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STÄDTEREISEN / NR. 0049 |
| Kirche: | täglich 7.00 - 11.45, 12.40 - 19.00 |
| Astronomische Uhr: | täglich 12.30 Vorbeiziehen der Apostel |
| Turmbesteigung: | Okt. - März 10.00 - 17.30 April - Sept. 9.00 - 19.30 Juni - Aug. zusätzl. Fr./Sam. bis 22.00 |
| Eintritt: | Uhr 2,00 Euro, Turm 4,40 Euro |
Das Liebfrauenmünster (frz. Cathédrale Notre-Dame) in Straßburg gehört zu den großen Kathedralen der europäischen Architekturgeschichte. Wie auch die Stadt Straßburg im Allgemeinen verbindet das Münster deutsche und französische Kultureinflüsse. Während die östlichen Bauteile, vor allem Chor und Südportal, noch der ausgehenden Romanik angehören, sind Langhaus und vor allem die berühmte, mit tausenden Figuren geschmückte Westfassade Meisterwerke der Gotik.

"Als ich das erstemal nach dem Münster ging, hatt' ich den Kopf voll allgemeiner Erkenntnis guten Geschmacks. Auf Hörensagen ehrt' ich die Harmonie der Massen, die Reinheit der Formen, war ein abgesagter Feind der verworrenen Willkürlichkeiten gotischer Verzierungen.
(...) und so graute mir's im Gehen vorm Anblick eines missgeformten krausborstigen Ungeheuers.
Mit welcher unerwarteten Empfindung überraschte mich der Anblick, als ich davor trat! Ein ganzer, großer Eindruck füllte meine Seele, den, weil er aus tausend harmonierenden Einzelheiten bestand, ich wohl schmecken und genießen, keineswegs aber erkennen und erklären konnte. ..."
Dies waren Goethes Gedanken vor seiner ersten Besichtigung des Münsters. Doch wie sehr änderte er seine Meinung, nachdem er das Münster gesehen hat
Goethe fasst in wenigen Worten die Lebensauffassung in der Epoche der Empfindsamkeit zusammen. Das Münster ist sozusagen ein Kind seiner Zeit, in der auf Gefühle großen Wert gelegt wurde.
Nehmen Sie sich also etwas Zeit und besuchen Sie diesen gotischen Gottesbau. Vor allem die beindruckende Astronomische Uhr, für deren Besichtigung Sie die Karten im Hotel erhalten. Ihre Vorläuferin, die Dreikönigsuhr, wurde 1354 erbaut. Ab 1533 wurde sie durch eine Uhr ersetzt, die bereits astronomische Funktionen hatte und bis 1870 lief. Dann wurde Jean-Baptiste Schwilgue mit der Renovierung beauftragt. Er konstruierte ein völlig neues Uhrwerk, dessen Funktionen einmalig in der Welt sind. Die Uhr zeigt die Erdbahn, die Mondbahn und die Bahnen der damals bekannten Planeten Merkur bis Saturn an. Am erstaunlichsten ist das Räderwerk, das in der Silvesternacht abläuft und das Basisdatum für die beweglichen Feiertage errechnet. Den Rekord für langsame drehende Zahnräder stellt wohl der Teil der Uhr auf, der die Präzession der Erdachse nachbildet - eine Umdrehung in gut 25.000 Jahren!
Neben der astronomischen Uhr sind ebenso im Innern des Münsters besonders sehenswert: die Glasmalereien (12.-14. Jh.), die steinerne Kanzel (spätgotisch), der berühmte Engelspfeiler im südlichen Querschiff (1220-1230) sowie die Silbermannorgel. Beeindruckend ist die figurenreiche Westfassade mit ihren Portalstatuen und der Fensterrose.
Das romanische Südportal ist das älteste der Kathedrale. Berühmt sind die an den Seiten stehenden Statuen der Ekklesia und Synagoge (die Originale befinden sich im naheliegenden Frauenhausmuseum). In der Mitte des Doppelportals: König Salomon als Richter.
Die Turmbesteigung bis zur 66 Meter hohen Plattform lohnt sich. Der Ausblick über die Dächer der Altstadt bis zum Schwarzwald, dem Kaiserstuhl und den Vogesen ist grandios.
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