Echter Nordhäuser

Bismarck und Huhn - lieben den "Nordhäuser"

Das Korn wurde, wenn man einem Märchen von Ludwig Bechtstein glaubt, vom Teufel aus Langeweile erfunden. Er ging nach Nordhausen und wurde Schnapsbrenner. Damals und heute lebt der Ort vom Klaren: Zwei riesige Kornflaschen und Huhn Henrietta bestimmen das Stadtbild.

Das hatte sich der Teufel so gedacht: Wenn die Menschen dem Gebrannten zusprechen, kriegt er die armen Seelen leichter in die Hölle. Doch die Nordhäuser machten aus dem Teufelswerk eine Erfolgsgeschichte. Sie können mittlerweile auf über 500 Jahre Tradition zurückblicken. In der denkmalgeschützten Traditionsbrauerei "Echter Nordhäuser" mitten im Ort wird nicht nur die Schnapsherstellung vorgeführt. Hier finden regelmäßig Theateraufführungen und Ausstellungen statt.

Wie das Korn in die Flasche kommt

Besucher können in historischer Umgebung den Weg "Vom Korn zum Korn" verfolgen. 25.000 Roggenkörner sind nötig, um eine Flasche Korn herzustellen. Im Erlebnis-Museum ist alles noch wie vor hundert Jahren: Das Korn von der Goldenen Aue in Thüringen wird gemahlen, die Maische gegärt, destilliert und gebrannt. Zum Abschluss der Führung gibt es den edlen Tropfen dann auch zu kosten und zu kaufen. Schließlich sind nicht nur die Nordhäuser der Meinung: "Die allerbeste Medizin ist allzeit ‚Nordhisser Branntewy'n!".

Berühmte Fans des "Echten Nordhäuser"

Prominenter Liebhaber des "Echten Nordhäuser" war Reichskanzler Otto von Bismarck, dem 1874 einige Flaschen angeblichem "Nordhäuser" geschenkt wurden. Doch Bismarck erkannte in dem Schnaps einen billigen Fake. Wasser und Kartoffelspiritus zusammengepanscht - er machte sich Sorgen um den "wohlverdienten Ruf dieses heimischen Getränkes". Die Nordhäuser Brenner sandten Bismarck daraufhin zwei Fässer ihres Qualitätsproduktes und stimmten den Reichkanzler so wieder versöhnlich.

Richtig prominent ist auch Henriette: das pickende Huhn aus dem, "Echter Nordhäuser" TV-Spot. Sie ist überlebensgroß aus Holz auf dem Hof der Brennerei verewigt und ihr Portrait ziert die dienstälteste Straßenbahn in Nordhausen.

Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei, Grimmelallee 11, 99734 Nordhausen

Mo. - Sa. 10.00 - 16.00

Führungen täglich 14.00

Erwachsene 7,- Euro (inkl. Verkostung), ermäßigt 4,- Euro

Foto: Christian Schelauske

Harz-Infos kompakt

Der Harz: Sagenumwoben und ganz natürlich schön

Der Harz, bis ins Mittelalter Hart (= Bergwald) genannt, ist das nördlichste Mittelgebirge in Deutschland und das höchste Gebirge Norddeutschlands. Anteil am Harz haben die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Gebirge ist 110 Kilometer lang und 30 bis 40 Kilometer breit, bedeckt eine Fläche von 2.226 Quadratkilometern und reicht von der Linie Salzgitter-Göttingen bis zur Lutherstadt Eisleben.

Es gliedert sich in den niedrigeren Unterharz im Südosten mit Höhen bis zu 400 Meter - dessen Hochflächen auch agrarisch nutzbar sind - und die höheren Gipfel des größtenteils bewaldeten Oberharzes im Nordwesten, der Höhen bis zu 800 Meter erreicht.

Ober- und Unterharz sind durch eine Linie, die sich von Wernigerode nach Bad Lauterberg zieht, voneinander getrennt. Nur einzelne Gebirgsgruppen erheben sich bis 1.000 Meter und mehr, so der Brocken, die Bruchberg-Acker-Zone und der Wurmberg.

Der höchste Berg ist der Brocken (1.141 Meter). Weitere hohe Berge sind der Wurmberg bei Braunlage (971 Meter) und die Achtermannshöhe bei Braunlage (926 Meter).

