Auerstedter Museumswelt

Lage

Die Museenwelt mit Gedenkstätte zur historischen Schlacht von 1806 sowie einem Heimat- und Kutschenmuseum befindet sich in den ehemaligen Stallungen des Schlosses Auerstedt, direkt im Ortszentrum.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Geöffnet: Di. - So. 10.00 - 16.00, montags geschlossen
Eintritt: Erwachsene 5,- Euro; Kinder/Ermäßigte 3,- Euro

Man hört förmlich das Pferdegetrappel auf dem Kopfsteinpflaster, das Knallen der Peitsche, das "Hooo" und "Brrr" des Kutschers. Ja, es ist wie eine wunderbare Reise in frühere Zeiten, wenn man vor den 17 prachtvollen Kutschen in den ehemaligen Stallungen von Schloss Auerstedt steht. Genau genommen handelt es sich um eine äußerst edle Kollektion - die Kutschensammlung der Klassik Stiftung Weimar. Originalstücke des Fuhrparks der Herzöge und Großherzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach können beäugt und bewundert werden, darunter Staats-, Hochzeits-, Stadt-, Reise- und Jagdwagen, aber auch eine Kinderkutsche, eine Sänfte und Laufmaschine. Die Droschken stammen aus der Zeit um 1760 bis 1890, wurden in Thüringen (Weimar, Gotha und Eisenach), aber auch in Wien, Amsterdam und St. Petersburg hergestellt. Platz gefunden haben die riesigen Schmuckstücke in dem zum Museum ausgebauten Nebengebäude von Schloss Auerstedt.

Bitte auch noch kurz Aufmerksamkeit für ein ganz besonderes Exemplar: die Laufmaschine von Karl Freiherr von Drais (dem Erfinder des Zweiradprinzips) aus dem Jahr 1818. Sie war ein Geschenk des Großherzogs Carl August an seinen Sohn Carl Friedrich und wurde in Mannheim bei eben jenem berühmten Freiherr in Auftrag gegeben. Die "Draisine" ist das bisher zweitälteste bekannte Exemplar, das Drais fertigen ließ.

Mindestens ebenso spannend für Geschichtsinteressierte ist das Museum für historisch-landwirtschaftliches Gerät und die Ausstellung traditioneller ländlicher Gewerke. Aber auch das Traditionsmuseum zur Doppelschlacht Jena-Auerstedt! Im Jahre 1806 war das Auerstedter Schloss Hauptquartier der Preußischen Armee unter dem Herzog von Braunschweig bei der berüchtigten Schlacht bei Jena und Auerstedt. Dieses reiche kulturelle Erbe Auerstedts wurde vom rührigen Heimat- und Traditionsverein aufgearbeitet. Er richtete eine Gedenkstätte ein, die an den historischen Sieg Napoleons über das preußische Heer erinnert. Sowohl das Herzog von Braunschweig- und Davout-Zimmer, ein Diorama des Aufmarsches der preußischen Truppen am Vorabend der Schlacht und ein Biwak erwecken das Schlachtgetümmel fast noch einmal zum Leben.

Das Heimatmuseum im Schloss erlaubt zudem einen nostalgischen Einblick in das dörfliche Leben und Thüringer Brauchtum. So wird hier die Geschichte der Auerstedterin Else Eiermann erzählt, von der Alfred Hitchcock zu Meisterwerken wie "Psycho" inspiriert worden sein soll.

An jedem ersten Sonntag im Monat (außer im Januar) findet im Schlosshof ein Familientag mit Floh- und Trödelmarkt sowie Gaumenschmaus statt. Nach dem Ausflug in die Geschichte lohnt eine Einkehr in das Restaurant und Museumscafè "Reinhardt's". Mit seinem außergewöhnlichen Ambiente und seiner feinen Küche zählt das Schlossrestaurant zu den ersten Adressen für Genießer im Weimarer Land.

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