Tschechien

Urlaub in Tschechien

Wellnessurlaub machen, wo schon Goethe kurte, im Böhmischen Bädedreieck. Auf Rübezahls Spuren zur Schneekoppe wandern, dem höchsten Berg des Riesengebirges. Im schneesicheren Spindlermühle Weltcup-Abfahrten runterbrettern. In Prag ein Selfie auf der beeindruckenden Karlsbrücke schießen. In Pilsen wahre Bierkultur genießen. Urlaub in Tschechien, das ist Vielfalt pur. Abwechslungsreich und erfreulich günstig – Preiskracher inklusive.

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Tschechien: Böhmische Dörfer, Bier und ein polierter Hund

Warum grüßt man in einem Land, das so weit weg vom Meer ist, ausgerechnet mit „Ahoj“? Und kann man es je schaffen, Sätze wie „Strč prst skrz krk“ auszusprechen? Eines ist klar wie Knödel: Tschechiens Magie steckt in seinen Wäldern und wunderbaren Menschen, in Märchen und Puppen, in Türmen und Brücken. Wer an einem Prager Hund reibt, kommt sogar noch glücklicher nach Hause.

Willkommen in einem Land ...

Willkommen in einem Land, das nur ein Stückchen größer ist als Bayern. Mit dem Freistaat teilt die Tschechische Republik eine bedingungslose Liebe: Bier. Durchschnittlich 143 Liter trinkt ein Tscheche im Jahr – Weltrekord (Deutschland kommt auf 104 Liter). Nun könnte man meinen, es wäre auch das Land der Besoffenen. Aber nein, vielmehr der Ersoffenen. „Utopenec“, die beliebten süßsauer eingelegten Würstchen, heißen übersetzt Ertrunkene und gelten, keine Frage, als perfekte Begleitung zum Bier. Es ist obendrein das Land mit einer Sprache so schwer, dass der Lerneifer oft nach „Dobrý den!“ (Guten Tag), „Pivo“ (Bier) und „Na shledanou!“ (Auf Wiedersehen) zum Erliegen kommt. Es ist das Land der Knödel, Kraut- und Fleischliebe. Das Land von Rübezahl und Schneekoppe, Karel Gott und dem kleinen Maulwurf. Und über allem glänzt: Prag. Tschechiens Goldengel. Historisch und flippig zugleich.

So geht’s hin

Von Sachsen nach Böhmen ziemlich schnell. Seit das letzte Teilstück der Autobahn D 8 Dresden–Prag im Dezember 2016 freigegeben wurde, sind die sächsische und tschechische Metropole nur noch eine gute Fahrstunde voneinander entfernt.

Ein Zwischenstopp ist allerdings nötig – zum Vignettenkauf. Autobahnen sowie einige Fernstraßen sind in Tschechien mautpflichtig (Motorräder ausgenommen). Wer vier Räder hat, zahlt seit 2012 für zehn Tage 310 Kronen (11,80 Euro), für einen Monat 440 Kronen (16,80 Euro), für ein Jahr 1.500 Kronen (57,20 Euro). Eine kleine Pufferzone gibt es jedoch. Nach dem Grenzübertritt gelten für Touristen die ersten Autobahnkilometer als Maut frei. Ein Versuch, sich komplett durchzuschmuggeln, wäre keine gute Idee. Wer erwischt wird, zahlt bei Sofortbegleichung bis zu 5.000 Kronen (ca. 190 Euro). Kaum umgewöhnen müssen sich deutsche Autofahrer bei den Geschwindigkeitsbegrenzungen: Innerorts gelten 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Autobahnen 130 km/h. Achtung: Die Promillegrenze liegt bei 0,0 und auch tagsüber darf nur mit Licht gefahren werden.

Auch kein Problem: Fliegen und Bahnreisen. Vom Prager Václav-Havel-Flughafen bis ins Zentrum dauert es per Bus eine halbe Stunde (ca. 20 Kilometer). Noch weiter ins Land? Reisen mit der tschechischen Bahn sind günstig. Es klappt durchaus, für 7 Euro von Prag nach Pilsen oder Budweis zu reisen. Da ist dann noch ein Bierchen mehr drin.

So ticken die Tschechen

Europas letzte Raucherbastion fiel am 31. Mai 2017. Nun darf auch in Tschechiens Lokalen nicht mehr gepafft werden. Vergällt hat es den Bierstubengang nicht. Denn Gemütlichkeit und Geselligkeit bilden die Grundlage der entspannten tschechischen Lebenseinstellung. Nirgendwo kommt man so leicht mit Einheimischen in Kontakt wie in einer echten „pivnice“. Wobei das Lärmige nicht der Tschechen Art ist. Bescheiden, bodenständig und zurückhaltend sind sie. Bisweilen auch schweighaft. Und dann kommt er plötzlich, dieser hintergründige, subversive Humor.

