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MEER, SEEN / NR. 0008 |
Über die Geschichte von Schloss Vietgest und die große Parkanlage ist leider nur wenig bekannt. Das Schlossarchiv gilt als verschollen, und Literaturhinweise sind spärlich.

1786 wurde J. F. Boldt Besitzer von Vietgest und den benachbarten Dörfern und ließ das Schloss wahrscheinlich nach Plänen des vor allem in Ludwigslust und Schwerin tätigen Joachim Busch (1720 - 1802) erbauen. Als Vorbild diente Schloss Ludwigslust südlich von Schwerin an der Elbe. Beide Schlösser gleichen sich nämlich wie ein Ei dem anderen: ein zweigeschossiger Putzbau mit hohem Mansarddach, an den Schmalseiten Galeriebauten, die zu zweigeschossigen quadratischen Pavillons führen. Sicher ist aber, dass hier insgesamt 647.694 "gut gebrannte" Ziegel verbaut wurden.
Nach einem ersten Besitzerwechsel kaufte der Fürst von Schaumburg-Lippe 1841 das prächtige Anwesen, das danach rund 100 Jahre der Adelsfamilie gehörte.
Einen krassen Einschnitt brachten die Bodenreform und Enteignung im Jahre 1945. Flüchtlinge bewohnten das Schloss, danach war es als Schule und Sitz der Verwaltung. 1976 musste das Gebäude aus Sicherheitsgründen geräumt werden.
Drei Jahre später ging es in den Besitz der VOB Union. Der langwierige Umbau zum Schulungs- und Ferienheim begann. Die Fassade der Gartenseite wurde wie die Vorderfront gestaltet, das Dach wurde - zum Teil mit den alten "Biberschwänzen", aber auch mit Dachpfannen und Gutskaten - neu gedeckt, und auch der Garten und der Park entstanden neu.
Die beste Leistung war die 1982/84 erfolgte originalgetreue Restauration des Festsaals, wofür ein Ofensetzer aus Neubrandenburg die alten Öfen nachbaute. Kurz vor der endgültigen Fertigstellung, das Haus war bereits möbliert, die Köche in Ausbildung, kam die Wende. Das Ferienheim, das niemals Gäste erlebt hatte, wurde zum Hotel und stand 2000/01 leer. Doch dann kamen Jana und Günter Ehnes...

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