Altes Land (Niedersachsen)

Das Alte Land: Niedersachsen Obstwiese an der Elbe

Es erstreckt sich von Hamburg links der Elbe über 30 Kilometer bis zur Hansestadt Stade und ist mit 10.000 Hektar Anbaufläche und 17 Millionen Bäumen das größte geschlossene Obstanbaugebiet Europas: das Alte Land. Seit 600 Jahren werden hier Äpfel, Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren und Pflaumen geerntet – ein riesiger Garten zum Radfahren, Wandern und Erholen.

Weiße Blütenpracht in Frühling, reife rote Äpfel im Herbst, Pöttegucken auf dem Elbdeich – Urlaub im Alten Land ist ein bisschen wie Urlaub im Garten Eden. Die Kulturlandschaft ist das Ergebnis von Entwässerungen und Deichbauten durch niederländische Kolonisten im 12. Jahrhundert. Hübsch sind aber nicht nur die Blüten der Obstbäume, sondern auch die Häuser: 300 Jahre alt sind die meisten davon, mit geometrischen Mustern aus Ziegelmosaik und Reetdächern. Davor: prunkvoll gestaltete Tore mit aufwendigen Inschriften. Das fruchtbare Marschland bescherte den Obstbauern schon immer reiche Ernte, machte sie wohlhabend. So entstanden die prächtigen Bauernhäuser und schmucken Kirchen. Bei denen steht übrigens der Turm neben dem Schiff, der Boden würde sonst das Gewicht nicht tragen.

Königin der Blüten

Wer die Bäume in voller Pracht erleben will, schaut vor dem Ausflug online beim Blütenbarometer vorbei. Zur Kirschblüte, immer in der ersten Maiwoche, feiern die Altländer in Jork, der heimlichen Hauptstadt des alten Landes, ihr Blütenfest – ein buntes Volksfest mit Umzug und Blütenkönigin. Doch auch im Sommer und Herbst lohnt sich ein Besuch: Im Schatten der Obstbäume lassen sich die großen Schiffe auf der Elbe wunderbar beobachten. Schifffahrt ist das zweite Standbein des Alten Landes – auch wenn hier die Nordsee noch etwas entfernt ist, Leuchttürme und Windmühlen gibt es hier trotzdem.

Apfelsaft mit Schuss

Das flache Land ist wie gemacht für Radtouren. Einer der beliebtesten Radwege Deutschlands führt durch das Alte Land: der Elberadweg. 130 Kilometer zieht er sich durch das Kehdinger Land auf und an Deichanlagen entlang bis hoch zur Nordsee. Wer mal eine Verschnaufpause braucht, nimmt den Elbe-Radwanderbus. Einfach das Rad auf den Anhänger laden und einsteigen. Auch zu Fuß kann man Niedersachsens Obstgarten erforschen: auf dem Deich, durchs Moor, über die Stader Geest oder bei einer Führung durch eine der Plantagen entlang. Vielleicht führt der Weg ja an Ihrem persönlichen Obstbau vorbei:  Wer möchte, kann nämlich eine Baumpatenschaft übernehmen, 20 Kilo Äpfel Ernte sind garantiert und dürfen selber gepflückt werden. Bequemer kommt man an die süßen Früchte auf vielen Wochenmärkten. Hier werden viele alte Apfelsorten verkauft, die im Alten Land liebevoll wieder gezüchtet werden. Als Absacker nach dem Essen empfiehlt sich ein Altländer Diekpedder, frischer Apfelsaft mit einem Schuss Obstler. Prost!

Fotos: Pixabay

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