Bad Sulza

Wein und Salz: Urlaub in der Toskana des Ostens

Bad Sulza grenzt an das nördlichste zusammenhängende Weinanbaugebiet Europas "Saale-Unstrut" und liegt mit seiner sanft hügligen Landschaft eingebettet im Tal der Ilm.

Wein und Salz: Urlaub in der Toskana des Ostens

Bad Sulza grenzt an das nördlichste zusammenhängende Weinanbaugebiet Europas "Saale-Unstrut" und liegt mit seiner sanft hügligen Landschaft eingebettet im Tal der Ilm.

Das milde Klima und der sehr kalkhaltige Boden prägen den heutigen Weinanbau, der nachweislich schon 800 Jahre Tradition hat. Es sind nur kleine Mengen, die hier gekeltert werden, aber diese überzeugen durch hohe Qualität.

Weinfreunde werden sowohl beim Genuss als auch bei Spaziergängen durch die reizvolle Gegend des Landschaftsschutzgebietes "Untere Ilmaue" auf ihre Kosten kommen.

Am umfangreichen Denkmalkomplex der Bad Sulzaer Saline wird ein interessanter Einblick in die kommerzielle Salzgewinnung gewährt, die sich bis in das 15. Jh. zurückverfolgen lässt.

Die heilkräftigen Solequellen von Bad Sulza waren der Ursprung für das staatlich anerkannte Sole-Heilbad. Mit Inhalationen und als Bade- und Gradiersole werden hier seit 1847 Atemwegs- und Hauterkrankungen mit dem natürlichen Heilmittel behandelt. Die ehemaligen Kureinrichtungen im Kurpark, wie das Inhalatorium und die Trinkhalle zeugen von der Historie des Ortes. Das frühere Gradierwerk wurde restauriert und wird wieder zu Inhalationszwecken genutzt. Moderne Kurkliniken sind zudem auf Patienten mit Erkrankungen der Gelenke und Wirbelsäule, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie psychosomatischen Indikationen und Erkrankungen im Kindesalter spezialisiert.

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Toskana Therme Bad Sulza

Die Toskana-Therme im thüringischen Bad Sulza ist weit mehr als nur eine Badewelt. Im körperwarmen Salzwasser schwimmen Badegäste auf dem Wasser und entspannen sich bei sphärischen Klängen unterhalb der Licht- und Farbspiele. Was hat es damit auf sich? Hier wird Wellness für die Ohren geboten. Man könnte fast sagen, dass aus der Therme ein Konzertsaal wird. Wie das geht? Während Sie still im Wasser treiben und nichts tun, da Ihr Körper von salzhaltigem, körperwarmen Thermalwasser getragen wird, laufen über Ihnen, am kuppelähnlichen Dach, Licht- und Farbenspiele zu sphärischen Klängen. Ganz recht: Das eigentlich Interessante spielt sich im feuchten Element ab und ist für die Ohren bestimmt. Sie lauschen der Unterwassermusik. Oder genauer: Musik für das Hören unter Wasser. Komponiert aus einem speziellen Mix aus Klassik, experimentellen Klangcollagen oder auch Psychedelischem. Für den authentischen Sound aus der Tiefe sorgen Walgesänge. Da fällt es ganz leicht, zu entspannen und in ferne Welten entrückt zu werden.

Es sind behutsam ausgewählte Klänge, damit Sie als Badegast entspannen und Ihnen die Ohren nicht wegzufliegen drohen. Denn Sie hören unter Wasser anders als in der Luft: Nicht stereo, sondern die Töne lassen sich gar nicht orten. "Durch die höhere Schallgeschwindigkeit scheint der Sound von überall her zu kommen", erklärt Medienkünstler Micky Remann, der die Idee zu diesem feuchten Klangerlebnis hatte. Ob auch Sie auf den Geschmack des Unter-Wasser-Hörens kommen, verrät nur eine Baderunde in der Therme Bad Sulza.

Lage

Alle drei Häuser sind über einen Bademantelgang mit der Toskana Therme verbunden.

