Landesinfos Luxemburg

Kleines Land, ganz international: Man sprich deutsch, französisch und luxemburgisch. Gleichzeitig. Die Hauptstadt  ist auf einen Felsen gebaut, gilt als „Gibraltar des Nordens“. Hohe Brücken über tiefe Schluchten verbinden die Stadtteile. Die Stadt ist im Zentrum historisch, großherzogtümlich; im Stadtteil Kirchberg modern und futuristisch.

Währung: Euro

Sprachen: Deutsch, Französisch, Luxemburgisch

Autobahnbeschilderung: blau

PKW-Tempolimits: innerorts 50 km/h, außerorts 90/100 km/h, Autobahn 130 km/h

Maut: keine

Tanken:

  • Essence sans plomb/ Super Bleifrei = Super     
  • Super Plus / 98 Oktan = Super Plus
  • Diesel = Diesel

Promillegrenze: 0,5 ‰

Abblendlicht tagsüber: nein

Steckdosenadapter: nicht nötig

Telefonvorwahl: +352

Notruf: 112

Trinkgeld: im Preis inbegriffen, Aufrunden ist in Ordnung

Öffnungszeiten: Läden sonntags geöffnet

Nationalfeiertag: 23. Juni

Luxembourg Card

Mit der Luxembourg Card haben Sie freie Fahrt in allen Zügen und Bussen im Land sowie freien Eintritt in 74 Museen und Sehenswürdigkeiten des Großherzogtums.

Einige Gratis-Angebote im Überblick:

Luxemburg Hauptstadt und Umgebung

Luxemburg-Stadt: Bockkasematten, geführte Stadtbesichtigung, Museum der Geschichte der Stadt Luxemburg, MUDAM (Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean), Nationalmuseum für Geschichte und Kunst, Museum Dräi Eechelen, Villa Vauban - Kunstmuseum der Stadt Luxemburg

Bascharage: Brauerei Bofferding

Redange: Freizeit- und Badezentrum

Ardennen

Asselborn: Museum der Wassermühle

Clervaux: Museum der Ardennenschlacht (im Schloss Clervaux), Modellbauten von Luxemburger Burgen und Schlössern

Diekirch: Nationales Konservatorium historischer Fahrzeuge, Hallenbad, Rent-a-Bike

Ettelbruck: Touristischer Stadtrundgang

Vianden: "Victor Hugo"-Haus, Schloss von Vianden, Sessellift, Pumpspeicherkraftwerk, touristischer Zug "Benni", Geschichtsmuseum der Stadt Vianden

Wiltz: Nationales Museum für Braukunst

Region Mullerthal - Kleine Luxemburger Schweiz

Echternach: Abteimuseum

Larochette: Schloss von Larochette

Bech-Kleinmacher: Wein und Folkloremuseum "A Possen"

Die Mosel

Ehnen: Weinmuseum

Grevenmacher: Vermietung von Trekking-Bikes

Mondorf-les-Bains: Casino 2000, Easy-Golf und Tretboote, Luftfahrtmuseum

Das Land der Roten Erde

Esch-sur-Alzette: "Bains du Parc" Schwimmbad, geführte Mountainbiketour

Zusätzlich erhalten Sie auf 18 Sehenswürdigkeiten im gesamten Großherzogtum satte Ermäßigungen wie 30 % Rabatt auf eine Hop-On-Hop-Off Tour in Luxemburg Stadt und ebenfalls 30 % Rabatt auf eine Moselfahrt mit dem Luxusschiff "Princesse Marie-Astrid" ab Grevenmacher.

Achtung: Ausnahmsweise oder im Winter sind einige dieser Museen und Sehenswürdigkeiten geschlossen.

Preise

1 Tag:

pro Person 13,- Euro

Familienkarte 2 - 5 Personen 48,- Euro

2 Tage:

pro Person 20,- Euro

Familienkarte 2 - 5 Personen 28,- Euro

3 Tage:

pro Person 28,- Euro

Familienkarte 2 - 5 Personen 68,- Euro

(Preise sind jeweils inklusive Luxembourg Card-Führer mit detaillierten Infos. Senioren über 60 Jahre bekommen 10 % Ermäßigung auf die Karte für 1 Person).

