Ghost

"Ghost" - Musical, Geist und unsterbliche Liebe

Es war der Kinoknüller des Jahres: "Ghost - Nachricht von Sam" schrieb 1990 Filmgeschichte. Der meistbesuchte Kinofilm des Jahres spielte über 500 Millionen Dollar in die Kassen, Rekord! Die beiden Hauptdarsteller Patrick Swayze und Demi Moore wurden durch den Film über Nacht zum neuen Traumpaar Hollywoods. Wer erinnert sich nicht an die wundervollen Zeilen "Oh my love, my darling … I've hungered for your touch" aus dem Titelsong "Unchained Melody"?

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Interview mit dem technischen Leiter von Ghost

Hinter den Kulissen: Exklusives Interview

Berliner Musicalbesucher sollten ihre Taschentücher parat halten, denn die Hauptstadt ist um ein kulturelles Juwel reicher. Das Musical „Ghost“ basiert auf dem beliebten Film „Ghost – Nachricht von Sam“ aus den 90ern. Demi Moore als Molly und Patrick Swayze als Sam rührten damals die Kinogänger zu Tränen – die „Unchained Melody“ lief Monate lang im Radio. Beste Voraussetzungen also für ein mitreißendes Musical. 

Für die Bühnentechnik ist das Stück eine echte Herausforderung: Schließlich treten hier Geister auf, gehen durch Wände und werden in die Hölle hinabgezogen. Es muss also tief in die Trickkiste gegriffen werden und obwohl nicht die Effekte im Mittelpunkt stehen, sondern die Liebesgeschichte, sind Besucher des Musicals begeistert von den raffinierten Illusionen. Die original Broadway Version gewannt gleich zwei Auszeichnungen für das Set und die Lichttechnik. Wie diese Kunststücke auf der Bühne realisiert werden, verrät uns exklusiv der technische Leiter des Musicals Andreas Diekmann von Stage Entertainment.

Spar mit! Reisen: Herr Diekmann, was ist die größte technische Herausforderung bei der Inszenierung von „Ghost“?

Andreas Diekmann: Die Inszenierung und das Bühnenbild kommen von einer großen Bühne, nämlich vom Landestheater Linz in Österreich, und müssen in unser „kleines“ Theater des Westens 1:1 reingebracht werden. Daher gibt es Backstage Platzprobleme und viele Rangierarbeiten, um alle Auftritte zu ermöglichen.

SMR: Was sind konkret die Aufgaben der Techniker bei der Show?

Diekmann: Die Hauptaufgabe der Bühnentechniker ist das punktgenaue Bereitstellen von Dekoteilen und Requisiten. Das muss glatt ablaufen, damit der Zuschauer nichts bemerkt. Natürlich bedienen wir außerdem die computergesteuerte Ober- und Untermaschinerie, die die Kulisse verändert oder Spezialeffekte ermöglicht. Wir sind auch verantwortlich, wenn es aus irgendwelchen Gründen zu Problemen kommt und reagieren schnell, wenn etwas nicht läuft wie geplant. Dazu gehört, dass wir aufpassen, dass sich niemand verletzt.

SMR: Was ist das wichtigste technische Element bei „Ghost“?

Diekmann: Die fahrbaren Leinwände für Videoprojektionen und die fahrbaren Kulissenteile, um Räume zu verändern und Auftrittsfläche zu schaffen.

SMR: Gibt es für die Darsteller Besonderheiten beim Zusammenspiel mit der Technik?

Diekmann: Bei jedem Theaterstück müssen sich Darsteller und Technik aufeinander verlassen können. Einzelne Aktionen der Darsteller sind von den sekundengenauen Ausführungen technischer Aktionen abhängig. Teilweise auch umgekehrt. So zum Beispiel, wenn Sam getötet wird und sein Geist seinen Körper verlässt. Beide Seiten arbeiten Hand in Hand. Sobald auf einer Seite etwas nicht planmäßig läuft, muss die andere schnell und „unsichtbar“ für das Publikum reagieren. Bei „Ghost“ werden zum Beispiel Kulissenteile auch von der Cast bewegt. Das klappt hervorragend.

SMR: Welches ist Ihre Lieblingsstelle im Musical?

Diekmann: Die U-Bahn-Szene. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Szene ist spannend und voller verblüffender Spezialeffekte.

SMR: Auf welches Detail sollten die Zuschauer auf jeden Fall achten?

Diekmann: An einer Stelle schwebt Sam durch eine verschlossene Tür – das ist wie ein klassischer Zaubertrick eines Magiers. Dann gibt es noch eine Szene, in der wie von Geisterhand aus einem Zigarettenautomat eine Schachtel „fliegt“. Diese Szenen sind zwar kurz, lösen aber immer wieder Begeisterung im Publikum aus.

 

SMR: Welcher Effekt ist der schwierigste?

 

Diekmann: Das „Wegfliegen“ eines Geistes ins Jenseits nach einem Autounfall.

 

SMR: Die ganze Vorstellung hängt von funktionierender Technik ab. Was war die heikelste Situation, die Sie bislang managen mussten?

 

Diekmann: Technische Pannen passieren sehr oft. Allerdings bekommt der Zuschauer das nicht mit (grinst). Zum Beispiel leuchtet einer von 400 Scheinwerfern in einer falschen Farbe, oder es ist zu wenig Nebel auf der Bühne oder ein Requisitenteil geht kurz vor dem Auftritt kaputt. Heikel und sehr sichtbar war die Panne, als eine elektrische Seilwinde ausfiel, so dass ein vollflächiger schwarzer Vorhang  einen Meter von der Bühnenkante nicht mehr aus der Sicht fuhr und die komplette Bühne schwarz abdeckte. Nach 15 Minuten war er händisch entfernt und es konnte weiter gehen.

 

SMR: Vielen Dank für das Gespräch.

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