Öffnungszeiten

So. - Do. 10.00 - 22.00, Fr. - Sa. 10.00 - 24.00, Vollmondnächte 10.00 - 2.00

Fotos: www.toskanaworld.net

Sulzaer Saline

Die salinetechnischen Anlagen laden zum Besuch ein, um sich einen interessanten Überblick über die Gewinnung von Siedesalz zu verschaffen. Die Sulzaer Saline mit ihren einzelnen Objekten ist heute die umfangreichste erhaltene Anlage in Deutschland. Die Entwicklung der Stadt Bad Sulza ist untrennbar mit der Salzherstellung durch die Saline verbunden.

Die Wurzeln reichen bis ins 15./16. Jahrhundert zurück. Eine erste Saline befand sich im Bereich des heutigen Kurparks. Rentabilitätsschwierigkeiten führten jedoch zu häufigen Besitzerwechseln. In den Jahren 1567 und 1575 kam der Siedebetrieb sogar ganz zum Erliegen.

Nach 1600 erfolgte eine Verlegung der Saline an den heutigen Standort. Der hoffnungsvolle Neubeginn der Saline wurde durch die sich 1613 ereignete Thüringische Sintflut jäh unterbrochen. Unter Verwendung der ruinierten Reste begann der mühevolle Wiederaufbau.

1752 begann durch die Übernahme der Familie von Beust eine neue Epoche für das Sulzaer Salzwerk. Es wurden neue Solequellen erschlossen, Gradierwerke sowie ein zweigeschossiges Solereservoirgebäude errichtet. Das schon immer bestehende Problem der Rohstoffversorgung (Sole) konnte durch zwei Tiefbohrungen 1893/96 und 1937 in der Darnstedter Flur gelöst werden.

Bis zur Einstellung der Salzsiederei 1967 wurde gesättigte Sole, was zum Überflüssigwerden der Gradierwerke führte, von Darnstedt über eine Rohrleitung nach Bad Sulza gepumpt.

Sollte mit dieser kurzen Einleitung Ihr Interesse geweckt worden sein, mehr über die Bad Sulzaer Saline zu erfahren, so schließen Sie sich doch einer Führung an. Sie beinhaltet selbstverständlich auch den Besuch des Saline- und Heimatmuseums. Wenden Sie sich bitte an die Gästeinformation. Besucher, welche nicht an einer Führung teilnehmen möchten, haben die Möglichkeit, sich die einzelnen Objekte von außen anzusehen.

Gradierwerk "Luise" Bad Sulza

Die Saline baute Gradierwerke, um die in Bad Sulza geförderte Sole zu konzentrieren und damit Brennmaterial zu sparen. Es wurde festgestellt, dass in der unmittelbaren Nähe der Gradierwerke die Luft besonders mild ist. Da sie zu dem auch noch kleinste Salzpartikel enthält, wirkt dies positiv bei der Behandlung von Erkrankungen der Atemwege.

In Bad Sulza existierten nahezu 200 Jahre lang drei imposante Gradierwerke. Sie stellten ein Wahrzeichen der hiesigen Saline dar. Diese waren langgestreckte Bauwerke mit einer Balkenkonstruktion als tragende Elemente. In das Gerüst wurden Schwarzdornbündel eingearbeitet.

Die Aufgabe der Gradierwerke bestand in der Erhöhung der Kochsalzkonzentration der Sole. Mit Hilfe von wasserbetriebenen Pumpen wird die Sole auf das Gradierwerk gehoben und mittels Tröpfelrinnen über die Dornenwände verteilt. Beim Herabrieseln der Sole erfolgt durch den Schwarzdorn eine beträchtliche Oberflächenvergrößerung. Dadurch wird eine günstige Voraussetzung zum Verdunsten des Wassers, besonders bei geeignetem Gradierwetter (Wärme, trockener Wind, Sonneneinstrahlung) erreicht. Neben der Konzentrationserhöhung wird die Sole gleichzeitig gereinigt, indem sich Verunreinigungen als schwerlösliche Bestandteile an den Dornen absetzen. Dadurch entsteht der Dornstein. Beim Verdunsten des Wassers wird eine geringe Menge von Salzteilchen durch die Luft mit weggeführt (Gradierverlust).