Palais Grand-Ducal

Der großherzogliche Palast in Luxemburg ist als Wahrzeichen der Stadt in vielfacher Hinsicht interessant: Für die Luxemburger selbst symbolisiert er das Gefühl ihrer nationalen Unabhängigkeit; für die Historiker stellt er ein Element der Kontinuität in der Ausübung der administrativen Gewalt einer Stadt oder sogar eines Landes im Verlaufe der Jahrhunderte dar. Und für Kunst- bzw. Architekturliebhaber spiegelt er mit seiner Fassade den Einfluss des spanisch-maurischen Stils in dieser Region wider.

Geschichte des Palais

Ursprünglich diente das "Palais grand-ducal" als städtisches Rathaus und musste schon in den ersten Jahrhunderten einiges überstehen: Eroberung der Stadt durch die Burgunder im Jahre 1443, einen verheerenden Brand 1554, eine teilweise Zerstörung durch die Truppen Ludwigs XIV. im Jahr 1683 und die französische Herrschaft von 1795 bis 1814; auch Napoleon I. wohnte hier.

Ab 1815 war das Palais Sitz der Regierungskommission sowie der nachfolgenden Regierungen und diente dem König und Großherzog Wilhelm II. sowie Wilhelm III. als Wohnsitz bei ihren sporadischen Besuchen in Luxemburg. 1867 führten Umwälzungen und die Entmilitarisierung Luxemburgs zum Abzug der preußischen Garnison. Die Herrichtung des Palais für die ausschließliche Nutzung durch den Monarchen fiel mit der Übernahme der Krone durch das Haus Nassau-Weilburg im Jahre 1890 zusammen. Großherzog Adolf beauftragte den Brüsseler Architekten Bordiau und den Staatsarchitekten Charles Arendt mit umfangreichen Arbeiten. Unter anderem wurden die bestehenden Räumlichkeiten völlig umgestaltet und ein neuer Flügel im Hof errichtet. Nach vier Jahren war dann der Umbau zum großherzoglichen Palast vollendet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Palais unter der deutschen Herrschaft in eine Taverne umgestaltet. Die umfangreichen, wertvollen Gemälde- und Porzellansammlungen wurden aufgelöst, jedoch glücklicherweise später wiedergefunden. Gleich nach der Befreiung wurde das Palais restauriert und war nun wieder politischer Mittelpunkt des Großherzogtums. Jedes Jahr am 23. Juni strömt das Volk anlässlich des luxemburgischen Nationalfeiertages zum Palast, um dem Monarchen zuzujubeln.

Von 1964 bis heute wurden regelmäßig Renovierungsarbeiten durchgeführt, um den Ansprüchen der Ästhetik und des modernen Komforts gerecht zu werden. Im Zuge dieser Arbeiten sollten unter anderem zahlreiche Wohneinheiten (Salon, Schlafzimmer, Bad) für die Unterbringung ausländischer Gäste, vor allem bei Staatsbesuchen, hergerichtet werden. Die letzte, sehr umfangreiche Renovierung im Innen- wie Außenbereich begann Ende 1991 und dauerte bis 1996.

Funktion des Palais

Im Palais leistet der Monarch, der Großherzog, seine tägliche Arbeit. Mehrmals in der Woche kommt er mit seinen Mitarbeitern zusammen, die ihm über die laufenden Amtsgeschäfte Bericht erstatten. Er empfängt Persönlichkeiten, unterzeichnet Gesetze und Erlasse, prüft Gnadengesuche, liest Berichte, Anträge sowie Schreiben der nationalen und internationalen Presse.

Im Palais finden auch Akkreditierungszeremonien und Abschiedsaudienzen der beim Staatsoberhaupt akkreditierten Botschafter statt. Der großherzogliche Palast bildet ferner bei offiziellen Besuchen den Rahmen für internationale Zusammenkünfte. Außerdem sind in dem Palais Besucher untergebracht, dadurch kommt ihm bei den verschiedensten Zeremonien eine zentrale Bedeutung zu.

