Ansbach-Infos kompakt

Ein Hauch von Rokoko, Parfüm und Puder überall

Hamburg, Berlin, München und Dresden sind die "Million-Seller" im deutschen Städtetourismus, zu Recht. Aber es gibt im Land eine ganze Reihe kleiner Perlen mit speziellem Charme, die sich zu entdecken lohnen. Eine von ihnen ist ganz klar Ansbach, 50 Kilometer westlich von Nürnberg. Die Stadt hat keine 50.000 Einwohner, bietet aber mehr Sehenswürdigkeiten als manch veritable Großstadt. Grund: Die Residenzstadt in Mittelfranken war über Jahrhunderte Regierungssitz der Markgrafen, die hier prachtvolle Gebäude, Säle und Gärten schufen. Ein Hauch von Rokoko, Parfüm und Perückenpuder liegt heute immer noch über der Stadt, die Preise für ihre hervorragende Sanierung erhielt.

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach gehört zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen des 18. Jahrhunderts in Franken. Aus einer Wasserburg entstand im 16. Jahrhundert dann ein mächtiges Renaissance-Schloss. Die Hauptfassade und der Innenhof, wie sie heute zu sehen sind, stammen von Gabriel de Gabrieli (1705 - 1716). 27 Staatsräume im Inneren beeindrucken durch prunkvolle Ausstattung, deren eigenwilliger Stil den Namen "Ansbacher Rokoko" erhielt. Zu den Hauptattraktionen der Residenz zählen der doppelgeschossige Festsaal, das Spiegelkabinett sowie der Kachelsaal mit rund 2.800 Fliesen aus der ehemaligen Ansbacher Fayencemanufaktur. Der Gotische Saal im Erdgeschoss beherbergt die größte und bedeutendste Sammlung Ansbacher Fayence und Porzellan. Die Sammlung ist im Zusammenhang mit den Schlossführungen zugänglich.

Die sehenswerte Orangerie bildet den architektonischen Mittelpunkt des Hofgartens. Sie wurde 1726 unter Markgräfin Christiane Charlotte begonnen und unter ihrem Sohn Carl Wilhelm Friedrich, bekannt als "Wilder Markgraf", 1728 vollendet. Die Anlage wurde in Anlehnung an französische Vorbilder von Carl Friedrich von Zocha erbaut. Die Nordseite des Gebäudes wurde der Kolonnade des Louvre, die Südseite dem Grand Trianon in Versailles nachempfunden. Heute ist sie Konzert- und Tagungsstätte und beherbergt ein Café und Restaurant. Parallel zur Erbauung der Orangerie wurde der Hofgarten nach französischem Gartenideal neugestaltet. Im Hofgarten finden alljährlich Anfang Juli die Rokoko-Spiele statt, bei denen vor der Kulisse der Orangerie der Glanz des Ansbacher Hofes zu neuem Leben erwacht.

Und wenn Sie länger bleiben wollen, lohnen sich Ausflüge in die nähere Umgebung: Das Fränkische Seenland ist nur 30 km entfernt, 35 km sind es bis Rothenburg ob der Tauber.

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