Bad Arolsen

Bad Arolsen liegt am Nordrand des nordhessischen Mittelgebirgsraums, mitten im Waldecker Ferienland. Nächstgrößere Metropole ist das etwa 45 Kilometer entfernte Kassel. Namensgeber für die heutige Stadt Bad Arolsen war der 1131 gegründete ehemalige Augustiner-Stift Aroldessen.

Über die Landesgrenzen berühmt ist die Stadt dank der alljährlich im Mai stattfindenden Barockfestspiele. In diesen wird im Ambiente der ehemaligen Residenz der Fürsten zu Waldeck und Pyrmont der Geist der Barockzeit lebendig. Als Fest für Auge und Ohr stellt es jedes Jahr eine bedeutende europäische Musiklandschaft vor und haucht so dem Europagedanken Leben ein. Überhaupt: Der Barock, die Stilepoche zwischen Renaissance und Klassizismus, prägt das Stadtbild durch und durch.

Unübersehbar auch am Residenzschloss, dem Wahrzeichen der Stadt. Gebaut in den Jahren 1710 bis 1810 im - Sie werden es erahnen - Barockstil, orientiert es sich architektonisch am Schloss Versailles. Bad Arolsen war von 1655 bis 1918 Residenzstadt der Fürsten von Waldeck-Pyrmont, welchen sie den Bau des Schlosses zu verdanken hat. Seit 2002 ist unter anderem das Christian-Daniel-Rauch-Museum dort untergebracht. Dieses zeigt in erster Linie Werke von Christian Daniel Rauch, der in Arolsen geboren wurde und als ein Hauptmeister des deutschen Klassizismus geschätzt wird.

Sehenswert ist die im Jahre 1676 angelegte Große Allee, die auf etwa 1.600 Metern Länge in Ost-West-Richtung verläuft. Sie ist sechsreihig mit rund 880 Eichen bepflanzt. Besonders im Sommer lädt sie wegen ihrer Schatten spendenden Anlage viele Spaziergänger ein. Gedacht war sie als breite und repräsentative Verbindung des Residenzschlosses mit dem fürstlichen Lustschloss, das allerdings schon 1725 abgerissen wurde.

Anziehungspunkt für viele Besucher ist der Arolser Kram- und Viehmarkt, der jedes Jahr Anfang August stattfindet. Rund 500.000 Menschen säumen beim größten Volksfest Nordhessens die Straßen.

Nationale Aufmerksamkeit wurde der Stadt zuletzt im November 2007 zuteil. Denn in Bad Arolsen ist seit 1946 der Internationale Suchdienst (ITS) beheimatet. Hauptaufgabe des Suchdienstes ist die Sammlung, Ordnung, Aufbewahrung und Auswertung von Unterlagen über zivile Opfer während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 auf dem Gebiet des damaligen Deutschen Reiches sowie der durch Deutschland besetzten Gebiete, deren Schicksal und Verbleib aufgrund von Deportation, Internierung, Vertreibung oder anderen mit dem Zweiten Weltkrieg im Zusammenhang stehenden Gründen ungeklärt ist. Seit 2007 können die Unterlagen und Dokumente öffentlich eingesehen werden.

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