|
|
MEER, SEEN / NR. 0296 |
Sonnenscheingarantie, ein blauer Himmel, den tagelang kein Wölkchen trübt, glasklares Wasser, sauber und warm, lauschige Badebuchten, von üppigem Grün und intakter Natur gesäumt: Idealvorstellungen vom Ferienparadies, vervollkommnet von pittoresken alten Städtchen voller Kunstschätze, idyllischen Dörfern und gastfreundlichen Menschen: All das hat Istrien und Kvarner mit den vorgelagerten Inseln seit Jahrzehnten zum beliebten und viel besuchten Ferien- und Erholungszentrum an der Ostküste der Adria gemacht. Ein Platz, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts allein der K.u.K.-Hautevolee aus ganz Europa vorbehalten war.
Vor allem aus Deutschland, Österreich und Italien kamen die Urlauber nach 1950 Jahr für Jahr. Und weil es immer mehr wurden, die sich nach Sonnenschein und Meer sehnten, baute man an der Küste munter drauflos: neue Unterkünfte, neue Campingplätze, Freizeiteinrichtungen mit Sportanlagen, Bars, Diskotheken, Cafés und Restaurants. Vom damaligen sozialistischen Regierungssystem im Staat Jugoslawien hat der Urlauber wenig gespürt, am ehesten noch beim Einkaufen und beim Service. Die Läden waren nie mit einem so reichen Angebot bestückt, wie man es von zu Hause gewohnt war.
Der Sommer 1991 hat die schöne heile Tourismuswelt quasi über Nacht aus den Angeln gehoben. Nachdem Kroaten und Slowenen ihren eigenen Staat proklamierten, schickte die jugoslawische Volksarmee die Panzer. Aber der Zerfall des Vielvölkerstaates war nicht mehr aufzuhalten. Vier Jahre sollte es noch dauern bis zum endgültigen Frieden. Istrien und Kvarner waren zu keiner Zeit Kriegsschauplatz. So ist es nur folgerichtig, dass schon seit Sommer 1993 die Gästerate jedes Jahr weiter wächst.
Das Flüsschen Osapska reka, das in der Nähe des slowenischen Ortes Carni Kal entspringt und sein Wasser schon nach weniger als 10 Kilometer bei Muggia in den Golf von Triest abgibt, ist eigentlich völlig bedeutungslos, würde es nicht ein Stück der natürlichen Trennungslinie der Halbinsel Istrien von ihrem Umland bilden. Somit fängt Istrien in Muggia an, einem kleinen italienischen Fischerort an der Adria. Das mag manchen vielleicht erstaunen, denn dieser kleine Zipfel Italien schmückt sich verständlicherweise nicht mit dem Namen Istrien.
5 Kilometer hinter Muggia liegt schon die Grenze zu Slowenien. Aber auch die Slowenen, mit dem nördlichsten Gebiet der Halbinsel und einem gut 40 Kilometer langen Küstensaum, halten sich bedeckt, wenn es um Istrien geht, und nennen diese Region um die Stadt Koper Primorska. Wenn die Kroaten von Istrien sprechen, meinen sie ihren Teil, den von der Fläche her größten, mit einer Küstenlinie von etwa 100 Kilometer, gemessen in der Luftlinie von Umag im Nordwesten bis Rabac im Südosten. Einschließlich aller Inselchen und Buchten sind es allerdings an die 480 Kilometer Uferzone. Den nordöstlichen Bereich mit der Gemeinde Opatija rechnet man schon zur Kvarner Bucht.
Der kroatische Teil der Halbinsel bildet einen der 21 Regierungsbezirke (Komitate) innerhalb des Staates Kroatien und heißt schlicht Istrien. Das Wort Istrien hat somit eine doppelte Bedeutung: einerseits als geografischer Begriff, zum anderen als politische Eingrenzung einer Region. Übrigens: Istrien ist mit rund 3.160 Quadratkilometer die größte Halbinsel der Adria. Der Name leitet sich vom illyrischen Stamm der Histrer ab.
Bitte klicken Sie auf die
Karte, um 384 Angebote
in 13 Ländern zu sehen.