Soweit der "trockene" Teil. Hier haben Sie einige Tipps von Spar mit! Reisen für Ausflüge, Wanderungen und andere Freizeitgestaltungen:

Nationalpark Harz: Der Nationalpark erstreckt sich vom Südrand des Mittelgebirges bei Herzberg über die Hochlagen bis zum Nordrand bei Ilsenburg. Einbezogen sind alle charakteristischen Lebensraumtypen, alle Höhenstufen, alle Expositionen und die wichtigsten Gesteine. Der Park ist eine ökologische Komplexlandschaft, er umfasst verschiedene Vegetationszonen.

Thale: Thale liegt am nordöstlichen Harzrand, wo die Bode aus dem Gebirge tritt und zwischen den steilen sagenumwobenen Felsen Hexentanzplatz und Rosstrappe eine tiefe Schlucht gegraben hat. Der Ort ist Ausgangspunkt für Wanderungen in das wildromantische Bodetal und Startpunkt des Harzer-Hexen-Stieges. Führungen der besonderen Art, wie die Sagenwanderung oder Führungen mit Hexe und Teufel, werden von der Tourist-Information angeboten.

Bad Harzburg: Bad Harzburg gehört zu den Top Heilbädern Niedersachsens. Ein modernes Kurzentrum bietet seinen Gästen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten und in der Bad Harzburger Sole-Therme werden Wohlfühlträume wahr. Eine der acht besten Thermen Niedersachsens lädt Körper und Geist zum völligen Entspannen ein. In Innen- und Außenbecken, Gymnastikpavillon, Beautybereich sowie einer Sauna-Erlebniswelt und der einzigartigen Sole-Gabbro-Grotte heißt das Motto: "Die Seele baumeln lassen".

Längste Seilhängebrücke der Welt

Rekord im Harz: Längste Seilhängebrücke der Welt

Die längste Fußgänger-Seilhängebrücke der Welt befindet sich im Harz: 483 Meter misst das Bauwerk aus Stahl, das 100 Meter über dem Rappbodetal schwebt. 458 Meter davon sind freihängend – das reicht, um den Weltrekord der Seilbrücke in Sotchi um 21 Meter schlagen.

In nur 10 Monaten Bauzeit wurde die Mega-Hängebrücke parallel zur Rappbodetalsperre gebaut. Auf dem 1,20 Meter breiten Steg aus Gitterrosten können bis zu 200 Besucher das Tal gleichzeitig überqueren. Sicherheit gewährleistet ein 1,30 Meter hohes Geländer mit Stahlnetz. Buchbar ist auch ein 75 Meter tiefer Pendelsprung. Die Hängebrücke ist nicht der einzige Weltrekord im Rappbodetal: über die Brücke hinweg führt die größte Doppelseilrutsche Europas - eine 1.000 Meter lange Zipline -  und die Staumauer hält mit 106 Metern den Deutschlandrekord.

Anfahrt und Öffnungzeiten

Rappbodetalsperre, 38889 Oberharz am Brocken (OT Rübeland) täglich 11.00 – 22.00 Uhr Erwachsene  6,- Euro, Kinder 4,- Euro

HarzCard

HarzCard - mit einer Karte durch die ganze Region

Die HarzCard ist Ihr All-Inclusive-Ticket für das Mittelgebirge. Mit ihr haben Sie über 120 Mal freien Eintritt in Burgen, Schaubergwerken und Museen im gesamten Harz. Da die Wege kurz sind, können Sie problemlos viele verschiedene Angebote nutzen und Neues entdecken. Die HarzCard kann entweder an vielen Verkaufsstellen vor Ort gekauft oder online bestellt werden.

Wenn Sie sich für ein 48-Stunden-Ticket entscheiden, wird die Karte bei der ersten Nutzung aktiviert und läuft nach zwei Tagen ab. Das 4-Tage-Ticket können Sie auch an nicht zusammenhängenden Tagen benutzen. Außerdem ist hier die Brockenfahrt mit der Harzer Schmalspurbahn inklusive. Bei Kauf erhalten Sie zusätzlich einen HarzCard-Reiseführer pro zwei Erwachsene, der das breite Angebot vorstellt.