Im Festsaal der ersten Etage finden offizielle Empfänge statt. Im Königssaal auf derselben Etage werden die in Luxemburg akkreditierten Botschafter empfangen. Hier fand unter anderem am 9. April 1953 die standesamtliche Trauung von Großherzog Jean mit Prinzessin Joséphine-Charlotte von Belgien statt. Im selben Saal wurde am 12. November 1964 die Machtübergabe vollzogen, als Ihre Königliche Hoheit Großherzogin Charlotte nach 45-jähriger Herrschaft zugunsten ihres Sohnes, seiner Königlichen Hoheit Großherzog Jean, abdankte.

Lage

Das Palais grand-ducal, Stadtresidenz der großherzoglichen Familie, befindet sich nahe dem Zentrum und dem Place Guillaume II, mitten im Altstadtviertel an der Rue du Marché-aux-Herbes.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Geöffnet:

täglich 9.00 - 20.00
letzter Einlass 17.00

Eintritt: Erwachsene ca. 10,- Euro; Kinder ca. 5,- Euro

Festungen und Kasematten

Zur Verteidigung dienten drei Festungsgürtel: Der innere Gürtel bestand aus Bastionen, der zweite aus 15 Forts und der dritte aus 9 Außenforts, die alle in den Felsen gesprengt waren. Die ersten Kasematten entstanden im Jahre 1644 zur Zeit der spanischen Fremdherrschaft. Der eigentliche Ausbau der Kasematten erfolgte 40 Jahre später durch den französischen Militäringenieur und Festungsbauer Vauban, im 18. Jahrhundert wurden sie durch die Österreicher weiter ausgebaut.

Die Befestigungsgänge waren auf verschiedenen Ebenen angelegt. Sie erstreckten sich auf einer Länge von 23 Kilometern und reichten bis 40 Meter in die Tiefe hinab. Insgesamt hatten die Befestigungsanlagen eine Ausdehnung von 180 Hektar, während die Stadt mit ihren Unterstädten nur etwa 120 Hektar einnahm. Über 40.000 Quadratmeter bombensicherer Räume waren ebenfalls in den Felsen der Stadt gesprengt. Sie umfassten nicht nur Aufenthalts- und Verteidigungsräume für Tausende von Soldaten, sondern auch die Werkstätten des Zeughauses (Arsenals), Küchen, Bäckereien, Schlachthaus usw.

Als Folge des Londoner Vertrages vom 11. Mai 1867 zwischen den Großmächten wurde die Festung geschleift. Nach der Schleifung im selben Jahr blieben 17 Kilometer der Kasematten erhalten. Seit 1933 können die Bock-Kasematten und Petruss-Kasematten von Besuchern besichtigt werden; im Zweiten Weltkrieg dienten sie auch als Luftschutzbunker. Die archäologische Krypta, didaktisches Vorzimmer der Bock-Kasematten, beherbergt die Ursprünge der Stadt Luxemburg. Neben den Konstruktionen der Burg der ersten Grafen von Luxemburg werden, dank moderner Techniken, Überreste der Festung erhalten, geschützt und wieder zur Geltung gebracht.

Von der gesamten Festung ist heute nur noch ein Zehntel sichtbar. Dennoch genießen die einzigartigen Festungsbollwerke weltweites Renommée und wurden ebenso wie die nicht minder geschichtsträchtige Altstadt im Jahr 1994 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Luxemburg – das Land, das bleiben will, was es ist

„Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“. Das ist – ganz offiziell – der Wahlspruch der Luxemburger. Aber wer sind sie denn, die Luxemburger? Das kleine Land zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien wird meist mit Banken, niedrigen Steuern und billigem Benzin in Verbindung gebracht. Einziges Großherzogtum der Welt, Gründungsmitglied der Europäischen Union, Sitz von mehr EU-Organen als manch‘ großes Land und eine wirtschaftliche Stärke ohnegleichen. Luxemburg ist der Nabel der Welt (zumindest von der Fläche her). Doch hört man wenig über Luxemburg, man kennt es nur als letzte Silbe der Benelux-Staaten und als das L aus RTL. Dabei ist Luxemburg ein völlig unterschätztes Urlaubsland und bietet vielfältige Naturlandschaften, historische Gebäude und kosmopolitisches Leben in der Hauptstadt.

