Burg Blomberg - Chronik

Eigentlich beginnt die Geschichte der Burg Blomberg mit einer Katastrophe. Schon rund 200 Jahre existiert ein befestigtes Schloss auf der Höhe der Stadt "Blumberg", als sich im Sommer 1447 die Fehde um das westfälische Soest zuspitzt und der Herzog Wilhelm zu Sachsen, zuhilfe gerufen vom Kölner Erzbischof, unter den widerspenstigen Kleinherrschern "tabula rasa" macht. Den pubertierenden Edelherrn Bernhard VII. schützen da auch nicht seine verwandtschaftlichen Beziehungen zu Erzbischof Dietrich; der Kölner Großonkel und sein sächsischer Vollstrecker kennen kein Nachsehen. Blomberg und das Schloss werden geplündert, angezündet und, so berichtet die Chronik, "zu Aschen verbrandt, daß gantz und gar nichts ist stehen geblieben". Die Blomberger schwören Rache - es bleibt freilich beim Schwur. Immerhin lässt man sich später gerne und vollständig reformieren.

Zunächst machen sich die Blomberger an den Neuaufbau der Stadt. Da, wo das Schloss gestanden hat, entsteht eine stark bewehrte Burg mit Wall und Graben, Ringmauer und Pforten, hinter denen es sich der siebte Bernhard für den Rest seines Lebens ziemlich wohl ergehen lässt. Bernhard pflegt seine Lendenkraft ebensogut wie seine Streitsucht, indem er sieben eheliche und einen ganzen Schwung uneheliche Kinder zeugt und benachbarte Ritter gerne in unnötige Händel verwickelt. Ablass ist ihm nach dieser ziemlich weltlich orientierten Vita gleichwohl gewiss - der Burgherr war fromm genug, um das Blomberger Kloster im seligen Winkel zu gründen, dessen Kirche bis heute erhalten ist.

Seit der Gründung Blombergs in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hat die Burg zwei wichtige Funktionen. Von hier aus lassen sich die Handelswege im Tal, die heutige Bundesstraße 1 und die Ostwestfalenstraße, schützen und kontrollieren, eine Dienstleistung, für die sich der jeweilige Burgherr den Wegezoll zahlen lässt. Überdies ist die Burg Verwaltungssitz für die umliegenden Dörfer des Amtes Blomberg, dessen Bauern neben dem Zehnten Heiz- und Baumaterial für die Herren heranzuschaffen haben. Ganz entgegen der erst sehr viel später ausgeprägten Zurückhaltung beim Umgang mit Geld verausgaben sich die Lipper nachhaltig beim Ausbau der Burg. Der junge Graf und Edle Simon VI. zur Lippe, ein Mann von Bildung, Geschmack und großen Ansprüchen, lässt sich 1567 den Nordflügel der Burg errichten. 1569 entsteht nach Plänen des berühmten Baumeisters Hermann Wulff der Ostflügel mit der schönen Utlucht (eine Art ebenerdiger Erker) - eines der bedeutendsten Zeugnisse der Weserrenaissance. Simon VI. hinterlässt neben einem riesigen Schuldenberg ein unseliges Testament, das die Aufteilung der Grafschaft auf seine drei Söhne vorsieht. Amt und Burg Blomberg gelangen zunächst in den Besitz der Nebenlinie Lippe-Brake, schließlich an die Herren von Schaumburg-Lippe.

Erst 1838, nach langem Rechtsstreit kann das lippische Stammland sein Amt Blomberg wieder zurückgewinnen, die Burg freilich bleibt in bückeburgischem Privatbesitz, bis die Stadt Blomberg 1962 den Komplex erwirbt. Inzwischen dem Landesverband Lippe übertragen, wird 1974 das Burghotel eröffnet. Die Hochedlen Herrschaften, die seitdem unter der Fahne der lippischen Rose residieren, das sind Sie, die Gäste der Burg Blomberg.

(Text: Clarion Collection Burghotel Blomberg)

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