In unmittelbarer Nähe des Gradierwerkes wird die Luft dadurch salzhaltig - dies bildet die Voraussetzung für die medizinische Anwendung, besonders der Freiluftinhalation. Für das Gradierwerk "Louise" mit seinem Wandelgang und der Zerstäuberhalle wird heute Sole aus der Quelle "Sole 84" verwendet und für therapeutische Zwecke genutzt.

Lage, Anfahrt

Das Gradierwerk "Louise" ist knapp 1 Kilometer von Ihrem Hotel entfernt. Fahren Sie auf die Wunderwaldstraße und folgen Sie dieser in Richtung Großheringen. Nach 450 m biegen Sie links ein.

Öffnungszeiten, Eintrittspreis

Geöffnet:

April - November Di./Fr. 14.00 - 17.00, 
Mi./Do. 10.00 - 12.00 und 13.00 - 16.00,
Sa./So. 10.00 - 12.00 und 13.00 - 17.00.

Im November generell nur bis 16.00 geöffnet.

Eintritt: Erwachsene 3,50 Euro; Ermäßigt 2,50 Euro

Weinbau in Bad Sulza

Das "Thüringer Weingut" in Bad Sulza gehört zum nördlichsten Weinbaugebiet Europas "Saale-Unstrut". Wein wird hier schon seit mehr als 800 Jahren angebaut. Eine lange Tradition also, die hier heute von Andreas Clauß gepflegt wird. Er selbst ist erst 1994 in den Thüringer Weinbau eingestiegen. Seine Wurzeln aber stecken auch im Weinberg: Der gelernte Winzer und Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft entstammt einer Weingärtnerfamilie aus dem schwäbischen Esslingen bei Stuttgart.

Man muss kein Weinkenner sein, um zu wissen, dass Wein bei Sonne, auf gutem Boden und in mildem Klima am besten gedeiht und ein guter Tropfen die Folge ist. Nun ist das nördlichste Weinbaugebiet gerade mal 400 Kilometer von der Ostsee entfernt, in der Tat: ganz schön weit im Norden. Da könnte man meinen, hier ist der Wein so trocken, dass man ihn als Essigersatz nehmen könnte. Mitnichten!

Weingeographisch gehört die kleine Thüringer Rebfläche zwar zum Weinbaugebiet Saale-Unstrut, weingeschmacklich allerdings haben die Thüringer Tropfen ihren ganz eigenen, sehr überzeugenden Charakter. Wunderbar frische, aber nie aufdringliche Säure macht zum Beispiel die trockene Spätlese zum Sonnenscheinwein, egal, wie das Wetter ist. Während die neuen Eichenfässer die Auslese mit weicher Würze versehen (und zum eigenständigen Essensbegleiter formen), runden die großen alten Holzfässer den Qualitätswein ab.

Die Weine, die von den Hängen des Ilmtals zwischen Auerstedt, Bad Sulza und Großheringen stammen, werden sowohl vom Klima des nördlichsten Qualitätsweinbaugebietes in Europa (Saale-Unstrut), als auch vom gebietstypischen Muschelkalkboden geprägt. Diese zwei Einflussfaktoren, verbunden mit schonendem Weinausbau, bringen elegante, feinfruchtige Weine mit dezentem Sortencharakter. Es werden zu 75 % Weißweinsorten angebaut.

Führend im Anbau ist die Rebsorte Müller-Thurgau, gefolgt von Gutedel und Kerner. Die Fläche mit Riesling, Traminer, Grau-/Weißburgunder wurde jetzt erweitert. Die Rotweinsorte Regent wurde um die Sorten Cabernet Dorsa, Pinotin und Cabernet Mitos ergänzt. Im Bereich der Spezialitäten wurden die Sorten Muskateller, Scheurebe und Sauvignon blanc angepflanzt. Im Weinkeller reifen die Weine in modernen Edelstahltanks und traditionellen Holz- und Barriquefässern.

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