Und sonst: Große Sportbegeisterung landauf, landab. Hier regiert der Puk. Tschechien ist eine Eishockeynation, mit Jaromir Jagr als lebender Legende (45 Jahre und immer noch  Topscorer in der NHL, außerdem Weltmeister, Olympiasieger, Rekordhalter). Die weiche Seite der Tschechen: Sie lieben Märchen. Sind selbst Magier in dieser Disziplin und schufen unvergessliche Klassiker. Wie in Deutschland kein Weihnachten ohne „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, seit über 40 Jahren. Die andere legendäre deutsch-tschechische Co-Produktion der 70er: Pan Tau. Der Freund aller Kinder mit seiner magischen Zauber-Melone kommt möglicherweise bald wieder – für 2020 ist eine Neuauflage im deutschen Fernsehen geplant.  

So richtig unbeliebt machen können Sie sich natürlich auch. Beim Thema Bier, wo sonst. Lieber nicht schon wieder mit der alten Kamelle kommen, dass Pilsner nur mithilfe des bayerischen Braumeisters Josef Groll zustande kam. Lieber gemeinsam vom unglaublichen Peter Čech (Fußball-Welttorhüter) oder Karel Gott schwärmen, der „Goldenen Stimme von Prag“. Unvergesslich sein „Fang das Licht“ mit der kleinen Darinka, sein Schmelz und rollendes R, seine „Biene Maja“. Hach ja, er hat sie immer verkörpert wie kein anderer, die östliche Romantik.

So ist das Wetter

Viel umstellen muss sich der deutsche Urlauber nicht. Tschechien ist ein mildes Binnenland, das mit steigender Höhenlage fantastisch Schnee auflegen kann. Skiurlaub ist hier nicht nur erheblich günstiger, Tschechien hat ebenso wie Polen auch beim Angebot mächtig aufgeholt. Pisten und Loipen sind prima wie in den Alpen. Wer mag, kann sich zu den kleinen Jagrs aufs Eis begeben und im Nationalsport ausprobieren: Eishockey wird auf jedem Dorfteich gespielt.

Das sollte man gesehen haben

Tschechien ist selbst ein Land von Ausflugsbegeisterten, fast jede Familie ist am Wochenende unterwegs. Was also die touristische Infrastruktur anbelangt – alles tipptopp. Wer nicht unbedingt Dreitausender braucht, mittlere Berge hat‘s hier wirklich ohne Ende: im Böhmerwald, Erzgebirge, Isergebirge, Riesengebirge, Adlergebirge, Altvatergebirge, in der Böhmischen Schweiz und den Beskiden… Die Spitze der höchsten Erhebung Tschechiens, der 1.602 Meter hohen Schneekoppe, kann bequem per Sessellift erreicht werden. Entschleunigen wird einem in der Tschechischen Republik ohnehin leicht gemacht. Das Land birgt ganz verwunschene, unberührte Plätze. Allein der Böhmerwald, Tschechiens Wildnis mitten in Europa, hat noch echte Urwälder und Hochmoore. Grundsätzlich gilt: Je weiter Sie ins Landesinnere vordringen, desto weniger Touristen werden Ihnen begegnen.

Weltbekannt ist Tschechien für seine drei Spitzen-Kurorte Karlsbad (größter), Marienbad (schönster) und Franzensbad (kleinster). Hier sprudeln hunderte Heilquellen, begeistern neoklassizistische Architektur und mondäne Badehäuser. Wichtigstes Mitbringsel während des Aufenthaltes: die Schnabeltasse. Schmecken tut so ein Heilwässerchen allerdings … na, probieren Sie es selbst. Mancher Kurgast tröstet sich dann mit einer anderen Quelle: Becherovka. Seit über 200 Jahren tschechischer Kräuterbitter für alle Fälle.

Wunderbar nostalgisch, mittelalterlich, alteuropäisch – die Städte des Landes sind perfekt für ein romantisches Wochenende. Wie Český Krumlov (dt. Krumau) oder České Budějovice (dt. Budweis). Die meisten Tschechien-Touristen steuern jedoch ein Ziel an: Prag, für die Tschechen „die Mutter aller Städte“. Man sieht sofort: eine reiche Stadt. Als Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches wurde sie zum politisch-kulturellen Mittelpunkt Europas. Viele Sehenswürdigkeiten stammen noch aus der ruhmreichen Phase des 14. Jahrhunderts. Karl IV., der beliebteste tschechische Monarch, machte aus ihr eine prunkvolle Stadt. Die Karlsbrücke ist eines der symbolträchtigsten Bauwunder dieser Zeit. Wer sich heute über den Massenauflauf hier mokiert, sollte lieber lächeln und an Albert Einsteins Theorie denken: „Der Weg zum Mond führt über die Karlsbrücke, dann beim Kleinseitener Brückenturm nach links abbiegen.“ Um das persönliche Glücksguthaben aufzuladen, steuern Sie (wie alle anderen) die Statue des heiligen Nepomuk an. Seine Plakette, wie auch der Hund daneben, sind bereits blank poliert vom vielen Darüberstreichen.