Willkommen im Land der polyglotten Mustereuropäer

Sicher: In der Schweiz spricht man vier Sprachen, in Luxemburg nur drei – die aber gleichzeitig. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn in der Tageszeitung die meisten Artikel auf Deutsch gedruckt sind, ein paar auf Französisch und ab und an einer auf Lëtzebuergesch. Man wechselt hier fließend zwischen den Sprachen, aber Lëtzebuergesch ist die Sprache, die den Luxemburgern am Herzen liegt. Machen Sie deshalb nicht den Fehler, das Luxemburgische „nur“ als Mundart des Deutschen zu bezeichnen. Lëtzebuergesch ist eine eigene Sprache, die mit dem Deutschen verwandt ist, ähnlich wie Schwyzerdütsch oder Niederländisch. Im Lëtzebuergesch finden sich viele französische Lehnwörter. So sagt man zu Erdbeereis „Äerdbiersglace“, eine charmante Mischung aus Deutsch und Französisch. Was in Deutschland schnodderig klingt, ist hier Standardsprache – „Jo“ für „Ja“ und „Nee“ für „Nein“. Kinder wachsen mit dem Lëtzebuergesch als Muttersprache auf, lernen aber schon in der Grundschule Deutsch und Französisch. Behörden antworten in der Sprache, in der man sich an sie wendet. Mit ihrer sprachlichen Flexibilität sind die Luxemburger Vorbild für den Rest von Europa. In Luxemburg hört man auch oft eine vierte Sprache: Portugiesisch – es leben hier fast 20 Prozent portugiesische Einwanderer. Apropos Einwohner: Unter der Woche verdoppelt sich die Einwohnerzahl von Luxemburg Stadt. Viele pendeln, nicht nur aus dem Umland, sondern auch aus Nachbarländern. Das geht, weil Luxemburg nur 2.586 Quadratmetern groß ist – etwa so groß wie das Saarland. Da wird es dann zur Rush Hour auch mal voll auf den Straßen. Trotzdem geht es immer höflich zu, schließlich kennt hier fast jeder jeden.

So geht’s hin

Ab Frankfurt/Main fliegt Luxair nach Luxemburg (Stadt). Günstig sind auch Zugverbindungen von Frankfurt, Köln oder München mit dem „Europa Spezial“ der Bahn. Doch Luxemburg ist auch mit dem Auto gut zu erreichen, zum Beispiel über Trier. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt auf der Autobahn bei 130 km/h, bei nasser Fahrbahn nur bei 110 km/h. Auf Landstraßen dürfen Sie 90 km/h fahren, in Ortschaften 50 oder 30 km/h. Eine Mautplicht besteht nicht, aber auch tagsüber muss das Abblendlicht eingeschaltet sein. Es gilt die Promillegrenze von 0.5.

So ticken die Luxemburger

Insgesamt leben in dem kleinen Land 170 Nationalitäten. Luxemburg ist also multikulturell, vielsprachig, aber auch ein bisschen bieder und gemütlich. Superheld der kleinen Nation ist die Comicfigur „Superjhemp“. Er ist ein bodenständiger Staatbeamter, der seine Superheldenkräfte aus dem Nationalgericht Kochkäse zieht und ganz locker mit den Händen in den Hosentaschen zur Rettung geflogen kommt. Seine Landleute finden sich in Superjhemp wieder und lieben ihn – in anderen Ländern ist er dagegen unbekannt.

Pragmatisch, ein wenig eigen und verträumt, so beschreibt Luxemburgerin Désirée Nosbusch ihre Landsleute. Doch seien sie nie arrogant, sondern ausgeglichen und weltoffen. In Luxemburg herrscht eine Willkommenskultur. So sind die Luxemburger zum Beispiel auch nicht abgeneigt, ihre historischen Bauten mit zeitgenössischer Architektur zu ergänzen. Alte Gemäuer stehen hier gleichberechtig neben futuristischen Bauten wie der Philharmonie Luxembourg.

