Ameland-Infos kompakt (Niederlande)

Kapitänshäuser, Museen und ein Boot mit Pferden

Vier gemütliche Dörfchen, 3.500 Einwohner, 27 Kilometer Sandstrand: Das klingt ganz nach einem Erdenplatz größtmöglicher Geruhsamkeit. Kein Wunder also, dass um 1920 deutsche Gören aus der Großstadt zur "Kinderlandverschickung" nach Ameland gebracht wurden. Damals stellten Bauern ihre Ställe für die kleinen Gäste zur Verfügung - in renovierter Form dienen diese auch heute noch als Übernachtungsmöglichkeiten während diverser Kinderfreizeiten.

Das kleinste Dorf auf Ameland ist Ballum. Im 15. Jahrhundert war es Sitz der Camminghas, der Freiherren von Ameland. Vermutlich der Grund, warum hier heute der Sitz der Gemeinde ist. In Buren lebten ehedem die Bauern, die Strandgut sammelten, als Ergänzung zur kargen Lebensgrundlage. Heute trumpft das einst arme Dörfchen mit Geschäften, einladenden Cafés und einem Supermarkt auf.

Hollum wiederum atmet Geschichte: Straßen wie die Burelaan oder die Oosterlaan geben wunderschöne Fotomotive ab. Nicht umsonst steht das Dorf heute unter Denkmalschutz. Tipp: An den verzierten Giebelwänden der Kapitänshäuser kann man ablesen, welchen Rang der Bewohner inne hatte. Je reicher die Verzierung, desto höher war der Rang des Seemannes. Auf Ameland lebten damals zahlreiche Kapitäne von Walfängern und Handelsschiffen. In einem dieser "Kommandeurs-Häuser", dem Sorgdrager-Haus (Herenweg 1), ist heute das kulturhistorische Museum untergebracht. Hier erhält man einen guten Eindruck von der Lebensweise der Insulaner. Ein tolles Spektakel ist das Zu-Wasser-Lassen des Pferderettungsbootes wie in alten Zeiten. Dabei galoppieren zehn kräftige Tiere über den Strand durch die Brandung ins Meer - im Schlepptau das historische Rettungsboot (wird außer im Januar jeden Monat veranstaltet, Start ist am Bootshaus, Oranjeweg, Termine vor Ort erfragen).

Mit rund 1.200 Einwohnern ist Nes das größte Dorf auf Ameland. Hier legt die Fähre vom Festland an, hier finden sich der Fremdenverkehrsverein, das Naturkundezentrum und die Polizeistation. Kapitänshäuser bestimmen auch dieses Ortsbild; im Zentrum gibt es zudem viele moderne Geschäfte und zahlreiche Ausgehmöglichkeiten.

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