So schmeckt Tschechien

Komme, was wolle: Die Tschechen lieben ihr Bier. Pivo, das heilige Nationalgetränk. Seit 1842 wird das erste Pils der Welt mit unveränderter Rezeptur in Pilsen produziert. Die böhmische Braukunst hat aber auch andere weltberühmte Sorten hervorgebracht: helles Bier wie Staropramen, Samson, Budvar oder Gambrinus; dunkles Bier wie Krušovice. Für Touristen höchst erfreulich: Bier ist bei einer Biertrinker-Nation sogar günstiger als ein Glas Wasser. Ein halber Liter kostet etwa 1,50 Euro, oft noch weniger. Also Glas erheben, „Na zdraví!“ (Zum Wohl!) prosten und vor dem ersten Schluck mit dem Boden nochmal den Tisch berühren. So geht das hier.

Was feste Nahrung anbelangt, mögen Tschechen es deftig. Die berühmten böhmischen Knödel (knedlík) begleiten meist Gulasch oder Braten. Das Nationalgericht heißt „Svícková na smetane“: Rinderfilet, mariniert, gespickt, geschmort. Angeblich darf ein Mädchen erst dann heiraten, wenn es den traditionellen Lendenbraten zubereiten kann. Überhaupt: Im Zubereiten von Fleisch, Suppen und Saucen sind sie Meister. Vegetarier und Veganer stecken sich fürs Restaurant vorsichtshalber diesen kleinen Satz in den Brustbeutel: „Bez masa prosím, jsem vegetarián“ – Ohne Fleisch bitte, ich bin Vegetarier. Es gibt ja Alternativen. Für Tschechien typisch sind ebenso Nudeln mit Mohn, Buchteln mit dicker Vanillesoße, Oblaten und Trdelnik/Trdlo - ein Süßgebäck, das zum Prager Touristen-Handfood Nr. 1 wurde.

Das sollten Sie auch noch wissen

Das kuriose 'Ahoij' (Hallo) konnte bislang nicht eindeutig erklärt werden. Eine Möglichkeit: Tschechische Seeleute brachten den Gruß aus dem Hamburger Hafen mit, wo die „Tschechoslowakische Elbe-Schifffahrt" ein eigenes Terminal unterhielt. Diese Theorie konkurriert mit vielen weiteren, plausibel ist selbst ein Nord-Import mit Rotlicht-Hintergrund. Geklärt ist indes die Frage, was ein Böhme zu böhmischen Dörfern sagt. Spanische Dörfer ('španělské vesnice'). Klangen für Tschechen nämlich genauso fremd wie einst slawische Dorfnamen für Deutsche während der Donaumonarchie. Seltsam fremd wie sinnlos empfanden die Tschechen lange Zeit das Werk Franz Kafkas. Für den großen Schriftsteller, in Prag geboren und gelebt, war im Kommunismus kein Platz. Später wurde doch ein Platz nach ihm benannt, ein Denkmal errichtet und das Kafka-Museum eröffnet (nicht weit von der Karlsbrücke). Tiefe Verehrung zeigen die Tschechen, wenn das Gespräch auf Vaclav Havel fällt. Der letzte Präsident der Tschechoslowakei und erste Präsident Tschechiens, der beliebte Dichter und Dramatiker war 14 Jahre lang der kluge Dirigent und Wegbereiter der deutsch-tschechischen Aussöhnung. Ein Volksheld, ein Meister des Friedens.

Das schönste Souvenir

Fragen Sie einen Mann und er wird ohne zu Zögern antworten: tschechisches Bier. Noch besser ist allerdings eine Flasche Becherovka. Weil, wie mein slowakischer Kollege so schön sagt: „Geht nicht kaputt, schmeckt super und wenn Besucht kommt, sind alle glücklich.“ Eine Frage des Budgets wäre der Erwerb des weltberühmten böhmischen Kristalls. Renommierteste Hersteller: die Karlsbader Glashütte Moser. Edle Kristalllüster und geschliffene Weingläser, Vasen, Dosen ... Hauptsache nicht in überteuerten Touristengeschäften im Zentrum Prags erstehen. Weitaus erschwinglicher: Prager Marionetten. So nehmen Sie in jedem Fall ein Stück alte tschechische Handwerkstradition mit nach Hause.

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