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MEER, SEEN / NR. 0008 |
Vietgest liegt direkt an der Bundesstraße 104, auf halber Strecke zwischen Güstrow und Teterow - ein langgestrecktes Straßendorf. Der Infopunkt, der hier den Eingang in den Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See markiert, wird für Vorbeifahrende kaum sichtbar, auch der Reiz der Landschaft um die Ziest-Seen bleibt unbemerkt. Was natürlich auffällt, ist das Prunkstück des Dorfes: das barocke Hotel Schloss Vietgest.
Vietgest gehört zum Landkreis Güstrow. Im Laufe der Jahrhunderte erhielt die Kreisstadt eine Reihe von Beinamen: Residenzstadt und "Paris des Nordens". Dom, Pfarrkirche und das Renaissance-Schloss prägen Güstrows Silhouette. Von der Backsteingotik bis zum Klassizismus sind hier alle Baustile vertreten, auch die mittelalterliche Stadtstruktur ist bis heute erhalten.
Das Schloss: Einer der wenigen erhaltenen Repräsentationsbauten der Renaissance im Norden Deutschlands. 1556 bis 1599 in drei Bauphasen errichtet: Baumeister Franz Parr (Süd- und Westflügel), Philipp Brandin (Fertigstellung Süd- und Bau Nordflügel) und Claus Midow. 1671 wurden die Schlossbrücke und das Torhaus durch Ch. Ph. Dieussart ergänzt. 1963 beginnt eine umfassende Restaurierung.
Pfarrkirche St. Marien: Nach dem großen Stadtbrand von 1503 wird die neu errichtete Kirche 1508 geweiht. 1880 bis 1883 wird sie zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgebaut. In der Kirche befinden sich Kunstwerke, vor allem des 16. Jahrhunderts, wie die Triumphkreuzgruppe, der Flügelaltar und die Kanzel.
Domplatz: Der Platz der ehemaligen Domfreiheit ist mit der Stiftung des Domes 1226 entstanden. Der Platz unterstand dem Domkapitel, hier galt die Gerichtsbarkeit der Stadt nicht. Der Dom wurde im gleichen Jahr von Heinrich Borwin II. als Kollegiatskirche gestiftet. Er ist als kreuzförmige, dreischiffige Pfeilerbasilika bis Ende 1400 erbaut worden. Das Güstrower Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges "Der Schwebende" von Ernst Barlach wurde 1937 als "entartet" aus dem Dom entfernt und für Rüstungszwecke eingeschmolzen, 1953 erhielt die Domgemeinde einen Abguß nach dem Kölner Zweitguß.
Entlang des "blauen Fadens" - dem Erlebnispfad durch Güstrow - erschließen sich dem Besucher die kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten und ökologischen Besonderheiten der Innenstadt. Denn Güstrow ist mit Museen, Theater und Galerien nicht nur eine Kulturstadt, sondern hat sich im letzten Jahrzehnt auch zu einer umweltgerechten Stadt entwickelt.
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