Rassismus ist den Luxemburgern fremd, man ist tolerant und beweist Humor: Die starke Schwulenbewegung im Großherzogtum nennt sich selbstironisch Rosa Lëtzebuerg. Premierminister Bettels tut sein Übriges, um Luxemburgs Ruf als fortschrittliches Land zu festigen und heiratete 2015 seinen langjährigen Partner. Willkommen fühlen sich auch viele Firmen: Weil das Steuerrecht die Risikobereitschaft von Unternehmen belohnt, zieht es viele innovative Firmen an. Logistik, Bio- und Umwelttechnologien, Kommunikations- und Finanzdienstleitungen – der Wirtschaftsstandort Luxemburg ist stark und die Bürger wohlhabend.  Warum Benzin und Diesel hier trotzdem so billig sind? Die Regierung legt die Preise fest, um einen zu starken Preisanstieg zu verhindern. Kaffee, Alkohol und andere Lebensmittel sind günstiger, weil die luxemburgische Mehrwertsteuer deutlich niedriger ist als die deutsche (3 %).

So schmeckt Luxemburg

In Luxemburg trifft das gutbürgerlich Deftige auf französische Raffinesse. Von den 750 Restaurants im Lande haben 12 mindestens einen Michelinstern. Aber keine Angst, die vornehme Portionsgröße wurde dabei nicht übernommen. Hier heißt es: „Gut und viel“. Das Nationalgericht ist „Judd mat Gaardebounen“ (geräucherter Schweinebraten mit weißen Bohnen). Auch beliebt sind „Bouneschlupp“ (Bohnensuppe, gerne mit Mettwurst verfeinert) und „Bëtschelragout“ (Ziegenfleischragout). Der luxemburgische Nationalheld Superjhemp verdankt seine übernatürlichen Kräfte der Spezialität „Kachkéis“, Kochkäse mit Kräutern verfeinert. Typische Süßspeisen sind das „Quetschekraut“ (eine Art Zwetschgenmus) und –  toller Name – „Verwurelt Gedanken“ (gedrehte, frittierte Teigteilchen). Lustiger Brauch: Zum „Bretzelsonndeg“ drei Wochen vor Ostern verschenken junge Männer eine süße Brezel an ihre Angebeteten. Diese haben dann bis Ostern Zeit, zu antworten: mit einem Korb oder einen Ei.

Die Mosel fließt durch das Land und ist auch hier von Weinbergen umgeben. Das milde Klima sorgt für leckere Weine: Riesling, Chardonnay, Elbing und viele mehr. Auch auf eine lange Bierbrautradition kann Luxemburg zurückblicken. Nicht zuletzt sollte ein Urlaub in Luxemburg auch mit dem Besuch eines Cafés verbunden sein: Die kunstvoll hergestellten feinen Törtchen schmecken genauso lecker, wie sie aussehen. "Sou schmaacht Lëtzebuerg".

Das sollten Sie gesehen haben

Hauptstadt Luxemburg ist ganz auf einen Felsen gebaut und gilt als „Gibraltar des Nordens“. Die Kulturhauptstadt Europas 2007 liegt an den Flüssen Alzette und Pétrusse, die ein tiefes Tal und steile Schluchten in den Boden geschliffen haben. Beim Spaziergang durch die Straßen überwindet man dann auch schon mal Höhenunterschiede von 40 Metern. Hohe Brücken über tiefe Täler sind charakteristisch für die Stadt. Besonders sehenswert: die Passerelle, eine Viaduktbrücke. Die Hauptstadt besteht aus zwei Teilen: Ober- und Unterstadt. Die Altstadt, Zentrum genannt, liegt in der Oberstadt, die tatsächlich weit über dem Rest der Stadt liegt. Hier befinden sich die Überreste Festung Luxemburg, deren Errichtung den Staat Luxemburg begründete. Ringwälle und Kasematten, unterirdische Felsgänge, durchziehen das Gestein auf dem Plateau. Mit einem Führer kann man die verwirrenden Gänge besichtigen. Ein Rundgang durch die Altstadt führt am Nationalmuseum, dem Großherzoglichen Palast und der „Gëlle Frau“, der goldenen Frau, vorbei. Letztere symbolisiert, 21 Meter über dem Boden, den Frieden. Eine beliebte Sehenswürdigkeit ist auch die Staatssparkasse, allerdings nicht wegen der günstigen Steuern im Land. Diese ist vielmehr in einem imposanten, schlossähnlichen Bau untergebracht.  

