|
|
BERGE, WÄLDER / NR. 0285 |
Ursprünglich nur Kern genannt, ist das Dorf, am Sonnenufer der Mosel und an der Mündung des Elzbaches gelegen, seit keltischer Zeit besiedelt. Auf der anderen Moselseite ragt steil und dunkel der Druidenstein über den Fluss, auf dessen Höhe schon vor der römischen Zeit ein keltisches Heiligtum gestanden haben soll. Über dem Ort ziehen sich die Weinberge bis zur Höhe und das wildromantische Elzbachtal führt zu den Burgen Eltz und Pyrmont. Über den Fluss hat schon der alte Ausonius sein Loblied gesungen: "... die glückliche Elz, das grüne, tiefe Waldtal mit den springenden Forellen und Lachsen im Wildwasser".
Kulturhistorisch Interessierten ist Moselkern aber vor allem wegen des Merowinger-Kreuzes bekannt, das aus dem 7. Jh. stammt und als früheste Darstellung des gekreuzigten Christus nördlich der Alpen gilt. Das Original der Grabstelle steht heute im Landesmuseum in Bonn, Abgüsse sind vor der Moselkerner Kirche und an der Friedhofsmauer zu sehen. Sie zeigen eine interessante Mischung christlicher und germanischer Stilelemente und Einflüsse der irisch-schottischen Missionare jener Zeit.
Im Ort haben sich schöne Häuser erhalten, vor allem das Rathaus, das in seinen ältesten Teilen von 1535 stammt. Es ist in Privatbesitz und wurde liebevoll restauriert: Ein Musterbeispiel moselländischen Fachwerkbaus. In der Mauer des Erdgeschosses ist noch der Eisenring zu sehen, an dem bis zur französischen Revolution Rechtsbrecher festgebunden und dem Spott der Bevölkerung preisgegeben wurden.
Neben anderen Fachwerkbauten ist auch der kleine, romantische Bahnhof aus dem vorigen Jahrhundert sehenswert.
Bitte klicken Sie auf die
Karte, um 386 Angebote
in 13 Ländern zu sehen.