Höhlen, Schaubergwerke und Bergwerksmuseen

  • Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg
  • Höhlenerlebniszentrum mit Iberger Tropfsteinhöhlen
  • Barbarossahöhle
  • Erlebnisbergwerk "Glückauf"
  • Grube Samson
  • Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld

Museen und Ausstellungen

  • Science Center phaeno in Wolfsburg
  • Glasmanufaktur Harzkristall
  • Dom und Domschatz in Halberstadt
  • Wilhelm-Busch-Haus in Seesen
  • Schlossmuseum Quedlinburg

Burgen und Schlösser

  • Schloss Wernigerode
  • Kaiserpfalz Goslar
  • Burg Falkenstein
  • Schlossmuseum Quedlinburg

Kirchen und Klöster

  • Zisterziensermuseum Kloster Walkenried
  • Kloster Wöltingerode

Thermal-, Freizeit- und Erlebnisbäder

  • Kyffhäusertherme in Bad Frankenhausen
  • Waldhofbad in Wernigerode
  • Bodetal Therme in Thale
  • Erlebnisbad Salztal Paradies

Und ...

  • Schlangenfarm in Schladen
  • Hexenhaus in Thale
  • Einstündige Fahrt mit dem Ruderboot in Thale
  • Kostenlose Stadtführung durch Quedlinburg mit Audioguide
  • Verkostung in der Echte Nordhäuser Traditionsbrauerei
  • Eine Runde Glowgolf

48-Stunden-Ticket, Erwachsene 32,- Euro, Kinder 5 - 14 Jahre 22,- Euro, Kinder 0 - 4 Jahre gratis

4-Tage-Ticket, Erwachsene 57,- Euro, Kinder 5 - 14 Jahre 37,- Euro, Kinder 0 - 4 Jahre gratis

Foto: Harzer Tourismusverband e.V

Der Brocken

Der Brocken wird auch Blocksberg genannt und ist von vielen Sagen umwoben. Eine davon ist die berühmte Walpurgisnacht. In Goethes Faust ist er ein Schauplatz der Handlung.

Zu den vielen Sagen trugen vielleicht bei, dass seine Spitze zirka 300 Tage im Jahr im Nebel liegt, seltene optische Effekte (Halos) zu beobachten sind und vor allem aber das Brockengespenst, welches den Besteigern Schrecken einjagt. Beschrieben wurde dieses Phänomen durch Goethe, der zweimal den Brocken bestieg.

1572: Die erste Besteigung des Brockens. Der Nordhäuser Arzt Johannes Thal beschreibt in seinem Buch erstmalig die Flora des Brocken.

1736: Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, zu dessen Herrschaftsgebiet der Brocken gehörte, lässt auf dem Gipfel das so genannte Wolkenhäuschen und auf der nach seinem Sohn benannten Heinrichshöhe ein Unterkunftshaus zum Schutz der Brockenreisenden erbauen.

1800: Das erste Gasthaus unmittelbar auf der Brockenkuppe wird gebaut.

1850: Eine Höhenvermessung des Brockens durch den preußischen Generalstab ergibt die auch heute noch gültige Höhe von 1.141 Meter. Professor Albert Peter richtet im gleichen Jahr auf dem Berg den ersten deutschen Alpengarten auf 4.600 Quadratmeter ein, der vom Fürstenhaus Stolberg-Wernigerode als Eigentümer kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

1895: Bau der ersten Wetterwarte auf dem Brocken.

1899: Die Schmalspur-Eisenbahnlinie der Brockenbahn wird am 27. März eröffnet. Der Brockenbahnhof ist heute mit 1.125 Meter der höchste Schmalspur-Bahnhof (1.000 Millimeter Spurweite) in Deutschland.

1935: erste Fernsehübertragung vom Brocken mit einem mobilen Sender. Im Jahr darauf wird der erste Fernsehturm der Welt auf dem Berg erbaut.

1937: Der Brocken wird zusammen mit Wurmberg, Achtermann und Acker-Bruchberg-Grad zum Naturschutzgebiet Oberharz erklärt.

1939: Die heutige Wetterwarte nimmt ihren Betrieb auf.

1945: Besetzung des Brockens durch Truppen der USA.

1948: Teilfläche des Brockens ist wieder für Touristen zugänglich, allerdings mit Passierschein. Die Vergabe von Passierscheinen wird großzügig gehandhabt.

1961: Der Brocken, der im unmittelbaren Grenzgebiet der DDR zur BRD lag, wird zum militärischen Sperrgebiet erklärt und ist somit für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich. Der Gipfel wird stark militärisch ausgebaut. Der Brocken wird umfangreich für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt.

1990: Schrittweiser Abbau der Grenzsicherungsanlagen sowie der militärischen Anlagen.

1994: Der letzte russische Soldat verlässt den Brocken am 30. März.

Die Brockenkuppe wurde mit Millionenaufwendungen renaturiert. Sie ist vor allem ein beliebtes touristisches Ziel für Harzbesucher.

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