Das Herz von Luxemburg ist jedoch die Unterstadt, die dank kostenlosen öffentlichen Fahrstühlen bequem von der Oberstadt zu erreichen ist. Nicht nur Kirchen und alte Gebäude sind hier zu erspähen, ein Spaziergang an den Flüssen ist ein erholsamer Kontrast zur geschäftigen Stadt. Ein ganz anderes Gesicht zeigt Luxemburg auf dem Kirchberg: verspiegelte Hochhausfassaden, Kinokomplexe, das futuristische Museum für Moderne Kunst und ein gigantisches Einkaufszentrum.

Doch Luxemburg besteht nicht nur aus Luxemburg Stadt, sondern aus insgesamt zwölf Kantonen. Wer das Umland der Hauptstadt entdecken will, kann das Guttland bereisen. Es verzaubert mit seinen kleinen Dörfern, Schlössen, Burganlagen und hunderten Kilometern Rad- und Wanderwegen. Die Ardennen in Norden bieten mit ihren Hochplateaus Panoramablicke auf die unberührte Natur der Naturparks Our und Obersauer. Völlig überraschend präsentiert sich die Region Mullerthal: Hier sieht es ein bisschen aus wie in der Schweiz. Schroffe Kletterfelsen, grüne Wanderwege, reißende Bäche. Das verbindet man normalerweise nicht mit Luxemburg. Das Moseltal ist für seine Weinberge und mittelalterlichen Städte bekannt – und dafür, dass hier in der Nähe des luxemburgischen Dorfes Schengen die Personenkontrolle in der EU abgeschafft wurde.

So ist das Wetter

Dank atlantischer Meereswinde sind die Winter in Luxemburg mild, die Sommer angenehm. Im Moseltal liegt die Temperatur zwei Grad über dem Landesdurchschnitt. Im Norden, in den Ardennen, ist es etwas kühler. Ideale Reisemonate sind April bis Oktober – aber auch ein Abstecher in den Wintermonaten auf den Weihnachtsmarkt in der Hauptstadt lohnt sich.

Das sollten Sie auch noch wissen

Der Sonntag ist den Luxemburgern heilig – es ist hier noch ein echter Ruhetag, auch für Restaurants und Märkte. Bäckereien sind allerdings sonntagmorgens geöffnet. Auch die Mittagspause wird in unserem Nachbarland ernstgenommen: zwischen 12 und 14 Uhr ruht die Arbeit und man trifft sich in Cafés und Bistros. Apropos Café: In Restaurants ist ein Trinkgeld in Höhe von 10 Prozent der Gesamtsumme üblich, Taxifahrer bekommen 15 Prozent. Das Servicepersonal in Restaurants kommt meist aus Belgien und spricht nur Französisch. Trotzdem ist die Verständigung meist kein Problem.  Auch wenn Sie sich das „Lëtzebuergesch“ nicht zutrauen: In Luxemburg findet man immer jemanden, der Deutsch spricht.

Das schönste Souvenir

Verständlich, wenn Sie sich vorm Verlassen des Großherzogtums noch mal mit günstigen Waren wie Kaffee, Schokolade, Zigaretten und ihr Auto mit Benzin versorgen, aber Luxemburg bietet noch schönere Souvenirs. Sollen Sie zufällig in der Osterzeit im Land sein, halten Sie nach Ausschau. Das sind kleine, aus Ton gebrannte Flöten in Form eines Vogels. Ihr Pfeifen soll den Frühlings einläuten. Da die Péckvillchen jedes Jahr anders gestaltet werden, sind sie mittlerweile ein beliebtes Sammlerobjekt. In Luxemburg sind Spekulatius sehr beliebt – der typische Geschmack nach  Kardamom, Gewürznelke und Zimt findet sich in Schokolade, Eiscreme und Brotaufstrich. Stöbern Sie einfach mal im Supermarkt. Wetten, dass Sie ein paar Leckerli finden, die es Deutschland nicht gibt?

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