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MEER, SEEN / NR. 0313 |
Cres ist die wohl abwechlungsreichste, die größte und dennoch am meisten unterschätzte Insel Kroatiens. Die einzigartige Attraktivität der Insel rührt her von den unglaublichen landschaftlichen Kontrasten und vor allem von den vielen idyllischen Orten und Winkeln.
Cres ist eine gebirgige Insel, 66 km lang und 2 bis 12 km breit. Die Länge der Küste beträgt ca. 248 km. Der höchste Gipfel der Insel ist Gorice (648 m). Der Süßwassersee Vrana (5,75km²) stellt ein Naturphänomen dar. Die Oberfläche des Sees liegt höher als die des umliegenden Meers, während der Seeboden auf einer Tiefe von 74 m unter der Meeresoberfläche liegt. Die gesamten Berghänge rund um den Vrana-See sind Sperrgebiet, nur wenigen Einheimischen ist der Zutritt zum Seeufer gestattet, denn der Trinkwasserbedarf der gesamten Insel wird vom Vranasee gedeckt. Vrana heißt auf kroatisch Rabe.
Um den Vraner See rankt sich diese Legende: Einst lebten zwei Schwestern. Die eine war gut und arm, und lebte auf den Hängen über dem Tal in einem bescheidenen Häuschen. Die zweite war böse und reich, lebte im Tal in einem großen, vom fruchtbaren Lande umgebenen Schloss. Während einer schweren Dürrezeit bat die arme Schwester ihre wohlhabende Schwester wegen Nahrungsnot um Hilfe und wurde grob zurückgewiesen. Auf dem Heimweg, bat die arme Schwester Gott um Hilfe und hörte plötzlich die Stimme sprechen: Geh zu deinem Hause, dort findest du genug Wasser und Essen, um diese Dürre zu überleben, aber drehe dich nicht nach deiner Schwester um, die im Tal lebt. Als sie ein lautes Dröhnen hörte, konnte sie es jedoch nicht aushalten und drehte sich nach ihrer Schwester um. In diesem Augenblick verwandelte sie sich in einen Felsen, aus dem eine große Wasserquelle hervorsprudelte. Dieses Wasser überflutete das Tal und das Schloss der reichen Schwester. Noch heute soll man bei Stürmen aus der Tiefe des Sees ihr Schluchzen hören und während Dürrezeiten soll man die Umrisse des versunkenen Schlosses sehen können.
Cres durchlebte über Jahrtausende hinweg turbulente Zeiten. Die Insel wurde schon sehr früh besiedelt. In den Felsgrotten von Osorscica und in der Hafenbucht von Mali Losinj wurden Zeugnisse dieser frühen Besiedlung gefunden. Rund 1600 v.Chr. kontrollierte der illyrische Stamm der Liburner die Insel und die Seerouten der Gegend. In der Antike brachte dann die Bernsteinstraße, die vom Baltikum bis in den Orient führte, Wohlstand und Macht auf die Insel. Das heutige Osor war das bestimmende Handelszentrum der Region. Ab dem 7. Jh. siedelten sich Kroaten auf der Insel an. Später hatten Venedig, Frankreich, Österreich und kurze Zeit auch Italien das Sagen auf der Insel. Vor allem der Einfluß Venedigs ist überall in der Architektur zu spüren.
Charakteristisch für Cres sind die endlos erscheinenden Trockenmauern, mit deren Hilfe die Bevölkerung seit Generationen versucht, Ihren Boden vor der Erosion zu schützen. Oliven, Schafzucht, Käse und der Wein sind die Haupteinnahmequellen der bäuerlichen Bevölkerung.
Porozina und Merag sind die Orte, die Cres mit dem Festland verbinden. Von Porozina bis nach Veli Losinj auf der Schwesterinsel Mali Losinj führt mit 80 km die längste Straße der kroatischen Inseln. Sie ist die einzige Nord-Süd-Verbindung der Insel.
Im Norden liegt Beli, ein malerischer Ort mit langer Geschichte. Cres, die Hauptstadt ist auch die größte Ansiedlung der Insel. Am Übergang nach Mali Losinj liegt das ehemalige Handelszentrum Osor.
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