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STÄDTEREISEN / NR. 0127 |
"Einfach spitze!" würde Richard Wagner heute begeistert rufen. Als der berühmte Komponist des "Ring des Nibelungen" anno 1859 die Plattform auf dem Pilatus erreicht hatte, war er überwältigt von der Atem beraubenden Aussicht über die Zentralschweiz. So wie ihm ist es seither Millionen von Touristen aus aller Welt ergangen: Königin Victoria von England hoch zu Ross, König Don Carlos von Spanien oder Antarktisforscher Lincoln Ellsworth - sie alle genossen auf dem Pilatus das einzigartige Alpenpanorama mit grandiosem Blick auf den im Tal liegenden Vierwaldstättersee.
2.132 Meter hoch erstreckt sich der Gipfel des Pilatus über Luzern. Er ist der ideale Erlebnisberg für Groß und Klein; Sportler aller Art treffen sich hier zum Wandern, Klettern, Rodeln, Biken und "Schlitteln". Auf den Besucher warten einige Attraktionen: steilste Zahnradbahn der Welt, längste Sommerrodelbahn der Schweiz, größter Seilpark der Zentralschweiz, 2 Seilbahnen, 7 Restaurants - und natürlich der überragende Rundblick über die Alpen und die Seen.
Geologisch gesehen ist der Pilatus der nördlichste Ausläufer der Alpen. Denn der Alpenrand erstreckt sich quer durch den Vierwaldstättersee. Im 13. Jahrhundert wurde der Pilatus erstmals schriftlich erwähnt. Schon in frühester Zeit hatten auf seinen ausgedehnten Höhen keltische Hirten gewohnt. Die eigentliche Geschichte des Pilatus begann jedoch mit der Erschließung des Gotthardweges. Nun standen plötzlich nicht mehr nur die Einheimischen vor dem Luzerner Hausberg, sondern auch Reisende aus der gesamten Welt.
Seit Urzeiten umhüllen geheimnisvolle Sagen und Mythen den schroffen Berg hoch über Luzern. Im Mittelalter glaubten die Menschen, ein Heil bringender Drache und Geister hausten in den kahlen Kluften. Im ehemaligen Pilatus-See, so erzählte man sich, habe einst die rastlose Seele des römischen Feldherrn Pontius Pilatus die letzte Ruhe gefunden. Deshalb war es lange verboten, den Pilatus zu besteigen. Denn: Wehe dem, der Pilatus störte...
Hans Erni, einer der populärsten und bekanntesten Schweizer Künstler, hat eine Auswahl der geheimnisvollen Mythen und Legenden rund um den Pilatus bildlich aufgegriffen und im Drachenweg in der Felsengalerie auf Pilatus Kulm verewigt. Auch eine Bergkapelle auf dem Klimsenhorn gibt es zu besichtigen. In der 1860/61 errichteten, neugotischen Klimsenkapelle wird noch heute an jedem Sonntag nach dem 15. August die "Bergchilbi" mit einem festlichen Berggottesdienst gefeiert.
Am faszinierendsten ist aber die intakte und urwüchsige Natur hier oben. Steile Felsklippen, kristallklare Bergbäche und blühende Alpenwiesen prägen die herrliche Berglandschaft. Mit etwas Glück kann man während der Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt sogar Steinböcke und Gemsen entdecken. Oder auch seltene Pflanzenarten wie Alpenrosen, Arnika und Enziane. Im Pilatusgebiet sind insgesamt über 900 Pflanzenarten heimisch - viele davon offiziell geschützt.
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