit dem 9. Jh. ist Caorle auch Bischofssitz. Heute sind der Tourismus am 15 Kilometer langen Sandstrand und die Fischerei die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für den Ort.

Im Süden Caorles schließt sich, nur durch den Fluss Livenza getrennt, den man stets mit einer Fähre passieren kann, der Badeort Porto Santa Margherita an.

Nur vier Kilometer von der jetzigen Stadtmitte entfernt wurden vor einigen Jahren auf dem umliegenden Land von Caorle Überreste von vorgeschichtlichen Ansiedlungen entdeckt. Es handelt sich um unterschiedlich großes Geschirr: Darunter wurden zahlreiche Scherben von Tassen und Töpfen aufgefunden, die aus der mittleren und späten Bronzezeit stammen und folglich zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert v. Chr. datierbar sind. Ein bedeutsames Bronzebeil aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. und ein Kamm aus Hirschgeweih, der etwa ein Jahrhundert "jünger” ist, sind die wichtigsten Fundstücke, die an diesem Ort, welcher noch immer von den Archäologen erforscht wird, entdeckt worden sind.

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